Das Kind ist erwachsen…. KARLSRUHER KIND Kolumnistin Eva Unterburg macht sich Gedanken

Kolumnistin Eva Unterburg

Mit 25 Jahren darf es schon geraume Zeit als mündiger Bürger zur Wahl gehen, alleine im Supermarkt Alkohol kaufen, hat ein eigenes Bankkonto und ist voll geschäftsfähig. Theoretisch könnte es bereits eine eigene Familie gründen und Kinder großziehen. Wären das dann kleine Karlsruher-Enkel? Vielleicht aber ist es noch auf der Suche nach einer geeigneten Partnerin oder einem Partner, treibt sich auf Single-Börsen im Internet herum oder spricht dem süßen Nachtleben mit all seinen Verlockungen voll zu. Vielleicht verdient es schon unglaubliche Jahresgehälter, ist fleißig in seinem Beruf oder steckt noch mitten in der Ausbildung, weil es sich ein Jahr Auszeit genommen hat am anderen Ende der Welt. Wer weiß schon, was aus den Kindern so wird?
Wir alle haben es auf seinem bisherigen Lebensweg begleitet, jeder von uns ein anderes Stück des Weges, manche nur einige Monate, andere viele Jahre hindurch. Bei der Geburt waren nur wenige anwesend,  es war schließlich eine Hausgeburt und man sagt, der Vater Karl Goerner und seine Frau Monika hätten dabei eine entscheidende Rolle gespielt. Doch das liegt im Dunkel der Geschichte und wie alle jungen Erwachsenen antwortet das KARLSRUHER KIND auf seine Kindertage angesprochen gerne „Daran kann ich mich nicht mehr genau erinnern“.

Dem Alter angemessen hat sich das KARLSRUHER KIND prächtig entwickelt, lernte selbstständig laufen, zunächst noch an den Händen seines Vaters sich festhaltend, aber doch bald recht geschickt im Umgang mit kleineren Hürden. Und so wurde es immer öfter sogar zum Selbstläufer.
Gelegentliches Stottern war entwicklungsbedingt und ­Ängste vor schwerer Krankheit oder gar  dem eigenen Tod konnten durch die optimistische Grundhaltung Karl Goerners ausgehalten werden. Schon bald gesellte sich ein ganzes Team von Erziehern um den rührigen Familienvater, sodass sich das KARLSRUHER KIND ganz ohne Laufstall frei bewegen konnte ohne Schaden zu nehmen.

Keine starren Erziehungsmethoden hinderten das wissbegierige Kind daran, in alle Richtungen zu denken, auch gerne kreuz und quer. Unbefangen durfte es seinem Wissensdurst nachgehen.
Es lernte sprechen, konnte sich überraschend schnell sehr gewählt ausdrücken und wurde in allerlei Fachbereichen ausgesprochen findig. Ob musikalische Früherziehung, kindgerechtes Wohnen, gesunde Ernährung – das Karlsruher Kind kannte sich schon früh aus und gab sein Wissen jederzeit gerne an andere weiter.

Bald kamen Eltern aus Nah und Beinahe-Fern, um sich bei ihm Rat in vielerlei Lebenslagen zu holen „Welche Apotheke hat heute offen? Was gibt es in den Sommerferien? Wer verkauft einen Wickeltisch?“ Kompetent und dienstleistungsorientiert, aber auch informativ und anregend – so gab sich das KARLSRUHER KIND im Umgang mit den Erwachsenen.
Die Freude war groß, als ein kleines Geschwisterchen in der Familie geboren und auf den Namen RHEIN-NECKAR-KIND getauft wurde. Bis heute sind sich die Geschwister sehr ähnlich, allerdings ist das KARLSRUHER KIND etwas stämmiger im Körperbau.
Vater Karl Goerner kümmerte sich all die Jahre liebevoll um seine Zöglinge, versorgte sie mit bester Ernährung und gab ihnen ein heimeliges Zuhause. In der Gritznerstraße in Durlach fehlt es ihnen an nichts, weder an anregenden Gesprächen – gerne auch per Telefon – noch an schallendem Gelächter der Miterzieher. Bei spontanen Treffen war und ist die Küche dort immer wieder Ort heiterer Lagebesprechungen.
Auch externe Berater wachen bis heute über das Wohlergehen dieses gutgeratenen Sprosses der großen Familienbande, in der sich Karl Goerner deutschlandweit vernetzt hat.
Sie, die Berater sorgten all die Jahre dafür, dass das KARLSRUHER KIND mit vernünftigen, pädagogisch wertvollen Spielen versorgt war und gute Bücher las, die seinem Allgemeinwissen Futter gaben und der Fantasie Flügel verliehen. Nun, beides scheint gelungen zu sein und auch die Bemühungen einer anderen externen Beraterin, das KARLSRUHER KIND gedanklich mit Rätseln zu fordern und es in die freie Natur zu entführen, trugen Früchte.
Dem Kind geht es prächtig, es scheint gerüstet für seinen weiteren Lebensweg, es steht mit beiden Beinen im Leben und ist allseits beliebt und besonders am Monatsanfang sogar begehrt. Vielleicht wacht es nach seinem Jubel-Trubel-Fest nach einer durchfeierten Nacht  mit einem anständigen Kater auf, aber auch das ist kein Problem – das KARLSRUHER KIND weiß ja, welche Apotheke Wochenenddienst hat….

Eva Unterburg


Eva

Eva Unterburg

Eva Unterburg schreibt wunderschöne Rezensionen über Kinderbücher und ist langjährige Freundin der Redaktion.

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