Immer wieder kommen Spiele auf den Markt, die für zwei Personen gestaltet sind. Manchmal werden große Familienspiele, umgeschrieben, manchmal werden die Spiele speziell für zwei Personen entwickelt. Im zweiten Monat des Jahres stellt Iris Treiber Spiele für Zwei vor.
Pirate Ships

Sechs Mittelteile, dazu Bug und Heck, sind unsere „Pirate Ships“, englisch für Piratenschiffe, jeweils lang. Mindestens einen halben Meter liegen sie auseinander vor uns. Wir versuchen nun, mit unseren Kanonenkugel-Wurfscheiben die Mittelteile der*des Gegner*in zu treffen. Gelingt uns das zweimal, wird das Teil entfernt. Treffen wir den gegnerischen Kapitän oder den Bootschatz, haben wir Vorteile. Irgendwann hat eine*r von uns nur noch ein klitzekleines Ruderboot aus Bug und Heck, und dann hat natürlich die*der andere gewonnen. „Pirate Ship“ ist ein einfaches, flottes Geschicklichkeitsspiel für zwischendurch.
„Pirate Ships“, Geschicklichkeitsspiel von Alan Roach, Piatnik, zwei Personen ab fünf Jahren, etwa 11 Euro
Lost Cities – Abenteuer To Go

Wohin soll es gehen, um verlorene Städte, auf Englisch „Lost Cities“, zu finden? In den grünen Dschungel, die gelbe Wüste, den blauen See, den roten Vulkan oder den schwarzen Canyon? Das hängt vor allen davon ab, welche Karten wir aufdecken. Für jede Expedition liegen verdeckt Karten mit Werten von 1 bis 10 aus, und je mehr wir später in einer Farbe in aufsteigender Reihenfolge gesammelt haben, umso mehr Punkte gibt’s. Wenn wir dann noch mit Glück manche Werte verdoppeln können, gewinnen wir vielleicht dieses einfache, gelungene Sammel-, Glücks- und Taktikspiel mit Zockerelementen.
„Lost Cities“, Karten-Sammelspiel von Reiner Knizia, Kosmos, zwei Personen ab acht Jahren, etwa 12 Euro
Monnem Das Quadratespielchen

Natürlich spielen wir „Monnem Das Quadratespiel“ auf einem Plan aus lauter Fast-Quadraten. Er hat ein Raster mit Zeilen von 1 bis 7 und Spalten von A bis U. Zahlen und Buchstaben sind so angeordnet, dass wir in Grunde auf einem Mannheimer Quadrateplan spielen. Wir haben entweder zwölf weiße oder zwölf schwarze Spielsteine, dazu gibt’s zwei gelbe Zahlen- und drei rote Buchstabenwürfel. Abwechselnd würfeln wir mit allen fünf Würfeln und wählen einen gelben und einen roten aus. Das zeigt uns die Koordinaten des Quadrats, in das wir einen Spielstein setzen. Unser Ziel ist, zuerst drei Spielsteine waagrecht, senkrecht oder diagonal benachbart zu platzieren und damit zu gewinnen. Wer ein bisschen was über Mannheim erfahren will, findet in der Spielanleitung des originellen Würfelspiels einige Sehenswürdigkeiten beschrieben.
„Monnem“, Würfelspiel von Otmar Bettscheider und Karin Herrmann, Biwo, zwei Personen ab acht Jahren, etwa 12 min
Mabula

„Mabula“ kommt ohne großen Aufwand aus. Es besteht aus einem schlichten, schönen Vollholzbrett mit Kuhlen und aus Glasmurmeln. Sechsmal sechs Innen-Kuhlen gibt‘s, sie sind an jeder Seite von sechs Randkuhlen begrenzt. Eine spielt mit zwölf schwarzen, der andere mit zwölf weißen Murmeln. Alle Murmeln werden zufällig gemischt in die Randkuhlen gelegt. Wer dran ist, schiebt eine eigene Murmel vom Rand ins Brett. Was dort liegt, wird weitergeschoben, jedoch niemals wieder in eine Randkuhle. Das Ziel ist, so die größte zusammenhängende Gruppe aus Murmeln in der eigenen Farbe zu bilden. In einer Variante sollen möglichst Dreiergruppen erzielt werden. „Mabula“ ist eine spannende, knifflige Herausforderung für Zwei, die eine gute Taktik erfordert.
“Mabula“, Taktikspiel von Néstor Romeral Andrés, Steffen-Spiele, zwei Personen ab neun Jahren, etwa 29 Euro
Azul Duel

„Azul“, das wunderbare Legespiel und „Spiel des Jahres 2018“ um die schönsten Fliesen im Palast von Sintra, gibt es nun in einer Fassung für zwei Personen. Das Grundprinzip ist gleich, die Zusatzaktionen und die Wertung unterscheiden sich vom Original. Unser Ziel ist, Reihen mit einer bis sechs gleichfarbigen Fliesen zu bilden. Jede volle Reihe erlaubt uns, eine der Fliesen in unserem Kuppelbereich auf den dort von uns ausgewählten Kuppelplänen unterzubringen. Jeweils vier Fliesen passen dort hinein. Je nachdem, wie wir die Fliesen anordnen, bekommen wir am Ende jeder der fünf Runden Punkte. Zum Schluss werten wir noch drei Siegbedingungen, die sich ebenfalls auf die Anordnung der Fliesen beziehen. Schön. Wenn wir uns in die Zusammenhänge eingefunden haben, haben wir viel Freude an „Azul Duel“.
„Azul Duel“, Legespiel von Michael Kiesling, Asmodee / Plan B Games, zwei Personen ab zehn Jahren, etwa 28 Euro
Beer & Bread

Wir produzieren „Beer & Bread“, englisch für Bier und Brot, und zwar aus Wasser, Weizen, Gerste, Roggen und Hopfen über sechs Jahre. Dabei wechselnd sich fruchtbare und trockene Jahre ab, in denen leicht unterschiedliche Spielmechanismen gelten. „Beer & Bread“ gibt’s auf Karten, jede Karte kann eine von drei Funktionen einnehmen: Rohstoffe ernten/sammeln, verschiedene Brot- und Biersorten produzieren oder dauerhaft Vorteile nutzen. Zum Schluss vergleichen wir unsere Ergebnisse in der Warenart, in der wir weniger haben, und wer dort mehr hat, gewinnt. „Beer & Bread“ kann, wenn die Karten für beide günstig liegen, ein spannendes Taktikspiel sein. Allerdings gibt es auch Runden, in denen wir nicht viel Kartenglück haben, sodass alles, was wir gerne planen würden, nicht geht. Das stört uns mal mehr, mal weniger, immer jedoch entschädigt, das schöne Spielmaterial.
„Beer & Bread“, Kenner-Taktik-Glücksspiel vom Scott Almes, Deep Print / Pegasus, zwei Personen ab zehn Jahren, etwa 30 Euro
Sobek Das Duell

Bei „Sobek“ sind wir im Alten Ägypten und wollen reich werden. Dazu sammeln wir abwechselnd Plättchen von sechs verschiedenen Waren aus der Auslage. Haben wir mindestens drei gleiche, können wir verkaufen. Das bringt Effekte, Münzen und letztendlich Siegunkte. Wer die meisten hat, gewinnt. Richtig schön. „Sobek“ hat einen ganz besonderen Charme. Dazu gehört, dass immer das zuletzt genommen Plättchen regelt, welche Auswahl die*der andere hat.
„Sobek“, Taktik-Plättchen-Sammelspiel von Bruno Cathala und Sébastian Pauchon, Pegasus, zwei Personen ab zehn Jahren, etwa 20 Euro
Splendor Duel

„Splendor Duel“ ist die Zwei-Personen-Fassung des 2014 zum „Spiel des Jahres“ nominierten Spiels „Splendor“. Die Umsetzung ist wunderbar gelungen und sehr nahe am Original. Wir sind zwei Juwelier*innen und wollen die wertvollsten Schmuckstücke herstellen. Dafür benötigen wir bestimmte Juwelen-Chips, die wir abwechselnd aus einer Auslage nehmen und dann gegen Schmuckstück-Karten tauschen. Die bringen uns Sonderaktionen, Siegpunkte, Sieges-Kronen und einen Juwelen-Vorrat, auf den wir immer wieder zurückgreifen können. So versuchen wir, zuerst 20 Siegpunkte oder 10 Kronen zu sammeln und dieses spannende, anspruchsvolle Spiel zu gewinnen.
„Splendor Duel“, Strategiespiel von Marc André und Bruno Cathala, Space Cowboys / Asmodee, zwei Personen ab zehn Jahren, etwa 24 Euro
Tag Team

Auf in den Kampf! In „Tag Team“ messen wir am Spieltisch unsere Kräfte. Jede*r verfügt über ein Team aus zwei von zwölf Kämpfer*innen, jede*r Kämpfer*in hat einen eigenen Kartensatz und eigene Kraftreserven, die auf die Handlungsmöglichkeiten auf den Karten abgestimmt sind. Allerdings: Die Reihenfolge der Karten legen wir von Anfang an für das gesamte Spiel fest, Ergänzungen gibt’s immer genau dann, wenn eine Karte nachgezogen wird. Wir mischen also niemals und stecken die gezogene Karte an eine Stelle in der Kartenreihenfolge, an der wir sie für besonders nützlich halten. Nachgezogen wird immer dann, wenn wir die Karten, die bereits im Spiel sind, durchgespielt haben. In jeder Runde werden es also mehr, die Kämpfe dauern immer länger. Irgendwann hat jemand alle Lebenspunkte und damit das Spiel verloren. „Tag Team“ ist ein rundum gelungenes Deckbuilder-Spiel, also eines, bei dem wir unser Kartendeck nach und nach zusammenstellen. Es ist auch ein Auto-Battler-Spiel, also eines, bei dem die wichtigen Entscheidungen in der Vorbereitungsphase, also hier beim Deckbauen, getroffen werden. Daraus entwickelt sich dann der Kampf. Anspruchsvoll und spannend.
„Tag Team“, Auto-Battler- und Deckbuilder-Spiel von Gricha German und Corentin Lebrat, Kosmos, zwei Personen ab zehn Jahren, etwa 20 Euro
Tricky Traders

Es ist Markttag, und zwar morgens, mittags und abends, und genau genommen sogar über drei Tage. Wir sind die „Tricky Trades“, englisch für trickreiche Händler, und wollen einen vorgegebenen Marktstand unterstützen und einen anderen, ebenfalls vorgegebenen, sabotieren und damit die meisten Punkte gewinnen. Kunden, Persönlichkeiten und zerstörerische Ratten starten annähernd gleich verteilt an den Ständen. Mit unseren Einflusskarten, von denen wir beide jeweils den gleichen Satz haben, verteilen wir die Wesen immer wieder anders. Die Marktschreierin zieht Kunden an, der Rattenfänger fängt Ratten, die Verwalterin tauscht Standplätze… Zum Tagesende schauen wir, wie viel Ruhm die Personen bringen und wie viel Schaden die Ratten zufügen. Wer schafft es, die richtigen Marktstände nach drei Runden planmäßig unterstützt oder sabotiert zu haben? Die*der gewinnt das spannende, anspruchsvolle und doch klar geregelte Taktikspiel mit schönem Material.
„Tricky Traders“, kartengesteuertes Taktikspiel von Colin Dömer, Pegasus, zwei Personen ab zehn Jahren, etwa 24 Euro
Die Weiße Burg Das Duell

„Die Weiße Burg Das Duell“ ist die Zweipersonenvariante von „Die Weiße Burg“, einem rundum gelungenen, anspruchsvollen Strategiespiel. Wir haben je zwölf Spielzüge, dann ist das Spiel vorbei. In unseren Zügen setzen wir unsere Laternensteine möglichst geschickt in den Aktionsbereichen ein, dem Garten, der Burg oder dem Übungsplatz. So erhandeln wir mit unseren Ressourcen besondere Waren. Das alles bringt Punkte. Die gibt’s auch für blaue und weiße Kraniche, für Familiensiegel, für Fahnen, die wir möglichst hoch auf der Burg platziert haben. Wir müssen uns in diesem strategischen Spiel um eine möglichst gute Position bei Hof ganz schön konzentrieren, um mit den meisten Siegpunkten zu gewinnen. Das ist spannend und verläuft in jeder Runde anders, sodass wir das Spiel immer wieder gerne auf den Tisch holen.
„Die Weiße Burg Das Duell“, Strategiespiel von Shei S. und Isra C., Kosmos, zwei Personen ab zwölf Jahren, etwa 24 Euro




