Süße Spiele um Süßes

Zucker schadet der Gesundheit. Im Dezember haben vermutlich viele von uns viel zu viel davon zu sich genommen. Was für ein Glück, dass der Zucker, den wir uns heute auf den Tisch holen, nur in unseren Spielen vorkommt. Er ist damit nicht nur ungefährlich, er macht auch Spaß. Iris Treiber stellt Spiele rund um Süßes vor. 


Cookies

Heute werden „Cookies“, englisch für Kekse, gebacken! Dazu gibt’s einen kleinen, dreidimensionalen Backofen, zwei Backbleche, eine Uhr, „Cookies“ in vier verschiedenen Formen und Zuckerstreusel, um sie zu bestreuen. Das Ziel: Alle Sterne, Kreise, Blumen und Herzen gebacken zu haben, bevor die Backzeit um ist. Würfel geben vor, ob gebacken, bestreut oder genascht wird. Sind alle „Cookies“ rechtzeitig fertig? Prima, dann haben alle gemeinsam dieses schön gestaltete, wunderbar spielerische Spiel gewonnen.

„Cookies“, kooperatives Würfelspiel von Hartmut Kommerell, Huch, zwei bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 26 Euro


Tortenträume

Hoch – höher – am höchsten… in jeder Runde bauen wir „Tortenträume“ nach Vorgaben. Die finden wir auf Bestellkarten, sie regeln, aus wie vielen Schichten unsere Torte bestehen muss und ob sie mit Kirschen dekoriert wird. Die Schichten bestehen aus kreisrunden Toppingscheiben mit einem Durchmesser von 14 Zentimetern und senkrecht im rechten Winkel gefalteten, sieben Zentimeter hohen Tortenstücken. Wir decken eine gemeinsame Bestellkarte auf und starten alle gleichzeitig auf unserer eigenen Tortenplatte. Dort stapeln wir so schnell wie möglich die bestellte Anzahl Schichten. Sind wir fertig, schlagen wir auf die Glocke und bekommen, wenn’s passt, die Bestellkarte als Belohnung. Wir drehen die nächste um, und weiter geht’s. Das Besondere: Wir beginnen nicht neu, sondern bauen auf unseren bereits vorhandenen Tortenschichten auf. So werden die Torten immer höher, oder auch nicht, denn was nicht hält und herunterfällt, kommt weg. Sind alle 20 Bestellkarten durchgespielt, gewinnt, wer die meisten hat. Vorzeitig gewinnt, wer es schafft, eine zehnstöckige Torte zu bauen. „Tortenträume“ ist ein schönes, schön gestaltetes Spiel. Dass wir hier wenig miteinander agieren und stark mit unserem Aufbau beschäftigt sind, stört nicht. Wir lachen viel, schimpfen, haben viel Spaß, und ob wir gewinnen, ist bei diesem albernen Stapelspiel fast schon nebensächlich. Gut am Rande: Erwachsene müssen ihre Tortenplatte auf einer flachen Hand halten und dann mit einer Hand darauf aufbauen. Kinder dürfen sie auf den Tisch stellen.

„Tortenträume“, Geschicklichkeitsspiel von Juan Calor Ruiz, Pegasus, zwei bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 22 Euro


Cookie Box

Was für eine hübsche, einfache Idee: Wir bekommen je ein Set aus neun Plätzchen-Plättchen, in die Mitte kommt eine Aufgabenkarte, die vorgibt, wie wir die Plättchen anordnen müssen. Wer zuerst fertig ist, bekommt einen Punkt, wer zuerst vier hat, gewinnt „Cookie Box“, dieses einfache und spannende Reaktionsspiel

„Cookie Box“, Kombinations- und Reaktionsspiel von Jean-Claude Pellin, Piatnik, zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, etwa 25 Euro


Der Kekfe-Marathon

„Der Kekfe Marathon“ motiviert das Pummeleinhorn, ein paar Runden zu drehen. Wir legen sechs Karten vor uns aus, sie können einen bis sechs Kekse zeigen. Reihum würfeln wir mit einem Spezialwürfel und ziehen die Pummel-Figur entsprechend weit vorwärts. Karten, auf denen sie landet, werden verdeckt in die Mitte gelegt. Erzielen wir mit dem Würfel das Karten-Symbol, nehmen wir eine dieser Karten, wobei wir uns hoffentlich an die erinnern, die recht viele Kekes trägt. Wir decken sie auf und legen sie in unsere Auslage. Sobald jemand keine Karten mehr hat, endet das Spiel. Es gewinnt, wer jetzt auf den Karten in der eigene Auslage die meisten Kekse sammeln konnte. „Der Kekfe Marathon“ ist ein einfaches, schnelles Würfelspiel, das zwischendurch viel Spaß macht.

„Der Kekfe Marathon“, Würfelspiel von Reiner Knizia, Pegasus, zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, etwa 12 Euro


Freeze Factory

In der „Freeze Factory“, englisch für Gefrierfabrik, gibt es Eis, und zwar immer drei Kugeln. Welche? Das gibt uns unser Eistütchen vor. Und wann? Sobald wir es geschafft haben, die drei Eissorten auf unserem einfachen, karierten Spielplan aus 5 x 5 Feldern in eine Reihe zu schieben. Da wir alle auf dem gleichen Plan unterwegs sind, aber unterschiedliche Interesse haben, müssen wir damit rechnen, dass unsere Taktik nicht immer sofort aufgeht. Wer zum Schluss die meisten Eistüten gefüllt hat, gewinnt auch das einfache, freundlich gestaltete, unterhaltsame Taktikspiel für zwischendurch.

„Freeze Factory“, Taktikspiel von Gil Druckman und Danny Hershkovits, Piatnik, zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, etwa 10 Euro


Cup Cake Academy

Nur als gut eingespieltes Backstuben-Team werden wir Lehrlinge an der „Cup Cake Academy“. Also, los. Wir haben zu Beginn je fünf ineinanderpassende Cup Cake-Förmchen in fünf Farben. Die sollen wir nun auf unseren je drei Ablageplätzen in die Anordnung bringen, die die aktuelle Auftragskarte für jede*n von uns vorgibt. Dumm nur, dass wir dazu auch Förmchen brauchen, die vor den anderen stehen. Die müssen wir uns, schnell und in Absprache, gegenseitig zukommen lassen. Schaffen wir alle Aufträge in sieben Sanduhr-Minuten? Gar nicht so einfach und eine gelungene, taktische Herausforderung an uns alle gemeinsam.

„Cup Cake Academy“, schnelles, kooperatives Logikspiel von Erwan Morin, Asmodee / blue orange, zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 15 Euro


Hands Off!

„Hands Off!“, englisch für Finger weg, das rufen wir, wenn wir selbst eine bestimmte Karte nicht berühren dürfen. Damit verhindern wir, dass die anderen sie anfassen. Denn das eigentliche Ziel in diesem Spiel ist, schnellstmöglich auf die Karte zu schlagen, die uns die beiden Würfel vorgeben. Einer zeigt sechs verschiedene Gebäckstücke, Croissant, Keks, Torte, Muffin, Donut oder Churros, der andere ein bis sechs Augen. Zu jeder Kombination haben wir eine Karte, also etwa ein Croissant, zwei Kekse, drei Muffins…, insgesamt also 36 Karten. Die liegen offen aus. Reihum würfeln wir. Wer zuerst auf die erwürfelte Karte schlägt, darf auf seiner eigenen Fortschrittsleiste ein Feld weiterziehen, wer einen Fehler macht, muss dort, vereinfacht ausgedrückt, zurück. Die Fortschrittsleiste besteht immer aus drei Zugweg-Plättchen, insgesamt gibt es Plättchen in vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Das bedeutet: Jede*r von uns kann immer wieder neu entscheiden, wie schwer das eigene Spiel sein soll. Es kann also gut sein, dass jemand auf Stufe 1 gegen jemanden auf Stufe 16 spielt. Das macht es wunderbar einfach, unterschiedlich reaktionsschnelle Menschen verschiedenen Alters an den Spieltisch zu bringen. So wird das Reaktionsspiel „Hands Off!“ ganz nebenher zu einem übergreifenden Spielerlebnis.

„Hands Off!“, Reaktionsspiel für verschieden schnelle Spieler*innen von David Gréault, zwei bis sechs Personen ab acht Jahren, Huch, etwa 15 Euro


Kekse Kästchen

Zwei Würfel, Zahlenchips von 3 bis 12, einen mit 6×6 Feldern karierten Spielplan voller süßem Gebäck, also voller „Kekse Kästchen“, und einen Stift, das haben wir im Spiel dieses Namens. Dazu gibt’s eine Wertungstafel, auf der wir übersichtlich festhalten, welche der acht Kekssorten uns wie viele Punkte bringen. Die Punktechips verteilen wir beliebig auf die Felder, würfeln und markieren, je nach Vorgabe, einen, zwei oder drei Ränder des Kästchens, auf dem der entsprechende Zahlenchip liegt. Danach dürfen wir einen Chip umlegen. Ist ein Kästchen komplett umschlossen, kreuzen wir es ab. Zudem müssen wir einen Zahlenchip entfernen. Für diese Zahl können wir also keine Ränder mehr markieren. Diese Regel führt zu einem schönen Ausgleich: Wer schon viele Kekse gekennzeichnet hat, hat in der Folge geringere Chancen als die, die hinten liegen. Wer zuerst 21 Siegpunkte hat, gewinnt das spannende Würfelspiel mit schönem, süßem Material. „Kekse Kästchen“ ist wunderbar für zwischendurch und sorgt durch den Nachteilsausgleich dafür, dass niemand weit zurückbleibt und demnach alle Spaß haben

„Kekse Kästchen“, Papier-und-Stiftspiel mit abwischbaren Tafeln von Ralf zur Linde, Ravensburger, zwei bis fünf Personen ab acht Jahren, etwa 20 Euro


Naschfabrik

Bonbons ohne Ende. Kein Wunder, in unserer „Naschfabrik“ produzieren wir sie, und zwar in Form von transparenten, knallbunten Plastikstäbchen in Pink, Gelb und Blau. Sie liegen wie auf einem Förderband dicht nebeneinander und sind einen, zwei oder drei Punkte wert. Aufgabenkarten erlauben uns, wenn’s möglich ist, benachbarte Bonbons in vorgegebenen Farben vom Band zu nehmen. Das bringt Punkte oder wir kaufen damit neue Auftragskarten. Was könnte besser sein? In Varianten erlauben die Bonbons verschiedene Aktionen, die noch mehr Bonbons oder Aufträge bringen. Spielen wir mit Jüngeren, sammeln wir nach vereinfachten Regeln. „Naschfabrik“ ist ein einfaches, schön gestaltetes Spiel, das Kindern und Erwachsenen viel Spaß macht.

„Naschfabrik“, Sammelspiel von Thomas Danede, Asmodee/Funnyfox, zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 19 Euro


Upcake

In elfstöckige Torten auf unserem Blockblatt tragen wir bei „Upcake“ zweistellige Würfelergebnisse ein. Immer fünf Würfel haben wir zur Auswahl, zwei wählen wir aus und arrangieren sie, wie es für unsere Torte besser passt. Aus 3 und 1 würde entweder 13 oder 31. Allerdings müssen die Zahlen in den oben größer sein als unten. Wer schafft die größte Zahl?

„Upcake“, Würfel-Papier-und-Stift-Spiel von Ralf zur Linde und Klaus-Jürgen Wrede, Piatnik, zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 13 Euro


Würfelzucker

„Würfelzucker“ heißt „Würfelzucker“, weil wir um zuckersüße Süßigkeiten würfeln. Immer vier Aufgaben liegen aus: drei Pärchen würfeln, ein Drilling und ein Pärchen, sechs verschiedene Zahlen, nur 1er, 2er, 3er… höchstes Ergebis… Reihum werfen wir unsere sechs Würfel bis zu dreimal und setzen sie bei den Aufgaben ein, wobei wir die Aufgabe immer gleich komplett erfüllen müssen. Da das oft nicht geht, haben wir die Chance, übrig geblieben Würfel zu verwenden, um eine Jokerkarte zu bekommen. Dazu allerdings dürfen unsere Würfel nicht von anderen überboten werden. Wer nach einer bestimmten Anzahl Runden die meisten Aufgaben erledigt und damit die meisten Punkte bekommen hat, gewinnt das schnell zu erlernende Würfelspiel, das durch die Jokerkarten ein besonderes Element erhält.

Würfelzucker, Würfelspiel von Sophia Wagner, moses, zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 17 Euro


Chocolates

Hm, lecker… Pralinen, auf Englisch „Chocolates“, je drei runde, dreieckige und sechseckige, haben wir in der Pralinen-, äh, Spielschachtel…auf Plättchen…Sechs Sorten gibt’s, sechs dunkle, fünf braune, vier weiße, drei grüne, zwei pinkfarbene und eine goldene. 4×4 Pralinen liegen in einem Raster verdeckt aus, fünf liegen verdeckt daneben.  Dazu gibt’s 29 Tippkarten. Sie beschreiben, wie Pralinen eventuell liegen könnten oder eben nicht: Genau zwei grüne im Raster, genau gleich viele dreieckige wie sechseckige Pralinen im äußeren Bereich des Rasters, mindestens zwei dreieckige Pralinen in den vier Ecken im Raster, genau vier Pralinen unterschiedlicher Sorten diagonal angrenzend im Raster…  Nur über die Tippkarten bekommen wir Punkte, oder wir verlieren welche, wenn wir falsch getippt haben. Wenn wir dran sind, dürfen wir, wenn wir wollen, eine Tippkarte nehmen und müssen eine Praline auf ihre Vorderseite drehen. So wird immer mehr vom Pralinen-Raster sichtbar. Zum Schluss schauen wir, wie oft wir richtig getippt haben. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt. „Chocolates“ ist einfach nur schön und eine ganz besondere Art von Legespiel.

„Chocolates“, Zock- und Taktikspiel von Ségolène Monnet und Jean-Paul Monet, zwei bis vier Personen ab zehn Jahren, etwa 17 Euro


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