Chaotische Momente gibt es viele in diesen vier Büchern. Ob in einer durchgeknallten Familie oder bei zwei ungleichen Mäuseschwestern Auch in einem Bilderbuch, das nicht erzählt werden kann, weil der Protagonist ständig queer schießt oder in der dystopischen menschenleeren Umgebung eines Jugendromans. Viel Freude beim Lesen und Betrachten.
Ich war`s nicht

Eigentlich soll in diesem witzigen Bilderbuch der Unterschied zwischen Groß und Klein gezeigt werden. Marcel, der Vogel mit den bunten Federn und dem gelben Schal ist groß und Steve, der Wurm mit der roten Mütze ist…. Bevor noch das Wort „Klein“ ausgeschrieben werden kann, ist Steve nicht mehr da. Ob Marcel ihn etwa gefressen hat? Alles deutet darauf hin und trotz vieler Ermahnungen, tut es Marcel immer wieder. Ob das für Marcel gut ausgehen wird? Soviel sei verraten: Steve ist am Ende wohlauf! Die Besonderheit an diesem außergewöhnlichen Buch ist die chaotische Slapstickgeschichte, in der die betrachtenden Kinder direkt angesprochen werden und sich mit der Erzähl-Stimme identifizieren können. Sehr lebendig und herrlich durchgeknallt.
Susannah Lloyd, Kate Hindley (Illustr.): Ich war`s nicht. 32 Seiten, gebunden, 24×30 cm, Beltz&Gelberg 2026, ISBN: 978-3-407-75253-6, € 15, empfohlen ab 3 Jahren
Das Beste an uns

Dort wo alle Mäuse wohnen, auf dem riesigen goldenen Feld voller leckerer Getreideähren leben auch die beiden Mäuseschwestern Atti und Georgia. Die eine laut, trampelig und voller überschäumender Energie. Die andere etwas kränklich, schüchtern und langsam. Irgendwie passen sie nicht zu den Anderen. Immer nur Verstecken und Langweilen, das ist auf Dauer nicht gut, also beschließen die zwei ungleichen Mäuse eine nächtliche Reise zu unternehmen. Dabei treffen sie auf das laute trampelnde Pony, die schimmernde kluge Motte und den mutigen Igel mit seinen rettenden Stacheln. Ohne die wäre das Abenteuer mit der Eule sicher nicht gut ausgegangen. Was Atti und Georgia aus ihrem nächtlichen Abenteuer mitnehmen, ist die wunderbare Erkenntnis, dass jeder mit seinen einzigartigen Eigenschaften und Fähigkeiten wertvoll ist. Eine wichtige Botschaft, die sicher durch das besondere Verhältnis der beiden Autorenschwestern inspiriert ist.
Christine Rickhoff, Stefanie Körner, Nikolai Renger (Illustr.): Das Beste an uns. Eine Geschichte über zwei ziemlich ungleiche Geschwister. 40 Seiten, gebunden, 22×28,5 cm, arsEdition 2026, ISBN: 978-3-8458-6755-7, € 16, empfohlen ab 4 Jahren
Kein Chaos ist auch keine Lösung

Wer den ersten Band dieser Chaos verbreitenden Familien- und Freundschaftsgeschichte gelesen hat, kennt Hope bereits und weiß, mit was sie sich tagtäglich herumschlagen muss. Jetzt dreht sich alles um die fälschlicherweise viel zu groß ausgefallene Bestellung von Bohnendosen. Wie soll das Familiencafé Crumble die unter die Gäste bringen? Hope wäre nicht Hope, wenn sie zwischen esoterischer Tante, sich überschätzendem Bruder und wunderbarer Koch-Oma nicht unkonventionelle Lösungen finden würde. Natürlich ist da auch Skyla, die mobbingbegeisterte Erzfeindin in der Schule, die keine Gelegenheit auslässt Hope bloßzustellen. Zum Glück hat Hope wirkliche Freundinnen und erkennt sofort, wer es gut mit ihr meint. Und so meistert sie die ein oder andere Katastrophe mit Bravour, weit weg von einem ruhigen Familienleben. Ein klassischer Teenie-Sommer-Lesespass mit viel Glitzer auf dem Cover.
Catherine Wilkins: Kein Chaos ist auch keine Lösung. Katastrophen sind unser Familienrezept. 208 Seiten, gebunden, 14,5×22,5 cm, arsEdition 2026, ISBN: 978-3-8458-7064-9, € 14, empfohlen ab 10 Jahren
Irgendwo zwischen den Welten

Wie fühlt es sich wohl an, komplett gestrandet zu sein? Sich nicht nur etwas verlaufen zu haben oder orientierungslos zu sein, sondern tatsächlich der einzige Mensch inmitten einer komplett verlassenen Landschaft zu. So ergeht es dem Jungen in diesem spannenden Jugendbuch aus der Reihe super lesbar. Er sitzt wie jeden Morgen im Zug, etwas müde und genervt von seinen Mitreisenden. Er kennt den Tunnel, durch den sie jetzt fahren und weiß genau wie lange er ist. Doch an diesem Morgen scheint er kein Ende zu nehmen und als der Zug abrupt bremst und der Junge aussteigt, sind alle anderen Fahrgäste verschwunden. In dieser mysteriösen menschenleeren Kulisse gibt es sogar eine Stadt, die völlig verlassen ist. Nicht ganz, wie sich herausstellt. Er trifft auf ein Mädchen und nach anfänglichen Schwierigkeiten miteinander versuchen beide gemeinsam einen Ausweg aus dieser skurrilen Zwischenwelt zu finden.
Kurze Sätze, eine einfache Sprache und ein übersichtliches Layout machen dieses Buch zu einem schnellen Lese-Erfolgserlebnis.
Franziska Gehm: Irgendwo zwischen den Welten. Reihe super lesbar. 104 Seiten, gebunden, 13×20 cm, Gulliver bei Beltz&Gelberg 2026, ISBN: 978-3-82478-3, €11, empfohlen ab 13 Jahren





