Februar Editorial

Karl Goerner, Chefredakteur & Herausgeber der Elternzeitung Karlsruher Kind

Liebe Leserinnen und Leser,

wie die Zeit rast! Gerade war noch Weihnachten und schon ist der Januar wieder so gut wie vorbei.

Also geht der Blick nach vorn: Im Februar ist Fastnacht und dann beginnt die Fastenzeit. Warum fasten wir nicht einmal auf andere Weise? Fasten bei Panikmache, fasten mit der Angst, fasten bei der Panik. Würde uns etwas mehr Gelassenheit nicht gut tun? Wenn wir bei jeder Gelegenheit den Weltuntergang heraufbeschwören, merken wir dann noch, wenn die Welt wirklich einmal untergeht?

Zwischen 1945 und 1950 kamen 12 Millionen Vertriebene und andere Flüchtlinge aus Osteuropa in ein völlig zerstörtes Deutschland. Zwischen 1960 und 1973 haben wir mit verschiedenen „Anwerbeabkommen“ 14 Millionen „Gastarbeiter“ in unser Land geholt. Inzwischen sind übrigens 12 Millionen der Arbeitsmigranten in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Seit 1993 kamen Millionen Spätaussiedler nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aus Osteuropa – unter ihnen übrigens auch Helene Fischer. Und trotzdem ist Deutschland nicht untergegangen.

Es wurden Fehler gemacht. Die Integration all dieser Menschen ist oft nicht gelungen, wurde meist nicht einmal ernsthaft betrieben. Aber die Welt ist trotzdem in all diesen Fällen nicht untergegangen. Viele Ängste dieser Jahre haben sich im Nachinein als weitestgehend unbegründet erwiesen. Wir können aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und es heute besser machen. Die ersten Schritte sind – wenn auch sehr spät – gemacht.

Lassen Sie uns – und nicht nur in der Fastenzeit – die Glocken ein wenig tiefer hängen,  den Wandel, den jedes Land zu jeder Zeit durchmacht, nicht nur negativ bewerten und nicht immer gleich in Panik verfallen!

Und nun viel Spaß beim Fasten – und natürlich beim Schmökern

in Ihrem neuen KARLSRUHER KIND!

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