Seit 2001 vergibt die Jury „Spiel des Jahres e.V.“ neben ihrem gleichnamigen Hauptpreis auch den Preis „Kinderspiel des Jahres“. Drei Gesellschaftsspiele für Kinder ab etwa vier bis ab etwa sechs Jahren werden nominiert, eines davon, dieses Jahr „Topp die Torte“, bekommt den Titel, weitere werden empfohlen. Iris Treiber stellt die sechs 2025 ausgewählten Kinderspiele vor.

Topp die Torte
Ausgezeichnet. Nach und nach legen wir bei „Topp die Torte“ sieben Tortenschichten. Immer zwei Schichten haben wir zur Auswahl. Jede trägt von der Unter- bis zur Oberkante verschieden breite Streifen in fünf Farben. Einige sind mit Sonderpunkt-Symbolen versehen. Wir wollen die nächste Tortenschicht immer so und nach Augenmaß anlegen, dass wir möglichst viele Farbstreifen passend miteinander verbinden. Das bringt Siegpunkte, wer die meisten erzielt, gewinnt dieses einfache, ungewöhnliche, spannende, schön gestaltete Legespiel.
„Topp die Torte“, Legespiel von Wolfgang Warsch für zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, Schmidt, etwa 28 Euro
Cascadia Junior
Nominiert. Cascadia ist das „Spiel des Jahres 2022. In der Kinderfassung „Cascadia Junior“ erschaffen wir unsere eigene Naturlandschaft aus Wildnisplättchen. Jedes Plättchen besteht aus zwei Sechsecken, jedes Sechseck zeigt eine von fünf Landschaften und eines von fünf Tieren: Feuchtgebiet, Fluss, Gebirge, Prärie, Wald und Bär, Bussard, Fuchs, Hirsch, Lachs. Immer, wenn es uns gelingt, drei gleiche Landschaften oder drei gleiche Tiere nebeneinander auszulegen, bekommen wir einen Siegpunkt-Chip. Wie viele Punkte er bringt, das erfahren wir erst am Spielende. Wir brauchen also neben einer guten Taktik auch ein bisschen Glück. „Cascadia Junior“ ist einfach nur schön! Alles greift ineinander, das „Cascadia-Prinzip“ wurde auf wunderbare Weise vereinfacht.
„Cascadia Junior“, Legespiel von Fertessa Allyse und Randy Flynn, Kosmos, zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, etwa 27 Euro


Die Mäusebande
Nominiert. „Die Mäusebande eilt der Zahnfee zu Hilfe“, so lautet der komplette Titel des Spiels. Denn wir Mäuschen sammeln für sie nachts die je drei kleine, mittelgroße und große Zähne der Tierkinder ein. Wir gewinnen gemeinsam, wenn wir es schaffen, bevor der Mond untergeht. Die verdeckt im Quadrat ausgelegten Wald-Plättchen tragen zwei Informationen: Welches Tierkind ist es und wie groß ist sein Zahn? Suchkarten geben das Tier, der Zahnvorrat gibt die Zahngröße vor. Reihum decken wir eine Suchkarte auf. Unter welchem Wald-Plättchen befindet sich das Tier? Die anderen zeigen schweigend an, wo sie die passende Waldkarte vermuten, indem sie ihre Mäusefigur an eine Spalte oder Reihe in der Auslage stellen. Für größere Kinder gibt es eine Fortgeschrittenen-Variante, bei der weitere Wald-Plättchen mit einem Bösewicht und Spezialeffekten verdeckt ausgelegt werden. Die ungewöhnliche Kombination zweier Suchvorgaben macht „Die Mäusebande“ zu einem ganz besonders gelungenes Merkspiel.
„Die Mäusebande“, Merkspiel von Christophe Lauras, Game Factory / Débâcle Jeux, zwei bis fünf Personen ab vier oder ab sechs Jahren, etwa 20 Euro
HiLo Dein Königreich
Empfohlen. Wir starten bei „HiLo Dein Königreich“ mit einer Auslage aus zwei Reihen mit je sechs verdeckten Karten. Runde für Runde decken wir eine auf mit dem Ziel, sie gegen eine bessere vom Nachzieh- oder vom Ablagestapel auszutauschen. Besser sind Karten dann, wenn sich zwei halbe Sterntaler von benachbart liegenden Karten zu einem ganzen ergänzen. Oder wenn sie mit anderen Karten ein Set aus Hüter und gehüteten Tieren bilden. Zum Schluss, wenn alle Karten offen liegen, zählen wir unsere Sterntaler, und wer die meisten hat, gewinnt, „HiLo Dein Königreich“ folgt dem Spielprinzip von HiLo, bei dem wir allerdings niedrigere Zahlenkarten gegen höhere austauschen. Ganz schön aufregend, wenn wir bangen und hoffen, dass wir die richtigen Karten vorfinden.
„HiLo Dein Königreich“, Kartenspiel von Emilie und Jérôme Soleil, Schmidt, zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, etwa 16 Euro


Käpt’n Kuck
Empfohlen. Bei „Käpt’n Kuck“ lesen wir zur Einstimmung eine von 15 Klabautergeschichten. Dann sind wir unterwegs zu einer von 30 Schatzinseln, die wir an drei, in der schwierigeren Variante an fünf, von insgesamt 16 möglichen Merkmalen erkennen: Delfine, Möwen, Schildkröte, Hütten, Floß, Felsen, Vulkan, Wasserfall…. Das Tolle: Wir schauen durch ein Fernrohr. Dort sehen wir nacheinander Merkmale, und wir entscheiden gemeinsam, ob wir sie auch auf der, nun verdeckten, Schatzinsel-Karte gesehen haben. Vorsicht, manchmal greifen uns Piraten an und zerstören unsere Segel. Haben wir uns für drei Motive entschieden, überprüfen wir unsere Inselkarte: Sind wir auf der richtigen gelandet? Dann haben wir gemeinsam gewonnen. Unglaublich, wie sehr wir durch das Fernrohr in diesem ungewöhnlichen Merkspiel mitten im Seefahrer-Thema sind!
„Käpt’n Kuck“, Merkspiel von Gerard Ribas, Pegasus, eine bis sechs Personen ab fünf Jahren, etwa 18 Euro
Syllaba
Empfohlen. In Syllaba“ sind wir die Astronautentiere Tiger, Panda, Krokodil oder Oktopus, die ihre Träume suchen, und sammeln möglichst als erstes Tier fünf Sterne ein. 25 Traumbilder-Karten legen wir in einem quadratischen Himmelsraster aus. Insgesamt zehn Vorlagen gibt’s dafür, sie zeigen auch, auf welchen Bildern wir jeweils die fünf Sterne in der eigenen Farbe deponieren und wo wir mit unserer Tier-Figur starten. Das Besondere ist, wie wir uns über das Spielbrett bewegen: Wir schauen uns das Traumbild an, auf dem wir stehen, und bilden ein Wort, dass dazu passt. Für jede Silbe, die dieses Wort hat, ziehen wir eine Karte weiter. Natürlich versuchen wir, das Wort so zu wählen, dass wir am Ende unseres Zuges auf einer Karte mit einem unserer Sterne enden. Den sammeln wir dann ein, und wer zuerst alle fünf gesammelt hat, gewinnt.
„Syllaba“, Taktik-Wort- und Sammelspiel von Urtis Šulinskas und Harris Tsagas, Board Game Box, zwei bis vier Personen von vier bis sieben Jahren, etwa 19 Euro




