Die Gartenzeit hat begonnen. Höchste Zeit also, dass wir uns auch am Spieltisch mit Pflanzen beschäftigen, Blumen blühen lassen, Früchte ernten und vieles mehr. Iris Treiber stellt Spiele rund ums Gärtnern vor.
Mein Garten

Wie schön, „Mein Garten“ gedeiht. Im Boden, auf quadratischen, braunen Plättchen, leben Regenwurm, Bänderschnecke, Maulwurf und Waldmaus, in der Luft, auf hellblauen, runden Plättchen, Honigbiene, Kohlmeise, Tagpfauenauge und Siebenpunkt-Marienkäfer. Auf der Wiese wachsen, dreidimensional, Gänseblümchen, Löwenzahn, Roter Klee und Vergissmeinnicht, auf dem Acker Karotte, Kopfsalat, Erdbeere und Radieschen. Wir stecken alles, frei oder nach Vorgaben von Memokarten, an seinen Platz im dreidimensionalen Spiel oder wir ernten. Für kleinere Kinder ist „Mein Garten“ erst einmal eine Einladung zum freien Spiel. Nach den Regeln zu spielen, das lernen sie nach und nach mit diesem naturgetreuen, kindgerechten, schönen Material.
„Mein Garten“ Kooperatives Merk und Steckspiel von Anna Oppolzer und Stefan Kloß, Ravensburger, ein bis zwei Personen ab 18 Monaten, etwa 16 Euro
Garden Apple Go!

Wer soll unseren Apfel fressen? In „Garden Apple Go!“, englisch für etwa „Los, Gartenapfel“, lieber der Wurm als die Schnecke, denn dann gewinnen wir gemeinsam. Und das geht so: Wir haben einen 5 x 10 Felder großen Garten-Spielplan. Dort können wir, je nachdem, wie schwer wir uns das Spiel machen wollen, dreidimensionale Baumstämme und Sitzbänke als Hindernisse aufstellen. Wir starten mit den Tieren an einer kurzen Seit des Gartens, der Apfel liegt gegenüber. Ein Würfel regelt, mit wie vielen Wurmkarten wir unseren Wurm verlängern dürfen oder ob die Schnecke zieht. Die geht immer geradeaus, während es drei Sorten von Wurmkarten gibt: geradeaus, rechtsrum, linksrum. Die Karten ziehen wir blind, und so passen sie leider nicht immer und das Würmchen kommt nicht voran. Wenn’s passt, legen wir an und kommen dem Apfel näher. „Garden Apple Go“ ist ein so einfaches wie originelles, gelungenes Lege- und Würfelspiel.
„Garden Apple Go!“, Würfel- und Legespiel von Gedas Bando, Logis, eine bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 19 Euro
Autsch

Wenn wir in die Dornen eines Kaktus greifen, rufen wir „Autsch!“ Das genau ist das Prinzip des gleichnamigen Spiels! Wir haben 44 Karten, die auf der Vorderseite einen Kaktus mit einer, zwei oder drei Blüten in Rot, Weiß, Blau oder Lila tragen. Auf der Rückseite gibt’s Dornen an einer, zwei oder drei Kartenkanten. Sechs Karten liegen verdeckt aus.
Reihum wählen wir eine Karte aus, fassen sie an einer Kante an und drehen sie um. Haben wir in Dornen gefasst? „Autsch!“ Haben wir nicht in Dornen gefasst, bekommen wir die Karte und jede Blüte ist ein Siegpunkt. Manche Karten tragen einen Fennek oder eine Schlange, sie ermöglichen Sonderpunkte. Auch für Sets aus verschiedenen Blüten oder für Mehrheiten bekommen wir Punkte. Es gibt selten ein Spiel, bei dem wir so schnell und einfach losspielen können. „Autsch!“ ist ein wunderbares Glücksspiel, bei dem wir zwischendurch viel Spaß haben.
„Autsch!“ Kartenspiel von Romain Caterdjian und Théo Rivière, Kosmos, zwei bis fünf Personen ab sechs Jahren, etwa 9 Euro
Qickedity Pickety

Bei „Quickity Pickity“ liegen Form-Kärtchen mit Birne, Melone, Erdbeere und Sternfrucht in vier Farben Rot, Gelb, Grün und Blau aus. Jede Frucht hat entweder einen lachenden oder einen traurigen Mund. Alle Kärtchen liegen verdeckt aus und gleichzeitig decken wir mit einer Hand immer eines auf. Unser Ziel: Wir wollen möglichst viele Früchtesets sammeln, die genauso zusammengesetzt sind, wie es die aktuelle Marktkarte vorschreibt. Ein Set besteht immer aus Früchten gleichen Mundes mit gleicher Farbe oder gleicher Form. Mal bekommen wir nur für Zweier-, Vierer oder Sechsersets Punkte, mal umso mehr, je mehr Karten ein Set enthält. Mal gibt’s Minuspunkte, wenn wir weniger als drei Karten haben. Wer die meisten Punkte erzielt, bekommt die Marktkarte als Belohnung, wer zuerst drei Marktkarten hat, gewinnt das schnelle Reaktions- und Konzentrationsspiel, das viel Spaß macht.
„Quickity Pickity“, Reaktionsspiel von Mashiu, Oink Games, zwei bis fünf Personen ab sechs Jahren, etwa 20 Euro
Ab ins Beet!

„Ab ins Beet!“ mit den Salaten, Tomaten und Paprika! Unsere Beete bestehen aus jeweils vier quadratischen Karten, die an zwei Eckseiten von Zäunen in einer von drei Farben eingefasst sind. Dort wachsen Tomaten und Paprika in unterschiedlicher Anzahl und ganze oder halbe Salate. Drei Beetkarten bekommen wir, eine wählen wir aus, zwei geben wir an den einen Nachbarn und bekommen zwei von der anderen Nachbarin. Haben wir je drei Karten, fangen wir an, unsere Beete auszulegen. Nach vier Runden sind unsere Beete komplett. Basispunkte gibt’s für Beete mit ein- oder zweifarbigen Zäunen, für ganze Salate und für gleich viele Tomaten und Paprika. Sonderpunkte gibt’s für die drei Aufträge, die wir nach und nach gezogen haben: Mindestanzahl Tomaten und/oder Paprika, keine halben Salate, einfarbige Zäune… Wer die meisten Punkte hat, gewinnt das schnelle, unkomplizierte Legespiel, das viel Spaß macht. Besonders schön ist, dass es in einer Mini-Metalldose kommt, die in jedem Reisegepäck oder in der Hosentaschen Platz finden kann.
„Ab ins Beet“, Legespiel von Daryl Chow, Game Factory, zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 6 Euro
Gardlings

Mit unseren „Gardlings“ legen wir unseren eigenen Garten an, und zwar so lange, bis jemand genügend Diamanten erwirtschaftet hat, um das Siegerplättchen zu kaufen. „Gardlings“ sind kleine Plättchen, die an ihren Seiten halbe Edelsteine verschiedener Art tragen. Natürlich können wir immer nur gleiche zusammenlegen, um einen ganzen zu erhalten. Jeder Gardling hat eine besondere Fähigkeit: Plättchen bewegen, Münzen, Joker, Zusatz-Edelsteine… bekommen. Das Besondere: „Gardlings“ ist ein Bag Building-Spiel, ein Beutel-Aufbau-Spiel. Bei diesem Spielprinzip haben wir je einen Beutel, aus dem wir zufällig ziehen. In jeder Runde kommen neue Teile dazu, die wir versuchen, möglichst taktisch auszuwählen.
„Gardlings“, Lege-Bag Building Spiel von Kristian A. Østby und Maria Østby, Schmidt, eine bis fünf Personen ab acht Jahren, etwa 32 Euro
Geschickt gesteckt

18 Blumenkarten in fünf Farben mit Fähigkeiten gibt’s, abwechselnd ziehen wir zwei und bieten der*dem anderen eine offen und eine verdeckt an. Die*der wählt eine, die andere gehört uns. Die Karte kommt nun, wie sie ist, also offen oder verdeckt, in die eigene Auslage. Haben wir dort je vier Karten, werten wir nach den Fähigkeiten der Blumen: Farbe wechseln, Punkte für rote Blumen, Karten tauschen,… Es ist nicht einfach, die eigene Auslage zu optimieren und das Beste zu bekommen. Klein, fein, spannend – „Geschickt gesteckt“ ist ein einfaches Kartenspiel mit realistisch und schön gezeichneten Blumen.
„Geschickt gesteckt“, Karten-Sammelspeil von Elizabeth Hargrave, Frosted / button shy / Pegasus, eine bis zwei Personen ab acht Jahren, etwa 15 Euro
Homefarming

Rettich: Saat von Februar bis August, Ernte von Mai bis November. Artischocke: Saat im Mai und Juni, Ernte im August und September… Auf insgesamt 84 Obst- und Gemüsekarten erfahren wir, wie wir die Pflanzen behandeln müssen. Das ist wichtig, denn in „Homefarming“ kümmern wir uns von März bis November um unseren Hausgarten, um möglichst viele „Lecker-Punkte“ zu erzielen. Die gibt’s für die reiche Ernte in der richtigen Jahreszeit. Auch wenn wir uns gut kümmern, Hühner versorgen, Gewächshäuser betreiben, werden wir belohnt. Es ist unglaublich, wie nah das Spiel an der Arbeit in einem echten Hausgarten ist und wie unglaublich viel Spaß das macht – obwohl wir so viel dabei lernen.
„Homefarming“, Taktik-Kartenlege-Spiel von Judith Rakers und Michael Kallauch, Kosmos, zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 33 Euro
Lacuna

Soo schönes und schlichtes Material… In „Lacuna“ spielen wir mit 7×7 kleinen, filigranen gestaltete Holzblüten in sieben Farben, dazu haben wir je sechs schwere Spielfigürchen aus Metall. Die Blüten verteilen wir zufällig und locker auf einem schwarzen Spieltuch, das einen See darstellt. Nun setzen wir immer abwechselnd eine Figur zwischen zwei Blüten, sodass die drei, und sonst nichts, auf einer Linie liegen. Die Blüten sammeln wir ein, die Figur bleibt stehen. Sind alle zwölf Figuren gesetzt, verteilen wir die restlichen Blüten. Eine Blüte geht an die Person, deren Spielfigur am nächsten dran ist. Danach zählen wir, wie viele Blüten wir in jeder Farbe haben. Wer mehr hat, bekommt einen Punkt, wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Hört sich einfach an? Nun, ist es im Prinzip auch. Allerdings: Eine echte taktische Herausforderung ist, die Spielfiguren so einzusetzen, dass sie später möglichst nah an möglichst vielen Blüten sind. „Lacuna“ lädt richtig zu einer kleinen Rudne zwischendurch ein.
„Lacuna“, Taktispiel von Mark Gerrits, Huch/Savanna/CMYK, zwei Personen ab acht Jahren, etwa 28 Euro
Pick a pen – Gärten

Bei „Pick A Pen Gärten “ würfeln wir. Allerdings: Dazu haben wir dicke, sechskantige Buntstifte in fünf Farben: Rot, Grün, Blau, Lila, Orange. Sie tragen ganz oben auf jeder Seite einen Würfelwert: 1, 1, 2, 3, 4 oder 5. Außerdem haben wir Spielbögen in drei Schwierigkeitsstufen, auf denen „Gärten“ aus drei bis sechs sechseckigen Feldern angeordnet sind. Wir würfeln, ja, tatsächlich, mit allen Stiften und wählen einen aus. Mit ihm, und damit in seiner Farbe, dürfen wir nun die erzielte Anzahl, also eines bis fünf, zusammenhängende Gartenfelder ausfüllen. Unser Ziel: möglichst viele gleichfarbige Gärten oder Gärten mit Feldern aus je einer Farbe auf unserem Spielplan auszumalen. Das bringt Punkte und wer die meisten erzielt, gewinnt. Spannend. „Pick A Pen“ ist eine kleine Spielereihe, die alle nach diesem ungewöhnlichen Prinzip gespielt werden, und zwar sehr gerne immer mal wieder zwischendurch.
„Pick A Pen – Gärten“, Papier-und-Stift-Würfelspiel von Reiner Knizia, Amigo, zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 10 Euro
Schwarze Rosen

„schwarze Rosen“ sind natürlich besonders wertvoll, und zwar so sehr, dass sie erst bei den Leveln 16 bis 20 ins Spiel kommen. In den vorherigen Leveln spielen wir mit einer Art Dominosteinen mit Blüten von sechs anderen Blumen. Die ordnen wir auf Spielwiesen von 6×6 Feldern an, und zwar möglichst so, dass sie die vorgegebenen Aufgaben bestmöglich lösen. Im einfachsten Fall bedeutet das, dass wir möglichst oft drei gleiche Blüten nebeneinanderlegen. Schwieriger wird es, wenn es fünf gleiche Blüten sein sollen, von außen nach innen gelegt werden muss oder wenn bestimmte Felder nicht belegt werden dürfen. Wer gerne knobelt, Blumen und schönes Spielmaterial mag, wird mit „Schwarze Rosen“ viele Stunden verbringen können.
„Schwarze Rosen“ Solo-Legespiel von Reiner Knizia, Schmidt, eine Person ab acht Jahren, etwa 15 Euro
Volle Kanne

Blumen brauchen Wasser. Wie viel? Das ist auf unserem Spielplan ganz genau geregelt: 2, 3, 4, 13, 14, 15, 24, 25 oder 26 Liter. Die bringen wir in „Volle Kanne“ mit Hilfe von Wasserwürfeln mit den normalen Augen von 1 bis 6. Mal müssen wir die Literzahl mit einem, mal mit zwei, mal mit drei Würfen erzielen. Schaffen wir das genau, gibt’s Zusatzpunkte. Schaffen wir es nicht, gibt’s die Differenz zum vorgegebenen Wert als Minuspunkte. Damit folgt „Volle Kanne“ einem sehr einfachen, gut durchdachten Spielprinzip, bei dem wir zwar reihum würfeln, jedoch immer alle eine Aktion ausführen dürfen. Zwei Schwierigkeitsstufen hat das Spiel, auf Stufe 2 wollen wir zusätzlich Blumenranken mit Wasserwerten unter 20 oder über 36 erwürfeln.
„Volle Kanne“, Papier-und-Stift-Würfelspiel von Sven. M. Kübler, NSV, eine bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 12 Euro
Wildwuchs

Auf unserer Wiese wachsen im „Wildwuchs“ blaues Flachblatt-Mannstreu, gelbe Ährige Teufelskralle, orangefarbene Lampionblume, roter Klatschmohn, und violetter Fingerhut. Auf jeder Pflanzenkarte ist ein kleiner Zugweg aus acht Feldern, manche Felder bringen Vorteile. Immer fünf Blumen liegen auf einem gestreiften Spielplan aus, die Streifen haben ebenfalls diese Farben. Welche Blume wo ausliegt, ist Zufall. Das heißt, eine blaue Blume kann auf den gelben Streifen liegen oder es können gleichzeitig drei rote in der Auslage sein. Das ist deshalb wichtig, weil darauf das Spielprinzip beruht: Reihum wählen wir eine Pflanze in der Farbe aus, die wir haben wollen. Gleichzeitig jedoch wachsen bei uns allen die Blumen in der Farbe, die der Streifen hat, von dem wir sie nehmen. „Wachsen“ bedeutet, dass wir, wie schön, einen kleinen Samen auf der entsprechenden Blumenkarte ein Feld vorwärts ziehen. Erst wenn der Samen auf dem achten Feld angekommen ist, stecken wir die die Blume aufrecht in unsere Wiese. Wer dort zum Schluss die meisten Blumen hat, gewinnt das schöne, freundlich gestaltete Kartensammelspiel.
„Wildwuchs“, Kartensammelspiel von Kaspar Lapp, Kosmos, zwei bis fünf Personen ab acht Jahren, etwa 23 Euro
Mycelia

„Mycelia“ ist das englische Wort für Myzel, und Myzel ist die Gesamtheit aller Fäden eines Pilzes. Unser Spiel heißt so, weil die Akteure auf unseren Karten Pilze sind. Sie sind niedlich und zart gemalt und mit ihren deutschen und lateinischen Namen bezeichnet. Mit ihrer Hilfe wollen wir unser Ziel erreichen, nämlich, die Tautropfen aus unseren jeweils eigenen Auslagen zu entfernen. Die Pilze geben vor, was wir tun dürfen: Tropfen weiterschieben, direkt entnehmen, Joker-Aktionen. Allerdings kommen nach einem ausgeklügelten Mechanismus immer wieder neue Tautropfen nach und stellen uns vor neue Aufgaben. Alles greift hier ineinander, wir planen und bauen unser Kartendeck entsprechend aus, und wenn wir Glück haben, sind genau unsere Tautröpfchen als Erste verschwunden und wir haben gewonnen. Einfach nur schön. „Mycelia“ ist ein rundum gelungenes, abwechslungsreiches und klar strukturiertes Spiel, das viel Spaß macht.
„Mycelia“, Deckbau-Spiel von Daniel Greiner, Ravensburger, eine bis vier Personen ab neun Jahren, etwa 34 Euro
Bohnanza Dahlia

„Bohnanza Dahlia“ ist eine neu gestaltete Version vom wunderbaren Handelsspiel-Klassiker „Bohnanza“. Wir legen Beete auf zwei oder drei Dahlienfeldern an, ernten möglichst viele Blumen und verkaufen. Es gewinnt, wer die meisten Taler macht. Ein Blumenfeld ist eine Reihe aus Karten mit der gleichen Blumensorte, wir haben 20 am wenigsten wertvolle Moon Fire, 18 Fascination, 16 Bumble Rumble, 14 Apple Blossom, 12 Brother, 10 Scarlet, 8 Lights Out, 6 wertvolle Imperialois. Wie wir Karten ausspielen, folgt einem Mechanismus, der 1997, als „Bohnanza“ erschien, neu war: Die Handkarten dürfen nicht umsortiert werden und wir legen, erste Aktion, immer die vorderste ab. Gibt es kein passendes Blumenfeld, räumen wir eines frei und verkaufen, wenn’s geht, den Ertrag. Zweitens decken wir zwei Dahlien-Karten auf, die wir behalten können. Oder wir versuchen, sie günstig bei anderen einzutauschen oder zu verschenken. Denn, drittens, müssen wir Dahlien anbauen, also unsere aufgedeckten, getauschten, geschenkten Karten auf unseren Feldern ablegen. Schließlich ziehen wir als vierte Aktion Dahlienkarten nach. Das ist auch nach fast 30 Jahren noch klasse! „Bohnanza Dahlia“ ist ein schönes, spannendes Kartenspiel, bei dem wir Glück und ein bisschen Taktik brauchen. Schön ist auch, dass wir nur insektenfreundliche Dahlien-Sorten haben, bei denen kaum Staubblätter zu zusätzlichen Blütenblättern umgebildet sind.
„Bohnanza Dahlia“, Kartenspiel von Uwe Rosenberg Illustrationen von Beth Sobel, Amigo-Spiele, drei bis fünf Personen ab zehn Jahren, etwa 14 Euro
Botanicus

In „Botanicus“ haben wir unser eigenes Gartentableau, auf dem wir mit unserem Gärtner einen Garten anlegen. Siegpunkte gibt’s vorzugsweise dann, wenn wir das anpflanzen, was die Besucher*innen sehen wollen. Aktionen ermöglichen uns die vier Aktionsspalten auf dem gemeinsamen Spielplan, auf dem wir nacheinander unsere Blütenfigur einsetzen und bewegen. Das bringt Geld, Bewegung, Pflanzen oder Pflanzenwachstum. Was und wie genau, das wiederum regeln wir auf unserem Gartentableau mit Bonuswegen für unseren Spaten, unseren Geldsack und unseren Schubkarren. Während unser Gärtner durch unseren Garten zieht und immer die an ihn angrenzenden Blumen gießt, können wir noch Tiere einsetzen, um weitere Punkte zu bekommen. Das in etwa ist die Kennerspiel-Basisversion. Dann gibt es noch die deutlich komplexere Expertenspiel-Profivariante. So oder so, manchmal holpert „Botanicus“ ein bisschen. Das schöne Material entschädigt dafür.
„Botanicus“, Strategiespiel von Vieri Masseini und Samuele Tabellini, Hans im Glück, zwei bis vier Personen ab zehn Jahren, etwa 40 Euro
Gardeners

Bei „Gardeners“ dürfen wir nicht miteinander reden. Unsere Aufgabe: Gemeinsam in einer Sanduhrlänge von 15 Minuten einen 6×6 Plättchen großen Garten zu legen und dabei ständig wechselnde Anweisungen zu beachten. Das Dumme: Jede Anweisung kennt immer nur eine*r von uns. Wir haben immer nur die Möglichkeit, Plättchen, die unserer Vorgabe widersprechen, wieder aus der Auslage zu nehmen. Wir hoffen, dass die anderen so erkennen, was unsere Vorschrift ist. Gar nicht so einfach. Deshalb haben uns die Spielemacher*innen drei Einführungsrunden vorangestellt, in denen wir die verschiedenen Typen von Vorgabenkarten kennenlernen und einüben können. Dass wir nicht sprechen dürfen, fällt uns hier nicht immer wirklich leicht. Je besser wir die Vorgabenkarten kennen, umso leichter kommen wir ins Spiel und umso mehr Spaß haben wir beim ungewöhnlichen „Gardeners“. Für Profis gibt’s noch Vorschriften-Karten für Fortgeschrittene.
„Gardeners“, deduktives Legespiel im Schweigen von Kasper Lapp, Sit Down, eine bis vier Personen ab zehn Jahren, etwa 30 Euro
Gloomies

In Phase 1 pflanzen wir bei „Gloomies“, Mondlilie, Orbit-Blume, Sonnendistel und Galaxie-Mohn, in Phase 2 pflücken wir sie. Wir haben ein Beet mit sechs Reihen mit je fünf Pflanzplätzen, auf jedem muss eine bestimmte Blume wachsen. Wir spielen Karten aus, um möglichst viel zu pflanzen, brauchen die Karten jedoch auch, um später zu pflücken. Pflanzungen bringen zudem Chips für bestimmte Aktionen. Mit den Blumen erfüllen wir Aufträge oder setzen sie nach einem ausgeklügelten System auf unserem eigenen Spielplan ein. Allerdings: Aufträge bringen nur Punkte, wenn wir sie komplett erfüllen, also alle dort geforderten Blumen einsetzen. Blumen auf dem eigenen Spielplan punkten in jedem Fall, aber weniger. So überlegen wir hin und her, kommen nach mehreren Runden dahinter, was besonders günstig ist, brauchen ein bisschen Glück und haben will Freude an diesem schön gestalteten Spiel.
„Gloomies“, Taktikspiel von Filippo Landini, Ravensburger, zwei bis vier Personen ab zehn Jahren, etwa 35 Euro
Pergola

Pflanzen und Insekten anlocken, das in etwa ist die Basis-Aufgabe bei „Pergola“. Welche Pflanzen, welche Insekten? Das hängt ein bisschen von unserer Strategie ab: Stockmalven bringen viele Punkte in vielen Farben, Marienkäfer, wenn sie auf möglichst verzweigten Magnolien sitzen, Libellen, Schmetterlinge und Lavendelblätter einfach so, Lavendelblüten dagegen nur mit Bienen, Waldreben nur paarweise… Reihum nehmen wir ein Gartenwerkzeug, das mit einer Aktion und zwei Blüten, Insekten oder Lampions für eine Bonusaktion verknüpft ist. Pflanzen und Tiere legen wir auf unserem Tableau passend ab, Aktionen führen wir aus: Insekten zu Blüten oder zum Vogelhäuschen bringen, auf den Seerosenblättern oder am Wasserfall welche sammeln. Nebenbei versuchen wir noch, Honiggläser zu füllen. Egal, was wir tun, alles hilft irgendwie und kann, wenn wir es über die 15 Runden oft genug wiederholt haben, Sonderpunkte bringen. Das alles geschieht mit schönem, freundlich gestaltetem Material, das an sich schon eine Wohlfühl-Atmosphäre verbreitet. Gelungen ist auch die Spielanleitung, die uns sicher durch die Vielfalt führt. Kompliziert ist es nicht, und es macht Spaß. So kommen wir gut üpber den Winter.
„Pergola“, Sammelspiel von Michał Gołąb Gołębiowski und Przemek Wojtkowiak, Rebel/Asmodee, eine bis vier Personen ab zehn Jahren, etwa 40 Euro
Sattgrün

Keinen grünen Daumen? Macht nichts. In „Sattgrün“ gestalten wir unser blühendes Zuhause, indem wir schachbrettartig Pflanzen- und Zimmerkarten auslegen. Die Karten und dazu passend Plättchen mit Möbeln, Haustieren, Gießkannen gibt’s in fünf Farben. Immer vier Plättchen liegen aus, jedes ist mit einem Zimmer und einer Pflanze kombiniert. Wenn wir dran sind, nehmen wir eine Ein-Plättchen-eine-Karte-Kombination und fügen sie unserem Zuhause hinzu. Wichtig ist dabei, dass in den Zimmern die Lichtverhältnisse für die dort angelegten Pflanzen stimmen. Zum Schluss gibt’s Punkte für fast alles, etwa für passendes Licht, für farbliche Vielfalt, für wertvolle Blumentöpfe… „Sattgrün“ ist eine wunderbare Weiterentwicklung von „Cascadia“, dem „Spiel des Jahres 2022“. Bestechend schön und realistisch sind die Zeichnungen der Pflanzen. Lust auf Grün? Dann schnell in die Gärtnerei…
„Sattgrün“, Legespiel von Molly Johnson, Robert Melvin, Aaron Mesburne, Kevin Russ und Shawn Stankewich, Kosmos, eine bis fünf Personen ab zehn Jahren, etwa 30 Euro




