Zu süß, zu fett, zu salzig – Kinderlebensmittel sind unnötig

Kind isst süsse Speisen, Jogurt, spezielle Marken für Kinder. Foto: AOK-Mediendienst

Viele Eltern glauben, ihren Kindern mit sogenannten Kinderlebensmitteln etwas Gutes zu tun. „Doch das Gegenteil ist oft der Fall. Die meisten Joghurts, Snacks oder Knuspermüslis für Kinder sind fetter, süßer, salziger und teuerer als herkömmliche Nahrungsmittel“, stellt Beate Benning-Gross, Ernährungsexpertin bei der AOK Mittlerer Oberrhein, klar. Sie rät: „Besser ist es, wenn Kinder selbst zubereitete Fruchtjoghurts, viel frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen.“ Kinder brauchen keine Extra-Wurst mit (Tier-)Gesicht, Kinder-Früchteriegel oder spezielle süße Kindermilch. „Sonst gewöhnen sie sich an den künst­lichen Geschmack und mögen natürliche Lebensmittel nicht mehr“, erklärt die Ernährungsexpertin. Auch Softdrinks, Limonaden und Eistees sind nicht zu empfehlen. Diesen Getränken ist neben viel Zucker häufig Zitronensäure zugesetzt, die den Zahnschmelz schädigen kann.

„Wasser, Obst und Gemüse sind jedoch bei Kindern oft nicht sehr beliebt“, weiß Beate Benning-Gross. „Hier hilft es manchmal, etwas zu tricksen.“ Stechen Sie zum Beispiel Brotscheiben und Käse mit einem Plätzchen-Ausstecher aus oder kreieren eine Trauben-Raupe. Dafür einfach Trauben auf einen Holzspieß pieksen. Linsen, Rosinen oder Schoko-Drops eignen sich als Augen. Auch eine Palme ist schnell gemacht: Bananenscheiben bilden den Stamm, Kiwi die Blätter. Wasser kann man aufpeppen: Mit gefrorenen Früchten, die im Glas „hüpfen“ oder bunten Eiswürfeln aus Kirsch- oder Orangensaft. „Gut ist es, die Wünsche der Kinder mit einzubeziehen und mit ihnen zusammen den Speiseplan zu erstellen“, rät Benning-Gross. Und ganz wichtig: „Kinder bei der Zubereitung beteiligen und geduldig immer wieder Obst und Gemüse in Variationen anbieten. Denn Druck und Verbote bringen nichts und führen nur zu Frustration.“