SPIELETIPPS fürs Daheimbleiben

 

Im Gegensatz zu Milliarden anderen Menschen, die nicht in privilegierten Ländern leben, konnten wir über Jahrzehnte frei reisen. Nun hat uns eine Pandemie gezwungen, dieses im weltweiten Vergleich ungewöhnliche Luxusverhalten einzuschränken. Was für ein Glück, dass Iris Treiber unsere Leser*innen heute am Spieltisch auf Reisen schickt.


Kensington

Wir wollen prunkvolle Wohnhäuser im Londoner Stadtteil „Kensington“ errichten. Dazu haben wir unterschiedlich geformte Bauelemente mit hellen oder dunklen Fenstern, die wir verdeckt ziehen. Wir legen die Fenster immer an Fenster gleicher Beleuchtung oder an neutrale Elemente an. Punkte gibt es zum Schluss für das, was wir mit einem Dach überbaut haben – und für Katzen, die in den Fenstern sitzen. Schön, wie wir die zufällig gezogenen Elemente geschickt geplant einbauen müssen.

„Kensington“, Legespiel von Cielo d’Oro, Piatnik, zwei bis fünf Personen ab acht Jahren, etwa 20 Euro


Tasso Safari

Auf zur „Tasso Safari“, einer Reise, auf Swahili „safari“, an den Kilimanjaro zu den Tieren Afrikas. 36 Tierstäbchen aus Holz werden gleichmäßig verteilt, gefleckte Giraffen-Stäbchen sind neun, rosarote Flamingo-Stäbchen vier Zentimeter lang. Reihum legen wir ein Stäbchen so, dass es auf zwei anderen aufliegt. Waren die beiden vorher unbelegt? Dann sind wir nochmal dran. Wer mit der richtigen Taktik und einer ruhigen Hand zuerst alle Tiere gelegt hat, gewinnt das wunderschön ausgestattete, einfache Geschicklichkeitsspiel.

„Tasso Safari“, Geschicklichkeits-Taktikspiel von Philippe Proux, F.Hein-Spiele/Ludarden, zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 30 Euro


Iquazú

Bei diesem „Iquazú“-Wasserfall gibt es vierzehn Wasserfallabschnitte als Felswände, immer sechs sind sichtbar. In den Ritzen der Felswände wollen wir Edelsteine verstecken. Je sicherer eine Ritze ist, umso mehr Karten müssen wir abgegeben. Ist eine Felswand voll, verschwindet sie hinter einem Wasserstreifen und eine neue taucht auf. Sind die Edelsteine versteckt, die Ritzen voll, die Bonusplättchen ausgegeben, die Wasserstreifen ausgelegt und die Siegpunkte verteilt, endet das gelungene, schön ausgestattete Familienspiel.

„Iquazú“, Familien-Taktik-Spiel von Michael Feldkötter, Haba, zwei bis vier Personen ab zehn Jahren, etwa 25 Euro


Paris

In „Paris“ legen wir Straßen an, an denen Straßenlaternen leuchten. Gleichzeitig sammeln wir Gebäude auf Vorrat. Sind alle 16 Straßenplättchen eingesetzt, werden die Gebäude darauf gelegt. Ziel ist, dass sie eine große Grundfläche haben und von möglichst vielen Laternen beleuchtet werden. Das bringt Punkte, wer die meisten hat, gewinnt das spannende, anspruchsvolle, schön gestaltet Legespiel.

„Paris“, Legespiel von José Antonio Abascal, Kosmos, zwei Personen ab zehn Jahren, etwa 20 Euro


Terra Deutschland

„Terra Deutschland“ ist ein Schätz-Quiz, bei dem es auch Punkte gibt, wenn wir knapp danebenliegen. Immer drei Fragen aus vier möglichen hat es zu einem Thema: 1. Wo ist das Thema gelegen/geboren/erfunden worden? 2. Wie alt ist es? 3. Wie hoch, breit, weit ist es? 4. Wie ist die Anzahl, etwa von Alter, erlaubten Inhaltsstoffen, Geschwindigkeit, Fläche …? Wer seine Quizklötzchen gut platziert, bekommt Punkte, wer die meisten hat, gewinnt. Spannend, was es da alles zu entdecken gibt: die größte Wüste – in Brandenburg, der Filmpark Babelsberg – die Tour dauert 30 Minuten, das größte Denkmal für eine Kurtisane – in Konstanz, neun Meter Höhe …

„Terra Deutschland“, Quiz von Friedemann Friese, Huch, zwei bis fünf Personen ab zehn Jahren, etwa 20 Euro


Ulm

Was wir im „Ulm“ des 16. Jahrhunderts tun, das hängt vom Zufall und von unserer Strategie ab. Alles bringt Vorteile und Siegpunkte: Früh Privilegien sichern, um möglichst viel Nutzen daraus zu ziehen? Die Donau weit befahren? Nachkommen haben, die im Weiteren unterstützen? Ulmer Spatzen sammeln, die als Joker wirken? … Viele, viele Möglichkeiten bieten sich theoretisch, und wir brauchen ein bisschen, bis wir ins Spiel kommen. Das macht nichts, denn „Ulm“ ist ein wunderbar ausgewogenes, spannendes, anspruchsvolles Spiel.

„Ulm“, Strategiespiel von Günter Burkhardt, Huch, zwei bis vier Personen ab zehn Jahren, etwa 25 Euro