1. Langeweile macht kreativ
Unverplante Zeit macht erfinderisch. Wird sie nicht mit Angeboten gefüllt, haben Kinder die
Möglichkeit, ihre Fantasie „spielen“ zu lassen. Sie denken sich neue Spielideen aus, versinken in ihrer eigenen Vorstellungswelt und nutzen ihr kreatives Potenzial, um sich zu beschäftigen.
2. Langeweile motiviert
Aufstehen, Frühstücken, zur Schule gehen, Mittagessen, Hausaufgaben, Hobbys, Abendessen, Zähneputzen, Schlafengehen … im Alltag geht es Schlag auf Schlag. Wer da trödelt, gerät schnell in Zeitnot. Denn eine Struktur ist vorgegeben. Zeiten, in denen kein Termin ansteht, animieren Kinder nicht nur dazu, das zu tun, worauf sie gerade Lust verspüren. Sie motivieren Kinder auch, für sich selbst eine eigene Struktur zu entwickeln und einfach mal solange an etwas dranzubleiben, wie man will, nicht wie man muss.
3. Langeweile macht selbstbewusst
Die Erfahrung, auch ohne Reize von außen, ohne elektronische Geräte oder Freunde etwas mit sich anfangen zu können, ist bereichernd. Kinder lernen dabei viel über sich selbst, über ihre Bedürfnisse und Wünsche, über ihr Zeitempfinden und ihr eigenes Tempo. Das macht unabhängig und selbstbewusst. Denn wer frühzeitig lernt, mit sich gut und gerne allein zu sein, der entwickelt ein sicheres Gespür für die eigene Person.
4. Langeweile entspannt
Schön, wenn Kinder viel erleben. Aber die Reizüberflutung kann auch stressen. In langweiligen Phasen kommen die Gedanken
zur Ruhe, das Kind kann abschalten, es lernt, sich selbst zu beruhigen. Das ist ein wichtiges Gegengewicht zum Poweralltag. Zudem brauchen Kinder zwischen den Aktivitäten Leerlauf, damit sich Erlebtes und auch Gelerntes setzen
und sich die Seele von aufregenden Erlebnissen erholen kann.
Text: Anke Breitmaier