Freiwilligendienste beim Kreisjugendwerk der AWO

Foto: KJW Karlsruhe

Das Kreisjugendwerk der AWO (KJW) ist bunt und vielseitig: Es organisiert Ferienfreizeiten, bildet Jugendleiter*innen aus, gestaltet Projekte für Kinder und Jugendliche – und schafft damit Räume, in denen junge Menschen wachsen können. Ein besonders wichtiges Standbein sind dabei die Freiwilligendienste.

Als Tochterverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) setzt sich das Jugendwerk für Solidarität, Toleranz und soziales Engagement ein – und begleitet junge Erwachsene auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Besonders in den letzten Jahren ist das Jugendwerk für seine Freiwilligendienste bekannt geworden: Ob im Europäischen Solidaritätskorps (ESC) im Ausland oder in den Freiwilligendiensten FSJ und BFD in Deutschland – hier finden junge Menschen Räume, um Verantwortung zu übernehmen, neue Fähigkeiten zu erlernen und sich persönlich weiterzuentwickeln.

Doch was steckt hinter dieser Arbeit? Wer begleitet die Freiwilligen, wenn sie ihre ersten Schritte in neue Aufgaben und Länder wagen? Wir haben mit den Koordinator*innen gesprochen – über Herausforderungen, Erfolge und die Zukunft der Freiwilligendienste.

Die Menschen hinter den Freiwilligendiensten

„Es ist schön zu sehen, wie eine Auslandserfahrung das Leben junger Menschen verändern kann.“ Elena Degan, seit 2022 Koordinatorin für das ESC, weiß aus eigener Erfahrung, wie prägend so ein Einsatz sein kann: Sie selbst war einst europäische Freiwillige im Jugendwerk. Micha Dieruff, seit März 2025 im Team, ergänzt: „Für mich war mein eigener Auslandseinsatz nach dem Abitur eine Zeit, in der ich sehr viel gelernt habe. Es freut mich, dass junge Erwachsene diese Erfahrungen machen dürfen – und ich sie dabei unterstützen kann.“

Celina Langhammer und Aischa Förter-Barth koordinieren die Freiwilligendienste FSJ und BFD. „Das Schönste ist zu sehen, was der Dienst den jungen Menschen bringt – und wie sie sich entwickeln“, sagt Aischa, die seit 2017 hauptamtlich dabei ist. Celina, seit Mai 2024 im Team, ergänzt: „Es macht mich glücklich, so vielen jungen Menschen zu ermöglichen, sich sozial zu engagieren. Die Arbeit ist sehr vielfältig – und ich freue mich, die Freiwilligen persönlich kennenzulernen.“

Europäisches Solidaritätskorps: Wachstum, Herausforderungen und neue Chancen

„Die Zahl der Anfragen hat sich mehr als verdoppelt.“ In den letzten Jahren hat das ESC beim Jugendwerk der AWO einen massiven Aufschwung erlebt. „Die Anzahl der Freiwilligen, die wir aufnehmen, hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt – genauso wie unsere Partnerschaften im Ausland“, erklärt Elena. „Wir haben Kontakte zu allen europäischen ESC-Mitgliedsstaaten und vielen angrenzenden Ländern.“ Ein sichtbares Zeichen des Wachstums: Neben dem Haus in Stutensee-Blankenloch, in dem sieben Freiwillige leben, kam 2021 eine Wohnung in der Südstadt hinzu. Ab Oktober 2025 eröffnet ein weiteres Haus in der Oststadt für zehn Freiwillige.

Doch das Wachstum bringt auch Herausforderungen mit sich. „Die zunehmende Zahl akkreditierter Organisationen führt dazu, dass der europäische Fonds anteilig kleiner aufgeteilt wird“, so Elena. Zudem gibt es politische Unsicherheiten: „Eine mögliche Begrenzung der Teilnahme aus einigen Nachbarländern der EU wird diskutiert – das könnte ab 2028 greifen.“ Ein weiteres Problem: „Visaanträge werden immer langsamer bearbeitet. In einigen Fällen werden Botschaften sogar geschlossen, sodass junge Leute keine Mobilität haben.“

Trotzdem bleibt das ESC attraktiv – nicht zuletzt wegen der neuen Angebote: „Neben der steigenden Zahl an Freiwilligen und Partnern haben wir einen Deutschkurs mit privater Lehrkraft eingeführt“, sagt Elena. „Außerdem hat sich die Qualität der Beratung verbessert, um die Freiwilligen auf die nächsten Schritte nach dem Dienst vorzubereiten.“

Zukunftspläne: „Wir wollen die Qualität des Angebots hochhalten“, betont Elena. Micha ergänzt: „Unser interkulturelles Angebot ‚Living Culture‘ soll weiter ausgebaut werden, um die Vernetzung zwischen europäischen Freiwilligen und Ehrenamtlichen weiter zu stärken.“

FSJ und BFD: Vielfalt und Fachkräftemangel

„Es gibt viele Bewerbungen – aber nicht immer für die freien Stellen.“ Während das ESC wächst, sieht die Lage bei FSJ und BFD anders aus. „Es gibt weniger Interesse“, erklärt Aischa. „Durch viele Besonderheiten ist nicht immer ein Vollzeit-Einsatz möglich.“ Aktuell gibt es 10 bis 15 offene Stellen, doch die Vermittlung ist nicht immer einfach, wie Celina ergänzt: „Wir haben viele Bewerbungen, aber meistens nicht für die Stellen, die wir aktuell frei haben“.

Die Einsatzfelder sind vielfältig: Gesundheit und Pflege, Jugendhilfe, Kitas, Suchthilfe oder Verwaltung. Besonders beliebt sind die begleitenden Seminare: „Von Gitarrenunterricht über Yoga bis hin zu Selbstverteidigung – es wird ein buntes Programm geboten.“, erzählt Celina.

Doch der Fachkräftemangel macht auch vor den Freiwilligendiensten nicht halt: „Die Ansprüche der Einrichtungen passen nicht immer zu den Fähigkeiten der Freiwilligen“, sagt Aischa. Politisch ist die Diskussion über einen Pflichtfreiwilligendienst präsent – konkrete Kürzungen gibt es derzeit jedoch nicht.

Was bringt ein Freiwilligendienst? Celina fasst es zusammen: „Erste berufliche Erfahrungen, bessere Chancen bei Uni-Bewerbungen, persönliche Entwicklung – und die Möglichkeit, herauszufinden, was man später werden möchte.“

Fazit: Engagement, das prägt

Ob im Ausland oder in Deutschland – Freiwilligendienste bieten jungen Menschen die Chance, Verantwortung zu übernehmen, neue Kulturen kennenzulernen und an sich selbst zu wachsen. „Es ist eine tolle Möglichkeit, erste berufliche Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig etwas Gutes zu tun“, sagt Aischa.

Das Jugendwerk der AWO bleibt ein wichtiger Akteur in diesem Feld – getragen von engagierten Koordinator*innen, die jeden Tag Brücken bauen.

Euer Interesse wurde geweckt?
Klickt euch rein unter:

https://www.awo-karlsruhe.de/mitmachen/freiwilligen-dienste/

https://www.jugendwerk-awo.de/freiwilligendienste/europaeisches-solidaritaetskorps


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