Warnung vor Muttermilchbörsen

„Gesund ins Leben“ hält das gesundheitliche Risiko für zu groß

Foto: BfR

Stillen ist die beste Ernährung für Säuglinge. Deshalb empfiehlt das Netzwerk „Gesund ins Leben“, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums, den Säugling im 1. Lebenshalbjahr zu stillen, mindestens bis zum 5. Monat ausschließlich und auch mit der Einführung der Beikost, spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats, weiter zu stillen. Kann der Säugling nicht gestillt werden, soll er eine industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung erhalten.

Vor dem privaten Austausch von Muttermilch, der zum Beispiel über Muttermilchbörsen im Internet organisiert wird, warnt das Netzwerk „Gesund ins Leben“. Da Untersuchungen der Milch nicht verpflichtend sind, ist ein gesundheitliches Risiko für den Säugling nicht auszuschließen. Ein unsachgemäßer Umgang mit der Muttermilch kann die hygienische Beschaffenheit und die Qualität der Milch zudem beeinträchtigen.

Die Ernährung mit Muttermilch hat viele Vorteile. Die Zusammensetzung der Muttermilch ist an die kindlichen Bedürfnisse angepasst. Sie enthält nicht nur Nährstoffe, sondern auch Abwehrstoffe. Stillen senkt damit das Risiko für Durchfall, Mittelohrentzündung und späteres Übergewicht. Auch während der Abwesenheit der stillenden Mutter, zum Beispiel wenn das Kind in der Kita oder der Tagespflege ist, kann es mit abgepumpter Muttermilch versorgt werden. Ist es bereits etwas älter und erhält tagsüber Beikost, kann die Mutter den Säugling morgens und abends stillen. Möchten oder können Frauen nicht oder nur teilweise stillen, ist eine industriell hergestellte Säuglingsmilch die einzige Alternative.

Das Netzwerk Gesund ins Leben warnt ebenso wie die Nationale Stillkommission und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin vor dem privaten Austausch von Muttermilch zum Beispiel über Online-Muttermilchbörsen oder soziale Netzwerke. Hier können Frauen ihre Milch kostenlos abgeben oder verkaufen. Die Übertragung von Infektionen, Schadstoffen oder Wirkstoffen aus Medikamenten ist nicht ausgeschlossen. Nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) müssten beim Muttermilchspenden so strenge Hygienevorschriften wie beim Blutspenden beachtet werden. Muttermilchbörsen geben zwar Tipps zum sicheren Kauf, damit ist das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung jedoch nicht einschätzbar und insgesamt zu groß.

Werdende Eltern sollten sich am besten schon in der Schwangerschaft über das Stillen informieren. Denn eine gute Stillplanung ist ein Erfolgsfaktor fürs Stillen.

Wenn stillende Mütter (von reichlich gebildeter) Muttermilch abgeben möchten, dann können sie ihre Milch Muttermilchbanken zur Verfügung stellen. Diese sind an Kinderkliniken angeschlossen, um Risikoneugeborene mit Muttermilch zu versorgen. Die Spenden werden umfassend geprüft. In Deutschland existieren derzeit 13 Muttermilchbanken. (www.europeanmilkbanking.com/germany.html)

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