SPIELETIPPS – Spiele des Jahres

 

Die Auszeichnungen rund um „Spiel des Jahres“ sind die weltweit wichtigsten Spielepreise. Spielekritiker*innen vergeben sie völlig unabhängig von Verlagen und Autor*innen. Iris Treiber stellt unseren Leser*innen prämierte und empfohlene Spiele des Jahres 2021 vor.


GEWINNER


MicroMacro Crime City

Spiel des Jahres. In „MicroMacro Crime City“ gibt es ein 75 x 110 Zentimeter großes schwarz-weißes Wimmelbild, in „Macro“, das Gebäude, Straßen und das Leben in der Stadt des Verbrechens, auf Englisch „Crime City“, in „Micro“, zeigt: Croissants in der Bäckerei, ein Klavier wird repariert, ein Toter neben einer Tüte Pommes, … 16 Kriminalfälle lösen wir, indem wir die zu Aufgabenkarten passenden Szenen auf dem Bild suchen. Klasse, spannend und ungewöhnlich.

„MicroMacro Crime City“, kooperatives Wimmelbild-Suchspiel von Johannes Sich, Pegasus/Edition Spielweise, eine bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 24 Euro


Dragomino

Kinderspiel des Jahres. In „Dragomino“ bekommen wir Dracheneier, wenn wir Dominosteine so zusammenzulegen, dass zwei gleicher Landschaft aneinander grenzen. Ist in dem Ei tatsächlich ein kleiner Drache? Prima, das bringt einen Punkt. Nein? Schade. „Dragomino“ ist eine wunderbare Kinderfassung von „Kingdomino“, dem „Spiel des Jahres“ 2017. Wir brauchen ein bisschen Glück beim Aufdecken und ein bisschen Taktik beim Anlegen. Klasse!

„Dragomino“, Taktik- und Glücks-Legespiel von Bruno Cathala, Marie Fort und Wilfried Fort, Pegasus/blue orange, zwei bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 25 Euro


Paleo

Kennerspiel des Jahres. In „Paleo“ wollen wir gemeinsam in einer kleinen Menschengruppe in der Steinzeit überleben. Tagsüber trotzen wir Gefahren, suchen etwa Holz bei einem umgestürzten Baum oder erlegen ein Bison für Fleisch und Häute. Nachts greift vielleicht der Säbelzahntiger an, da müssen wir sofort reagieren. Das alles ist eingebunden in ein vielschichtiges, kooperatives Karten-Deckspiel. Die Karten tragen auf den Rückseiten Hinweise und so diskutieren wir, was unswohl beim Überleben nützen könnte. Oder stirbt die Gruppe leider aus? 

„Paleo“, kooperatives Strategie-Spiel mit Karten von Peter Rustemeyer, Hans im Glück, zwei bis vier Personen ab zehn Jahre, etwa 37 Euro


NOMINIERT & EMPFOHLEN


Memo Friends

Empfohlen. In „Memo Friends“ haben wir gut greifbare Tiere und Baumstämme aus Holz. Aufgabenkarten geben vor, wie wir sie anordnen sollen. Wir prägen uns die Aufgabe ein und bauen dann auch der Erinnerung nach. Oder wir beschreiben einer zweiten Person, wie sie bauen soll. Wer’s dreimal richtig macht, gewinnt das einfache, schön gestaltete Kinderspiel.

„Memo Friends“, Merk-Bau-Spiel, Goula/Jumbodiset, eine bis zwei Personen ab drei Jahren, etwa 15 Euro


Fabelwelten

Nominiert zum Kinderspiel des Jahres. In den „Fabelwelten“-Geschichten kommen vor: ein entschlossener Kapitän, ein einsamer Musikant, ein cleveres Mädchen … Welche Tiere passen dazu? Alle wählen verdeckt je eine Tierkarte aus, die gewählten Karten werden in einem Bilderbuch angeordnet. Einfach nur schön. In „Fabelwelten“ wird das Prinzip, Bilder Begriffen zuzuordnen, auf wunderbare Weise für Kinder vereinfacht. „Fabelwelten“ ist ein fantasievolles, gelungenes Spiel ist.

„Fabelwelten“, Bildergeschichten-Spiel von Wilfried Fort und Marie Fort, Asmodee/Lifestyle Boardgames, zwei bis fünf Personen ab fünf Jahren, etwa 20 Euro


Swip’Sheep

Empfohlen. „Sind Wölfe da?“ so lautet die  Frage zu Rundenbeginn in „Swip‘Sheep“, englisch für etwa “Wischschaf“. Haben wir also gerade einen Wolfskarte auf der Hand, greifen wir damit eine andere Spieler*in an. Kann sie das nicht mit einer Hundekarte abwerfen, ziehen wir bei ihr*ihm eine Karte. Danach kommen alle Karten mit einem, zwei oder drei Schafen, die wir jetzt haben, in den eigenen Punktestapel. Wer insgesamt die meisten erzielt, gewinnt das kleine Taktikspiel.

„Swip‘Sheep“, Kartenspiel von Yann Dupont, Djeco, drei bis fünf Personen ab fünf Jahren, etwa 8 Euro


Tapikékoi

Empfohlen. Wir haben einen Spielplan mit einer Küche, einem Wohnzimmer, einem Kinderzimmer und einem Garten und dazu je neun Chips mit Gegenständen, die dort hingehören. In jeder Runde werden zufällig gezogene Gegenstände in ihren Raum gelegt. Eine*r macht die Augen zu, die anderen nehmen wieder etwas weg. Kann sich die aktive Spieler*in erinnern, was wo fehlt?Dann bekommt sie die Chiops als Punkte. Anderenfalls bleiben sie bei den anderen. Es gewinnt, wer die meisten Chips sammelt. 

„Tapikékoi“, Merkspiel von Romaric Galonnier und Laurent Toulouse, Djeco, zwei bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 13 Euro