Editorial Januar 2018

Herausgeber und Chefredakteur Karl Goerner

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

ein neues Jahr beginnt. Wir alle haben Wünsche für 2018, manche haben auch Vorsätze.  Laut Statistik wollen diesmal sehr viele Menschen den Gebrauch ihrer Smartphones einschränken, und wie immer haben vielen Menschen vor abzunehmen oder das Rauchen aufzugeben. Wie wäre es denn, wenn wir heuer versuchen würden, einfach mehr zu genießen?

Michel de Montaigne sagt: „ Der Genuss ist es,  der uns glücklich macht, nicht der Besitz.“ Und genießen kann man auch im Kleinen. Mir fällt dabei ein, welches in meiner Erinnerung das beste Brot war, das ich je genossen habe. Das ist viele Jahre her. Es war beim Abendmahl kurz nach meiner Konfirmation. Ein winziges Stück Bauernbrot. Ich kann mich nicht erinnern, jemals wieder so ein intensives Brotgeschmackserlebnis gehabt zu haben. Minutenlang wälzte ich dieses Stückchen im Mund hin und her ohne zu kauen oder es zu schlucken. Dann kam der kleine Schluck Rotwein dazu, der bei den Protestanten als Blut Christi beim Abendmahl gereicht wird. Diese Mischung führte zu einer Geschmacksexplosion, die mir wahrhaft göttlich vorkam…

Man sieht,  genießen muss nicht teuer sein. Völlig kostenlos ist es auch, nach einem anstrengenden Tag ermattet in die Federn zu sinken und sich wohlig in die Schlafposition zu räkeln. Man muss lediglich ein wenig die Empfindung steuern, sich bewusst werden, dass man gerade ein Genusserlebnis hat.

Die meisten von uns haben schon erlebt, welche Labsal ein Schluck kühles Leitungswasser sein kann, wenn man im Sommer verschwitzt und durstig heimkommt .  Laut der Welthungerhilfe hat aber jeder 10. Mensch auf der Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Immer noch trinken 663 Millionen Menschen jeden Tag Wasser, das verschmutzt ist und krankmachen kann. Gierige, skrupellose Weltkonzerne graben zudem auf mehreren Kontinenten den dort lebenden Menschen das Wasser ab und verkaufen es ihnen dann in Flaschen – wenn die sich das leisten können. Dabei werden sie von korrupten oder zumindest dummen und kurzsichtigen Regierungen oftmals noch unterstützt.

Trinkwasser muss als Grundrecht anerkannt werden und darf kein Produkt im Wirtschaftskreislauf sein!

Das ist auch eines der Anliegen der Europäischen Brunnengesellschaft e.V. (www.brunnengesellschaft.de). Neben der Pflege, Erhaltung und Restaurierung städtischer Brunnenanlagen gehört dort auch das Anlegen und der Betrieb von Trinkwasserbrunnen sowie die Trinkwasserversorgung von Dürreopfern in Drittweltländern zu den Projekten. Der Sitz dieser Organisation ist in Karlsruhe, Präsident des Vereins ist unser ehemaliger Erster Bürgermeister Harald Denecken. Spenden sind jederzeit willkommen.

Genuss kann auch sein zu helfen, sich zu engagieren, zu wissen, etwas Richtiges und Wichtiges getan zu haben. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen ein genussreiches 2018! Starten Sie mit Genuss beim Schmökern in Ihrer Elternzeitung!

P.S.: Abnehmen können Sie dann auch noch im März.