Wer ist am schnellsten? Darum geht es bei Reaktionsspielen. Je nachdem, ob wir schnell schauen, schnell greifen oder schnell rufen sollen, kann das immer jemand anders sein. Damit möglichst alle viel Spaß haben, ist es wichtig, dass etwa gleichstarke Spieler*innen am Tisch sitzen. Denn, und das ist der Nachteil bei diesem Genre, die Langsameren verlieren immer, wenn sie keine Sondersiegbedingungen bekommen. Iris Treiber stellt verschiedene Reaktionsspiele vor.
Mysterix

Rote Fische mit schwarz-weißen Augen auf türkisfarbenem Grund. Katzen in fünf Farben auf blauem Grund. Bunte Anziehsachen auf schwarzem Grund. Wirklich nur Fische, Katzen, Kleidung? Nein. Denn immer eines der geschätzt 30 bis 90 Motive passt nicht dazu. Bei den Fischen etwa stört eine kleine Krabbe, bei den Katzen ein Hund, bei der Kleidung ein Eisbecher. Wer findet den Irrläufer zuerst? Dafür gibt’s Punkte, wenn wir zum Schluss die meisten haben, gewinnen wir. „Mysterix“ macht Kindern und auch alten Menschen viel Spaß.
„Mysterix“, Konzentrations- und Reaktionsspiel von Grégory Kirszbaum und Alex Sanders, djeco, zwei bis fünf Personen ab vier Jahren, etwa 13 Euro
Zicke Zacke

Die Tiere haben sich hinterm Zaun versteckt und lugen zwischen den Latten hervor. Jedes Zaunstück hat einen anderen farblichen Hintergrund. Wenn wir nun die Tierkarten nach und nach aufdecken, schauen wir, welchen Hintergrund das Zaunstück mit dem entsprechenden Tier hat und schlagen schnell darauf. Wer am schnellsten ist, bekommt das Tier und darf es auf seinen Misthaufen legen, wer die meisten Tiere sammelt, gewinnt.
„Zicke Zacke“, Reaktionsspiel von Marek Zoschl, Zoch, zwei bis fünf Personen ab vier Jahren, etwa 9 Euro
Jungle Speed Kids

„Jungle Speed Kids“ ist eine Merk- und Reaktionsspiel-Variante für Kinder, englisch Kids, von „Jungle Speed“, englisch für „Dschungel-Schnelligkeit“. Allerdings: Von den fünf Tierarten im Spiel leben drei, Löwe, Zebra, Giraffe, in der Steppe, nur die Bergelefanten und die Affen leben im Wald.
Der Löwe kann aus vier Karten zusammengesetzt werden, von jedem anderen Tier gibt es insgesamt vier Tierkopfpaare. Sie unterscheiden sich in der Blickrichtung ihrer Augen: nach oben, unten, geradeaus, geschlossen. Alle Karten liegen verdeckt um ein kleines Totem aus. Reihum decken wir immer eine Karte auf und wieder zu, außer: Wer sich erinnert, wo bereits ein anderes Tier der eben aufgedeckten Art liegt, greift schnell nach dem Totem, stellt es auf die andere Karte und deckt die dann auf. Stimmt’s? Prima, sie*er hat das Kartenpaar gewonnen. Löwenteile werden zusammengesetzt, ist der Löwe fertig, endet das Spiel. Wer die meisten Karten hat, gewinnt. Schwieriger wird’s, wenn es nicht um die Tiere, sondern um die Blickrichtungen der Augen geht. Oder, ganz schwierig: Wir müssen die gleichen Blickrichtungen tierpaarweis finden, wobei hier die Karten allerdings offenbleiben. Schönes Material, gute Übung für die Aufmerksamkeit, schönes Spiel.
„Jungle Speed Kids“, Reaktions- und Merkspiel von Tom, Yako, Marie und Will, Zygomatic/Asmodee, etwa 24 Euro
Rhino Hero Missing Match

In „Rhino Hero Missing Match“, englisch für etwa „Nashorn Held – das Passende fehlt“, sind wir Superhelden, die dem bösen Schurken das Handwerk legen wollen. Der lässt nämlich Runde für Runde einen Zwilling verschwinden, und wenn wir herausfinden, welchen, retten wir das Paar. 26 Zwillingspaare liegen aus. Reihum sind wir dran, eine dieser Karten zu entfernen, während alle anderen die Augen geschlossen haben. Sie öffnen die Augen und haben eine Sanduhrlänge Zeit, die noch ausliegenden Plättchen zu prüfen und einen Tipp abzugeben, welcher Zwilling nun alleine ist. Stimmt’s, gibt’s beide Plättchen zur Belohnung, sie bringen später Siegpunkte. Wer die meisten hat, gewinnt. Die Zeichnungen sind lustig und detailreich, die Idee ist super, das Spiel macht Spaß, und ja, das mag überraschen, es funktioniert, allerdings nur mit etwas älteren Kindern. Vierjährige brauchen entweder sehr viel mehr Zeit oder insgesamt weniger Karten in der Auslage, um „Rhino Hero Missing Match“ zu spielen.
„Rhino Hero Missing Match“, Beobachtungs- und Reaktionsspiel von Thade Precht, Haba, zwei bis vier Personen ab vier Jahren, etwa 11 Euro
Color Chaos

Bei diesen „Color Chaos“, also Farbchaos, haben wir insgesamt 24 Karten mit Szenen aus dem Alltag von Kindern: Radfahren, Buch vorlesen, Hasen füttern, planschen… Die Zeichnungen sind einfache Strichbilder, bei denen einzelne Flächen farblich in Rot, Blau, Gelb oder Grün ausgefüllt sind. Wie viele? Genau darum geht es. Per Würfel legen wir die Zielfarbe der Runde fest und versuchen nun gleichzeitig und so schnell wie möglich, die passende der sechs ausgelegten Karten zu erkennen. Wer die Karte zuerst findet und markiert, bekommt sie, wenn’s stimmt, als Punkt. Wer zuerst fünf Karten hat, gewinnt. Spannend ist noch, wie wir’s überprüfen: Auf jeder Karte gibt es ein kleines Lösungsfeld in jeder der vier Farben. Mit Hilfe eines Rotfilters können wir die Anzahl der entsprechenden Felder dort ablesen. „Color Chaos“ ist ein einfaches, schnelles Reaktionsspiel für zwischendurch.
„Color Chaos“, Reaktionsspiel von Wolfgang Dirscherl und Manfred Reindl, Piatnik, zwei bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 12 Euro
Cobra Paw

Bei Cobra Paw“ liegen 21 Ninja-Doppelsteine nach Dominostein-Art aus und wir haben zwei Ninja-Würfel. Insgesamt sind sechs verschiedene Motive im Spiel. Einfacher geht’s nicht: Wenn wir dran sind, würfeln wir und alle versuchen, den Stein zu schnappen, der die erzielten Motive trägt. Dabei ist egal, ob der Stein noch in der Mitte oder bereits vor einem von uns liegt. Es gewinnt das schnelle, hektische Reaktionsspiel, wer zuerst sechs Steine gesammelt hat.
„Cobra Paw“, Reaktions-Würfel-Spiel von Derek Weston, Game Factory, zwei bis sechs Personen ab fünf Jahren, etwa 23 Euro
Match Master

In „Match Master“, englisch für Wettkampf- oder Übereinstimmungs-Meister, haben wir Karten, die vorne ein bis fünf Tiere aus einer von fünf Tierarten in einer von fünf Farben tragen: lila Schildkröte, rotes Krokodil … Auf der Rückseite sehen wir, um was es gerade geht: Anzahl, Tier oder Farbe. Nach und nach decken wir ganz schnell Karten auf, und sobald die gesuchte Kategorie zweimal da ist, rufen wir so schnell wie möglich, was übereinstimmt: „Fisch“, „Gelb“, „Vier“. Wer so die meisten Punkte macht, gewinnt „Match Master“ ist ein schnelles, lustiges Reaktionsspiel.
„Match Master“, Reaktionsspiel, HCM Kinzel, zwei bis sechs Personen ab fünf Jahren, etwa 12 Euro
Nine Tiles Extreme

Wir haben je ein Set aus neun quadratischen Plättchen, in „Nine Tiles Extreme“, englisch für „Neun Kacheln Extrem“, eher als Kacheln bezeichnet. Sie sind doppelseitig bedruckt, jede Seite trägt eine von sechs Farben und eines von sechs Mustern. Immer eine von 30 Aufgabenkarten liegt aus, und nun müssen wir unsere Kacheln so schnell wie möglich nach dieser Vorgabe auslegen. Dabei orientieren wir uns mal am Muster, mal an der Farbe. Wer’s zuerst hat, bekommt die Aufgabenkarte zur Belohnung, wer vier Aufgabenkarten hat, gewinnt das Spiel. Schön, wenn wir es mit etwa gleichstarken Personen spielen.
„Nine Tiles Extreme“, Geschwindigkeitsspiel von Jean-Claude Pellin und Jens Merkl, Oink Games, zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, etwa 20 Euro





