SPIELETIPPS – in drei Dimensionen

 

Manchmal überraschen uns die Spielemacher*innen mit wunderbaren Gebilden: Sie konstruieren dreidimensionale Aufbauten. Das sieht gut aus, erfordert aber die Bereitschaft, auch vor im Grunde einfachen Spielen viel Zeit in die Vorbereitung zu stecken. Iris Treiber stellt heute dreidimensionale Spiele vor.


Kugelgeister

Die „Kugelgeister“ sind rund um eine dreidimensionale Turmruine unterwegs. Dummerweise spukt’s in der Ruine zusätzlich, und so werden die Geister von rollenden Kugeln immer wieder hinunter geschubst. Das geschieht allerdings nur, wenn sie sich auf die Abkürzung neben der Treppe wagen. Dort geht’s zwar schneller vorwärts, dafür aber sind die Treppen sicherer. Wir entscheiden, welches Risiko wir eingehen. Wer zuerst oben ankommt, gewinnt das schön gestaltete, lustige, spannende „Kugelgeister“.

„Kugelgeister“, dreidimensionales Zugspiel von Roberto Fraga, Drei Magier, zwei bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 26 Euro

 


Mondscheinhelden

Der böse Zauberer Zirroz will den „Mondscheinhelden“ die Juwelen aus der Burg stehlen und schiebt diese auf Plättchen nach und nach vors Burgtor. Wir wollen sie retten und heimlich gegen Kieselsteine gleicher Farbe tauschen. Reihum stellen wir uns neben ein Plättchen. Das kostet einen Kieselstein und zusätzlich je einen in der passenden Farbe für jedes Juwel. Zum Glück können die Kieselsteine reichlich nachgezogen werden. Es gewinnt das einladende Spiel, wer zum Schluss die meisten Juwelen hat.

„Mondscheinhelden“, Sammelspiel von Wilfried und Marie Fort, Haba, zwei bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 24 Euro

 


Dodo

Gelingt es uns, das letzte Ei des ausgestorbenen Vogels „Dodo“ zu retten? Das kullert, durch einen Spezialmechanismus unglaublich langsam, oben am Inselberg los. Währenddessen bauen wir sechs Rampen, damit es sicher unten ankommt. Ein Würfel gibt vor, welches Baumaterial wir auf den verdeckt ausliegenden Plättchen als Nächstes finden müssen. Wir gewinnen gemeinsam in diesem ungewöhnlichen Spiel, wenn das Ei heil unten ankommt.

„Dodo“, kooperatives Gedächtnisspiel von Frank Bebenroth und Marco Teubner, Kosmos, zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, etwa 21 Euro


Spukschloss

Durch vier Räume fliehen wir vom „Spukschloss“-Dach vor dem Gespenst. Wer erreicht als Erste*r den rettenden Ausgang? Vorwärts geht‘s per Würfel. Er gibt vor, ob wir einen Geister-Alarm auslösen. Dann setzt ein Mechanismus eine Kugel frei. Sie fegt uns die Treppe hinunter, stößt uns mit der Bücherwand um oder es saust ein Beil nieder. „Spukschloss“ ist zweifelsohne kreativ konstruiert. Leider dauert der Aufbau sehr lange, das Spielgeschehen ist nicht gut einsehbar und es geht etwas zu hektisch zu. Schade.

„Spukschloss“, Würfelspiel, Schmidt, zwei bis sechs Personen ab sechs Jahren, etwa 19 Euro

 


Dali the Fox

Der Fuchs, auf Englisch fox, in „Dali the Fox“ bemalt die Eier vom Bauern Salvador. Nehmen dürfen wir ein Ei einer Farbe, die wir mit den beiden Eierwürfeln erzielen. Das gilt nur, wenn Salvador diese Farbe nicht per Bauernwürfel bewacht und wir sie in diesem Zug noch nicht gesammelt haben. Wer zuerst zehn Eier hat, gewinnt. „Dali der Fox“ ist ein einfaches Würfelspiel mit dem Risiko, leer auszugehen, wenn wir nicht rechtzeitig aufhören. Es ist mit dem kleinen Hühnerstall-Häuschen schön gestaltet und macht zwischendurch viel Spaß.

„Dali the fox“, Würfelspiel von Vincent Bonnard, Pegasus, zwei bis vier Personen ab sechs Jahren, etwa 20 Euro

 


Kipp mir Saures

In „Kipp mir Saures“ werden gelbe Lichttrüffel, rote Feuerkaramellos und blaue Wolkendrops in Produktionsröhren für das Aroma, für die Form und fürs Verpacken hergestellt. Wir haben Würfel unterschiedlichen Gewichts in diesen Farben, die wir in die Röhren werfen. Irgendwann kippen sie, entleeren die Würfel und bringen Zutaten, Formkarten oder Verpackungen. Wer die meisten Punkte erzielt, gewinnt. „Kipp mir Saures“ besticht durch den Kippmechanismus der Röhren, den wir beeinflussen wollen. Es macht alles in allem viel Spaß.

„Kipp mir Saures“, dreidimensionales Würfelspiel von Emmanuel Albisser, Zoch, zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 25 Euro