Spiele für Zwei- und Dreijährige

Kinder im Alter von zwei Jahren interessieren sich meist mehr für ein Spielzeug oder das Spielmaterial als für Spielregeln. Dennoch haben einige Spieleverlage kindgerechte erste Regelspiele auf den Markt gebracht, mit denen sich Kinder Tischspielen nähern können. Das geht meist nur dann, wenn eine erwachsene Person oder ein älteres Kind mitspielt. Iris Treiber stellt heute Spiele für Zwei- und Dreijährige vor.

Ente Hut, alles gut!

Ein Nachzieh-Entchen! Wie schön! Naturgemäß ist das Spiel also etwas für kleinere Kinder. Denn in „Ente Hut, alles gut!“ ziehen wir das Entchen über den Spieltisch, um den Kuscheltieren und den Sternlein ihre Lieblingshüte zurückzubringen. Alle Hüte liegen verdeckt aus, sie haben verschiedene Farben und Muster. Wir decken einen auf, stülpen ihn der Ente auf den Kopf und ziehen sie zu einem Kuscheltier oder den Sternen. Passen dort Farbe und Muster? Dann legen wir den Hut an. Wir gewinnen gemeinsam, wenn zwei Kuscheltieren ihre je drei Hüte bekommen, bevor alle Sternenhüte verteilt sind. In einer Variante spielen wir gegeneinander. „Ente Hut, alles gut!“ ist ein wunderbares, schön und kindgerecht gestaltetes Spiel, das Kinder leicht an erste Regelspiele heranführt. Ganz nebenbei lernen sie, genau zu schauen, gut zu greifen und Farben und Formen zu unterscheiden. Und für alle: Ein Nachzieh-Entchen! Wie schön!

„Ende Hut, alles gut!“ aus der Reihe „Meine ersten Spiele“, kooperatives Zuordnungsspiel von Christiane Hüpper, Haba, eine bis vier Personen ab zwei Jahren, etwa 24 Euro

Hallo Urlaub!

„Hallo Urlaub!“, wir kommen. Allerdings müssen wir dazu erst das Auto im Schachtelboden zusammenstecken und dann packen. Das Besondere am Auto: Es enthält einen auf einem Stab zum Drehen gelagerten Würfel, der vier Farben anzeigen kann. Packen wollen wir blaue Koffer, rote Schwimmreifen, grüne Rucksäcke und gelbe Bärchen. Wer dran ist, schubst den Würfel an und nennt die Farbe. Natürlich helfen wir dem Kind, wenn es dabei Schwierigkeiten hat. Gibt es noch ein Gepäckstück in dieser Farbe? Dann laden wir es ins Auto. Wenn nicht, passiert nichts. Das Spiel endet, wenn das letzte Gepäckstück eingeladen wird. Das Kind, das es gewürfelt hatte, gewinnt. Danach können wir noch eine Runde ausladen spielen. „Hallo Urlaub!“ ist ein einfaches, kindgerechtes kleines Spielchen, das vor allem durch den Würfel und die schönen Figuren den Kindern viel Spaß macht. Nebenher üben Kinder Motorik und Koordination.

„Hallo Urlaub!“ aus der Reihe „Meine ersten Spiele“, Farbspiel von Antje Gleichmann, Haba, zwei bis vier Kinder ab zwei Jahren, etwa 20 Euro

Happy Move

Bringen wir die Kleinsten zu einer glücklichen Bewegung, einem „Happy Move“ auf Englisch. Dazu haben wir insgesamt je drei große Holzscheiben in den Farben Gelb, Orange, Pink, Lila, Blau und Grün. Jede Scheibe zeigt eine kleine Übung: Auf einem Bein stehen, Hände vor dem Körper auf den Boden, eine Hand seitlich auf den Boden, hüpfen, Kniebeugen… Mit einem großen, weichen Farbwürfel mit Kantenlänge fünf Zentimeter und einem genauso großen und weichen Augenwürfel mit Augen von 1 bis 3 würfeln wir aus, welche Farbe die Übung haben muss, die wir machen. Der Augenwürfel legt fest, wie oft. Wenn wir die Übung korrekt machen, bekommen wir die entsprechende Scheibe, wer die meisten Scheiben sammeln kann, gewinnt. Die Scheiben sind schön, die Würfel sind griffig. Die Übungen sind für Zweijährige manchmal etwas schwer. Schon deshalb sollte das schön gestaltete Spiel vor allem Anregungen zur Bewegung bieten und nicht zu einem Wettstreit herausfordern.

„Happy Move“, Bewegungsspiel, zwei und mehr Kinder ab zwei Jahren, noris, etwa 15 Euro

Kleine Köche

Fünfmal zwei Holz-Gemüse in Weiß, Gelb, Grün, Rot und Orange gibt es, dazu je ein Merkplättchen, insgesamt einen Teller, einen Spielkarton-Kochtopf, einen kleinen Holz-Kochlöffel und einen Symbolwürfel. Drei Spielideen stehen in der Anleitung. Erstens gibt der Würfel vor, welches Gemüse wir in den Kochtopf tun müssen. Zur Belohnung bekommen wir das entsprechende Gemüseplättchen. Ist das erwürfelte Gemüse schon im Topf, dürfen wir alles umrühren. Wer den höchsten Stapel Plättchen vor sich hat, gewinnt. Im zweiten Spiel wählen wir verdeckt ein Gemüseplättchen aus und die anderen müssen reihum erraten, welches. Spiel 3 starten wir mit je einem von den Kindern ausgewählten Gemüse im Topf, die anderen liegen verdeckt aus. Immer ein Plättchen wird aufgedeckt, und wenn wir dran sind, sagen wir, ob dieses Gemüse bereits im Topf ist. Ja? Dann kommt es heraus und daneben. Nein? dann kommt es hinein. Gaben wir richtig geantwortet, bekommen wir das Plättchen zu Belohnung. Zum Schluss wird nochmal tüchtig umgerührt und dann das Gemüse auf dem Teller serviert.

„Kleine Köche“ ist ein Spiel, das bei Kindern ab zwei Jahren Erkennen und Zuordnen von Objekten, Auge-Hand-Koordination, Feinmotorik, Gedächtnis, Sprache fördert. Schönes Material, schöne Ideen – und manchmal eine Herausforderung für die mitspielenden Großen. Da die Holz-Gemüse sehr abstrakt sind, sind sie aufgefordert, sie als Gemüse zu benennen, das die Kinder am Spieltisch kennen. Insgesamt macht „Kleine Köche“ den kleinen Köch*innen viel Spaß.

„Kleine Köche“ aus der Reihe „Meine ersten Spiele“, Formenspiel von Markus Nikisch, Haba, zwei bis vier Personen ab zwei Jahren, etwa 25 Euro

Kullerwürfel

Ja, der „Kullerwürfel“ ist hier das Besondere: Das ist ein Holzwürfel, der in einer durchsichtigen Plastikkugel eingeschlossen ist. Er trägt zweimal drei Tiere, Elefant, Schaf und Katze, die wir auch als Holzklötzchen haben. Dazu gibt’s zwölf Plättchen mit anderen Tieren und drei Häuschen, in die je vier Plättchen passen.  Um jedes Holztier legen wir vier Plättchen verdeckt aus. Reihum würfeln wir, nehmen ein Plättchen, das beim erzielten Tier liegt, schauen es uns heimlich an. Nun müssen die anderen mit Ja-Nein-Fragen, die wir beantworten müssen, erraten, welches Tier es ist. Wer es errät, bekommt das Tier und legt es in sein Haus. Wer zuerst sein Haus voll hat, gewinnt das schön gestaltete Spiel, das Kinder mit ersten Spielregeln vertraut macht. Außerdem können wir mit dem Material noch ein einfaches Merkspiel und ein Tiernamenspiel spielen. 

„Kullerwürfel“, Würfel-Rate-Spiel von Christoph Cantzler und Anja Wrede, Schmidt, zwei bis vier Personen ab zwei Jahren, etwa 25 Euro

Meins oder deins?

Orangefarbener Kuschel-Hase, grüner Kuschel-Hund und blauer Kuschel-Bär, die haben wir hier als Formkarten. Dazu gibt’s 18 Plättchen, je vier tragen Accessoires jeden Tieres, sechs tragen Flecken. Die Plättchen liegen verdeckt aus, reihum decken wir eines auf. Zeigt es eine Mütze, einen Socken oder einen Keks, legen wir das zum farblich passenden Tier an die entsprechende Stelle. Ist es ein Fleck, hat sich eines der Tiere leider bekleckert und wir legen ihn auf einer der Fleckstellen ab. Was geht schneller? Haben wir zuerst alle Accessoires bei den Tieren untergebracht und gemeinsam gewonnen? Oder haben sich die Tiere zuerst mit allen Flecken total bekleckert und wir haben gemeinsam verloren? Das hängt tatsächlich absolut vom Zufall ab. „Meins oder deins?“ ist ein einfaches, kindgerecht gestaltetes Spiel, um die Kleinsten langsam an Regelspiele heranzuführen.

„Meins oder deins?“ aus der Reihe „Meine ersten Spiele“, Zuordnungsspiel von Kristin Dittmann, Haba, eine bis vier Personen ab zwei Jahren, etwa 10 Euro

Raupe Rosa

Zwischen dem Kopf und dem Po von „Raupe Rosa“ wollen wir bis zu 24 Körperteile einfügen. Die Körperteile sind kleine, dreieckige Dominosteine mit zwei Farbflächen: rot/lila, blau/gelb, grün/grün, lila/blau… Der farbneutrale Kopf und Po und dazwischen ein buntes Körperteil liegen aus, je liegen aus, je vier Körperteile bekommen wir in unseren Vorrat. Wenn wir an der Reihe sind und eines unserer Teile zwischen Kopf und Körper oder Körper und Po von „Raupe Rosa“ passt, fügen wir es ein. Anderenfalls ziehen wir eines nach. Es gewinnt, wer zuerst keine Teile mehr hat. Niedlich. „Raupe Rosa“ ist ein einfaches, schön gestaltetes Dominospiel, an dem Kleine viel Freude haben können.

„Meine ersten Spiele to go – Raupe Rosa“, Farb-Dominospiel von Antje Gleichmann, Haba, zwei bis vier Personen ab zwei Jahren, etwa 10 Euro

Tier auf Tier Junior

In „Tier auf Tier Junior“ haben wir Fuchs, Hund, Krebs, Krokodil, Schlange, Affe, Lama und Tiger als griffige, zum Rechteck stilisierte Tiere. Dazu gibt es einen großen Würfel mit je zwei Seiten in Blau für die Insel im Wasser, in Grün für die Wiese und mit einer Sonne für die Sonnenplättchen. Diese tragen auf der anderen Seite je eines der acht Tiere.

Im einfachsten Spiel liegen Wiese, Sonnenplättchen und Tiere aus. Reihum decken wir ein Plättchen auf und stapeln das entsprechende Tier auf die Wiese. Im zweiten Spiel gibt der Würfel vor, ob wir auf der Wiese oder der Insel bauen müssen. Bleiben die Tiere stehen, gibt’s das Sonnenplättchen zur Belohnung und es gewinnt, wer die meisten hat. Drittens spielen wir kooperativ gegen Karl Krebs. Der zieht immer ein Sonnenplättchen weiter. Bei Blau und Grün stapeln wir wie gewohnt. Sind alle Tiere gestapelt, bevor Karl Krebs auf der letzten Sonne ankommt? Schön. „Tier auf Tier Junior“ macht kleinen Kindern viel Freude und führt sie, wenn sie soweit sind, an erste, einfache Regelspiele heran.

„Tier auf Tier Junior“ aus der Reihe „Meine ersten Spiele“ von Klaus Miltenberger, Haba, eines bis vier Kinder ab zwei Jahren, etwa 25 Euro


Iris

Iris Treiber

Iris Treiber schreibt spannende Rezensionen über sorgfältig ausgewählte Spiele für Kinder. Ihre Empfehlungen garantieren Spiel & Spaß für die ganze Familie.

Alle Artikel von Iris


Anzeigen
Jetzt informieren!
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Anmelden

Registrieren

Passwort zurücksetzen

Bitte gib deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse an. Du erhältst anschließend einen Link zur Erstellung eines neuen Passworts per E-Mail.