Stillen

Ein Thema, das fast jede junge Mutter bewegt

Foto: pexels

Die Themen Säuglingsernährung und insbesondere das Stillen sind für jede Mutter relevant. Rund 800.000 Kinder kommen in Deutschland jährlich zur Welt, ebenso viele Frauen fragen sich, wie sie ihr Kind am besten ernähren. Und dies unabhängig von Alter, Sozialstatus und anderen Rahmenbedingungen. Was eine Frau zum Stillbeginn wissen sollte, was sie in ihrem Selbstvertrauen stärkt und welche ganz praktischen Anleitungen sie braucht, ist in der „Handvoll Wissen“ zu finden, die stillfördernde Institutionen anlässlich der Weltstillwoche 2022 (03. – 09.10.2022) entwickelt haben. Unter dem Motto „Stillen – eine Handvoll Wissen reicht.“ verbreiten zahlreiche Akteurinnen und Akteure dieses Wissen, um Frauen schon in der Schwangerschaft zu unterstützen und ihnen Zuversicht und Selbstbewusstsein für die Stillzeit zu vermitteln.

90 Prozent der angehenden Mütter planen zu stillen, Ende des vierten Monats stillen entgegen der Empfehlungen jedoch nur noch 40 Prozent ausschließlich. Die Stillquote in Deutschland ist somit verbesserungswürdig. Insbesondere Frauen in psychosozial und materiell belasteten Lebenslagen stillen seltener und kürzer als andere, obwohl auch sie eine hohe Bereitschaft haben, sich mit dem Stillen auseinanderzusetzen. Um die Ursachen und Motive genauer zu beleuchten, hat das Netzwerk Gesund ins Leben 2019 insgesamt 33 junge Mütter dazu befragen lassen. Ergebnisse der qualitativen Zielgruppenanalyse „Stillförderung bei Müttern in belasteten Lebenslagen“: Aufgrund mangelnder Stillvorbereitung und -Unterstützung, negativer Stillerfahrungen sowie weniger realer wie medialer Vorbilder und Unterstützerinnen und Unterstützer stillten sie seltener und kürzer (Reiss et al. 2022).

Ein Kriterium, das durchgängig genannt wurde: Es mangelt an verlässlichen und realistischen Informationen, die die Chancen und Herausforderungen während der Stillzeit in den Blick nehmen. Hier setzt die Arbeit des Netzwerks Gesund ins Leben an. Es bietet werdenden Eltern und Familien gut verständliche, leicht auffindbare, wissenschaftlich fundierte und vor allen Dingen lebensnahe Informationen rund um Schwangerschaft und Stillzeit. Darüber hinaus finden Fachkräfte hier vertiefende Hintergrundinformationen und Handlungsempfehlungen für die Beratung. Auf Basis dieser Informationen können Eltern dann entscheiden, wie sie ihr Kind ernähren möchten. Diese Entscheidung gilt es dann auch zu respektieren.

Im Juli 2021 wurde die Nationale Strategie zur Stillförderung im Bundeskabinett verabschiedet. Zielsetzung ist es, die Rahmenbedingungen für das Stillen zu verbessern, um mehr Mütter zum Stillen zu motivieren, sie zu unterstützen und die Akzeptanz für Stillende in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Eine nachhaltige Verbesserung der Stillförderung in Deutschland ist wichtig, da Muttermilch die optimale Ernährung für Säuglinge ist und die Gesundheit von Mutter und Kind fördert. Das Netzwerk Gesund ins Leben trägt mit seiner Arbeit zur Umsetzung der Nationalen Strategie bei.

Hintergrundinformation:

Unter Beteiligung von WHO und UNICEF ist die Weltstillwoche die größte gemeinsame Kampagne aller stillfördernden Organisationen weltweit. Ziel ist es, Stillen als natürliche und selbstverständliche Ernährung für Säuglinge in den Mittelpunkt zu stellen und sowohl Familien als auch die Gesellschaft über die positiven Effekte des Stillens zu informieren. Das deutsche Motto „Stillen – eine Handvoll Wissen reicht.“ und das Kampagnenmotiv, die „Handvoll Wissen“, haben fünfzehn stillfördernde Institutionen der Nationalen Stillförderung e. V. anlässlich der Weltstillwoche 2022 entwickelt.

Weitere Informationen:

Reiss, K., Eiser, S., Lücke, S. et al. Stillförderung bei Müttern in belasteten Lebenslagen – Ergebnisse einer qualitativen Zielgruppenanalyse. Präv Gesundheitsf (2022).


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