Welche Risiken entstehen bei übermäßiger Bildschirmzeit Ihrer Kinder?

Der NordVPN-Experte spricht über die Risiken, denen Kinder durch ihre Sucht nach internetfähigen Geräten ausgesetzt sind

Foto: NordVPM

Die Deutschen verbringen im Schnitt fast 25 Jahre ihres Lebens online. Dabei ist es gerade die jüngere Generation, die immer mehr von ihren Bildschirmen abhängt. Tatsächlich sagen 88% der Eltern, dass Technologie und die Bildschirmzeit ihrer Kinder ihre größte Sorge sind. 

Andererseits tragen die Eltern anscheinend aber auch dazu bei, dass ihre Kinder viel Zeit mit ihren Geräten verbringen: Eine Studie zeigt, dass 60 % der Eltern das Gefühl haben, keine andere Wahl zu haben, als ihren Kindern die internetfähigen Geräte zu lassen. Außerdem belegt eine weitere Studie, dass 24 % der Deutschen keinen Tag mehr ohne Internet auskommen können. Was sind die Risiken und wie können Eltern die Online-Zeit ihrer Kinder sicherer gestalten?

„Während Eltern sich auf internetfähige Geräte verlassen, um ihre Kinder zu beschäftigen, vergessen sie oft die möglichen Risiken. Eine häufige Online-Gefahr sind unangemessene Inhalte – dazu gehören sexuelle Inhalte, Gewalt oder Hassreden. Neben der elterlichen Aufsicht hängt das Ausmaß des Risikos auch vom digitalen Know-how der Eltern ab, z. B. von der Fähigkeit, Privatsphäre-Einstellungen richtig zu verwalten“, sagt Daniel Markuson, Experte für digitale Privatsphäre bei NordVPN.  

Welche Online-Probleme entstehen mit übermäßiger Bildschirmzeit?

Neben unangemessenen Inhalten und Cybermobbing gibt es weitere Gefahren, die die Sicherheit von Kindern im Internet beeinträchtigen:

– Altersbeschränkungen: Viele Kinder sind Inhalten und Seiten ausgesetzt, die nicht für sie gedacht sind. Untersuchungen von CyberSafeKids zeigen, dass bereits 82 % der Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren Social-Media-Profile und Messaging-Apps haben. Eltern sollten abwägen, ob ihre Kinder diese wirklich bereits benötigen.

– Privatsphäre: Unternehmen müssen über ihre Produktfunktionen, Inhaltsmoderation und Benutzerprofileinstellungen entscheiden und dabei die Auswirkungen auf alle Nutzer, einschließlich Kindern, genau kennen. Eltern sollten die Privatsphäre-Einstellungen in den Apps ihrer Kinder überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

– Ungleiches Know-how: Es ist nicht einfach, die richtigen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, da das Verständnis für die Technologien, Prozesse und Probleme der Kinder unterschiedlich ist und sich ständig verändert.

Angesichts der zunehmenden Risiken haben zum Beispiel alle öffentlichen australischen Grundschulen seit Anfang 2021 internetfähige Geräte verboten. Trotz der kurzen Zeitspanne wurde ein deutlicher Rückgang von Verhaltensproblemen im Zusammenhang mit Smartphones und ein Anstieg der körperlichen Aktivität festgestellt.

„Technologie ist nicht von Natur aus schlecht. Sie hat viele positive Aspekte. Aber wir, insbesondere unsere Kinder, sollten uns nicht von ihr einvernehmen lassen. Viele Eltern aus dem Silicon Valley in den USA ziehen ihre Kinder zum Beispiel technologiefrei auf, das sollte für jeden von uns ein Vorbild sein“, fügt Daniel Markuson hinzu. 

Diese Tipps helfen, die Bildschirmzeit der Kinder besser zu kontrollieren

Daniel Markuson, Experte für digitale Privatsphäre bei NordVPN, gibt Eltern Ratschläge, wie sie ihren Kindern helfen können, die Bildschirmzeit besser einzuteilen:

Aufklärung. Eltern sollten die Spiele, Apps und Geräte, die ihr Kind verwendet, im Auge behalten. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind und helfen Sie ihm, sich bewusst zu machen, wie viel Zeit es mit verschiedenen Online- und Offline-Aktivitäten verbringt. 

Entwickeln Sie einen Plan mit Ihrem Kind. Beziehen Sie Ihr Kind in die Erstellung eines Freizeitplans ein, sodass ein Gleichgewicht zwischen der Zeit vor dem Bildschirm und anderen Freizeitaktivitäten entsteht.

Mit gutem Beispiel vorangehen, indem Sie Ihre eigene Bildschirmzeit reduzieren. Sie können mit Ihrem Kind auch eine schriftliche Vereinbarung treffen, die klare Grundsätze setzt und Konsequenzen vorsieht, wenn Sie sich nicht an die Vereinbarung halten.

Setzen Sie Grenzen für die Nutzung digitaler Geräte bei Ihnen zu Hause. Gerätefreie Zonen und Zeiten können Ihnen dabei helfen, die Bildschirmzeit besser zu kontrollieren, z. B. wenn alle Geräte in den Schlafzimmern nach einer bestimmten Zeit ausgeschaltet werden oder wenn alle Familienmitglieder ihre Geräte zur Essenszeit abschalten.


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