Wenn Eltern sich trennen, ist das für Kinder oft eine große Herausforderung. Besonders belastend wird die Situation, wenn der Trennung heftige und wiederkehrende Konflikte vorausgegangen sind. Lautstarke Streitereien, Beschimpfungen und gegenseitige Vorwürfe können Kindern Angst machen und sie nachhaltig verunsichern.
Wie sehr Kinder unter solchen Situationen leiden können, zeigt die (fiktive) Geschichte zweier Geschwister im Alter von vier und sechs Jahren. Die Mädchen erlebten immer wieder heftige Auseinandersetzungen ihrer Eltern. Schließlich musste die Polizei einschreiten und der Vater die gemeinsame Wohnung verlassen. Für die Kinder änderte sich damit vieles: Sie sahen ihren Vater zunächst nicht mehr und bekamen gleichzeitig die Angst und Sorgen ihrer Mutter mit. Beide fragten sich, ob sie vielleicht selbst schuld an den Streitigkeiten waren. Ihre Traurigkeit darüber, den Vater nicht sehen zu können, wagten sie kaum anzusprechen.
Nach einer Trennung brauchen Kinder vor allem Sicherheit und die Gewissheit, dass sie weiterhin beide Eltern lieben dürfen. Doch nicht immer gelingt es Eltern, den Kontakt des Kindes zum anderen Elternteil selbstständig zu gestalten. Hier setzt der Begleitete Umgang des Kinderschutzbundes Karlsruhe an. In einem geschützten und verlässlichen Rahmen können Kinder ihren Vater oder ihre Mutter regelmäßig sehen und gemeinsame Zeit verbringen. Fachkräfte und ehrenamtliche Mitarbeitende begleiten die Kontakte und unterstützen die Beteiligten dabei, wieder tragfähige Beziehungen aufzubauen.
„Kind im Zentrum“ ist ein besonderes Angebot innerhalb des Begleiteten Umgangs. In regelmäßigen Spiel- und Beratungsstunden bekommen Kinder zusätzlich Raum für ihre eigenen Gefühle, Wünsche und Fragen. Sie können spielen, malen, basteln oder erzählen und erleben, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. Sie erfahren beispielsweise, dass sie keine Schuld am Streit der Eltern tragen und beide Eltern liebhaben dürfen. Parallel werden auch die Eltern beraten und dabei unterstützt, die Bedürfnisse ihrer Kinder wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen.
Damit „Kind im Zentrum“ und der Begleitete Umgang möglich sind, braucht es Menschen, die sich engagieren. Der Kinderschutzbund Karlsruhe sucht deshalb ehrenamtliche Mitarbeitende für den Begleiteten Umgang. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag, damit Kinder auch in schwierigen Trennungssituationen den Kontakt zu beiden Eltern aufrechterhalten können.
Die Ehrenamtlichen erhalten vor Beginn der Tätigkeit eine fundierte Ausbildung zur Umgangsbegleitung sowie regelmäßige Beratung und Begleitung durch den Kinderschutzbund, eine Haftpflichtversicherung und Auslagenersatz. Es entsteht ein monatlicher Aufwand von ca. 2 Begleiteten Umgängen á 3 Stunden + ein Abend für Teamsitzung/Supervision.
Wenn sie Interesse haben, in diesem Fachbereich ehrenamtlich mitzuarbeiten, nehmen sie gerne Kontakt auf mit Frau Romer, Fachbereichsleitung, unter kornelia.romer@dksb-ka.de





