Kinderspiele des Jahres 2026

2001 vergab die Jury „Spiel des Jahres“ zum ersten Mal einen eigenen Preis für ein „Kinderspiel des Jahres“. „Klondike“, ein Spiel um Goldwäscherinnen und Goldwäscher am gleichnamigen kanadischen Fluss, wurde damals ausgezeichnet. Iris Treiber stellt die Kinderspiele vor, die die Jury 2026 gewählt, nominiert und empfohlen hat.


Die Insel der Mookies

Gewählt zum „Kinderspiel des Jahres 2026“. Zu zweit besuchen wir „Die Insel der Mookies“ und sammeln Trophäen. Fünf verschieden Mookie-Familien gibt’s, Sonne, Mond, Muschel, Blatt, Fossil, dazu sieben Spinnen. Die Mookies und die Spinnen sind auf 36 zweiseitig bedruckten Karten zu finden, jedes Mookie ist einen Punkt wert. Spezielle Glitzer-Mookies bringen zwei Punkte. Wir mischen alle Karten zu zwei Stapeln. Abwechselnd nehmen wir eine Karte von einem der beiden Stapel und entscheiden, mit welcher Seite nach oben wir sie vor uns sammeln. Spinnen allerdings legen wir bei der anderen Person ab. Sind alle Karten eines Stapels verteilt, schauen wir, wer die Mehrheiten hat. Jede Familien-Mehrheit bringt eine Trophäe, wer die meisten Spinnen hat, muss eine Trophäe abgeben. Wenn wir mit unseren Trophäen die meisten Punkte erzielen, gewinnen wir. Spannend wird dieses wunderbare, einfache Spielchen auch dadurch, dass wir, wenn wir eine Spinne ziehen, besonders gut abwägen müssen: Geben wir sie der anderen Person oder nehmen wir das Mookie auf der anderen Kartenseite bei uns auf? Vierjährige denken darüber vielleicht noch nicht so viel nach, das tut ihrer Freude am „kindespiel des Jahres 2026“, „Die Insel der Mookies“, jedoch keinen Abbruch. 

„Die Insel der Mookies“ von Florian Sirieix, Kosmos, zwei Personen ab vier Jahren, etwa 15 Euro


Buh Party

Nominiert zum Kinderspiel des Jahres 2026. Ungebetene Gäste? Sind manche von uns hier auf unserer „Buh Party“. Sie haben sich nämlich als Monsterchen, Werwolf, Vampir, Troll…, eingeschlichen und hoffen, dass die Wahrsagerin sie in ihrer Verkleidung nicht erkennt. Die Wahrsagerin wiederum möchte herausfinden, wer von uns nicht eingeladen wurde.

18 niedliche Verkleidungen, Fee, Zauberin, Skelett, Spinne…, gibt’s, dazu passend 18 Kostüm- und 18 Visionskarten. Für jeden von uns wird eine Visionskarte verdeckt aus dem Spiel entfernt. Eine*r ist die Wahrsagerin und bekommt die restlichen Visionskarten, die anderen sind die Monster und haben ihre Monsterkarte vor sich liegen. Die 18 Kostümkarten liegen offen bereit. Die Wahrsagerin deckt in jeder Runde eine Visionskarte auf und stapelt sie vor sich. Die, die aus dem Spiel genommen wurden, können natürlich hier nicht auftauchen. Wir alle müssen uns diese Karten gut merken. Dann schließt die Wahrsagerin die Augen, und die Monster decken ihre Monsterkarte mit einer Kostümkarte zu. Dabei müssen sie beachten, dass sie keine Verkleidung wählen, die die Wahrsagerin in ihren Visionen bereits gesehen, also bereits vor sich gestapelt, hat. Das wird natürlich immer schwieriger, und irgendwann passiert den Monstern, vielleicht, ein Fehler und sie wählen eine falsche Verkleidung. Wenn die Wahrsagerin das bemerkt, gewinnt sie. Die Monster gewinnen, wenn sie keinen Fehler machen oder die Wahrsagerin sich täuscht. Das ist einfach und lustig. Ganz besonders ist, dass alle Verkleidungskarte Augenlöcher in unterschiedlicher Ausführung haben. Wenn wir sie auf unsere Monsterkarten legen, schauen die Monsterchen also immer durch diese Löcher.

„Buh Party“, asymmetrisches, halbkooperatives Merkspiel von Florian Sireix und Benoit Turpin, Loki/Hutter, zwei bis sechs Personen ab fünf Jahren, etwa 12 Euro


Verflixt verzaubert

Nominiert zum Kinderspiel des Jahres 2026. „Verflixt verzaubert“ sind hier die Zauberschüler*innen, denn der unerkannte Dieb stiehlt gerade heimlich vier Zaubergegenstände. Wer ist schneller wieder auf dem Startfeld im Schloss? Der Dieb mit den vier Gegenständen, dann gewinnt er. Oder die Zauberschüler*innen, nachdem sie die Eigenschaften des Diebs herausgefunden haben? Wir spielen auf einem Plan aus 5 x 5 Quadraten, der eine Schlosslandschaft zeigt. Dort liegen 15 verdächtige Zauberwesen auf verdeckten Plättchen aus. Insgesamt sind es 16 Verdächtige, ein Plättchen hat der Dieb, es legt seine Identität fest. Sie ist durch die Eigenschaften eindeutig definiert: Drache, Fee, Kobold oder Geist? Grün, gelb, blau oder pink? Brille, Hut, Tasche oder Schal? Die Zauberschüler*innen finden auf ihrem Weg immer mehr Eigenschaften heraus und können nach und nach Verdächtige ausschließen. Der Dieb sammelt unterwegs Gegenstände ein, bis er die vier gesuchten gefunden hat. „Verflixt verzaubert“ ist ein tolles, kindgerechtes Deduktionsspiel, bei dem Kinder lernen, wie sie aus Hinweisen Schlüsse ziehen können. 

„Verflixt verzaubert“, asymmetrisches Deduktionsspiel von Thomas Dagenais-Lespérance, Game Factory, zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, etwa 24 Euro


Kleiner Stinker

Empfohlen zum Kinderspiel des Jahres 2026. Wir verteilen unsere 20 Symbol-Würfel gleichmäßig unter uns und legen sie auf unsere Hundekarte. Wenn wir dran sind, stecken wir alle Würfel, die wir derzeit dort haben, dem niedlichen, weichen Hundekopf von „Kleiner Stinker“ ins Maul. Er dient sozusagen als Würfelbecher und spukt alle Würfel wieder aus. Jetzt verteilen wir sie nach den erzielten Ergebnissen. Nieten, also leere Würfelseiten ohne Bild, kommen zurück auf unsere Hundekarte. Hunde kommen, beliebig verteilt, auf die Würfelkarten der anderen. Knochen kommen auf die Knochenkarte und sind aus dem Spiel. Schlammflecken kommen auf die Schlammkarte. Allerdings: Haben wir keinen Schlamm gewürfelt, müssen wir alle Würfel auf der Schlammkarte auf unsere Hundekarte legen. So verändert sich im Laufe des Spiels die Anzahl der beteiligten Würfel und die Anzahl der Würfel in unserem Besitz ständig. Wer zuerst keine Würfel mehr hat, gewinnt das aufregende, schön gestaltete Würfelspiel.

“Kleiner Stinker“, Würfelspiel, Exploding Kitten / Asmodee, zwei bis fünf Personen ab vier Jahren, etwa 15 Euro


Paleolino

Empfehlung zum Kinderspiel des Jahres 2026. Paleolino“ erinnert vom Namen und Design her an „Paleo“, dem Kennerspiel des Jahres 2021. Gemeinsam hat es mit diesem, dass es in der Steinzeit spielt, wir Rohstoffe benötigen und es kooperativ ist. In „Paleolino“ zeigen uns Baukarten an, was wir für ein Gebäude brauchen: mal ein Holz, mal ein Holz und eine Beere, mal ein Holz und zwei Steine… Die Rohstoffe rollt uns das Mammut Lino als Scheiben von einem Berg herunter. Sie landen in einer von vier Schubladen im Tal. Eine dürfen wir in jedem Zug öffnen und die Rohstoffe, die drin sind, verwenden. Hoffentlich haben wir uns gut gemerkt, in welcher das liegt. Und hoffentlich hat Lino das bereits heruntergerollt, was unsere nächste Baukarte von uns verlangt. Schaffen wir es gemeinsam, zehn Gebäude zu errichten, bevor Lino die Rohstoffe ausgehen? Dann haben wir dieses ungewöhnliche kleine Spiel mit vielen einladenden spielerischen Elementen gewonnen.

„Paleolino“, kooperatives Merkspiel von Marco Teubner, Hans im Glück / Asmodee, eine bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 29 Euro


Magische Spiegel

Empfohlen zum Kinderspiel des Jahres 2026. Wir haben „Magische Spiegel“, mit deren Hilfe wir stilisierte Gegenstände erkennen wollen. Was wir suchen, das sehen wir auf achsensymmetrischen Schwarzweiß-Kärtchen: Schirm, Eistüte, Auto, Glas, Mütze, Bühne, Hemd… Dazu gibt’s bunte Karten, die, wild durcheinander gezeichnet, diese Dinge immer nur halb zeigen. Mit Hilfe eines kleinen Spiegels versuchen wir, auf den bunten Karten das zu einem Ganzen zu ergänzen, was uns die Schwarzweiß-Karten vorgeben. In Variante 1 haben wir je eine eigene bunte Karte, auf der wir möglichst viel finden wollen. In Variante 2 liegt für uns alle nur eine bunte Karte zum Suchen aus. Das können wir, Variante 3, auch als Teams spielen. Alles, was wir finden, bringt Punkte, wer zum Schluss die meisten hat, gewinnt in den Wettkampfrunden das ungewöhnliche Spiel, bei dem wir gut und schnell beobachten müssen.

„Magische Spiegel“, Reaktions- und Suchspiel mit kooperativem und mit Wettkampf-Modus von Kseniya Kuznetsova, Ravensburger, zwei bis sechs Personen ab sechs Jahren, etwa 18 Euro


Iris

Iris Treiber

Iris Treiber schreibt spannende Rezensionen über sorgfältig ausgewählte Spiele für Kinder. Ihre Empfehlungen garantieren Spiel & Spaß für die ganze Familie.

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