Sonderthema: Bildung und Teilhabe

Programm Bildung und Teilhabe unterstützt bei Anschaffungen

Gute Nachrichten zum Schul(jahres)start

Nicht alle Familien sehen dem baldigen Schuljahresbeginn mit Freude entgegen – denn oft sind die Einschulung und das neue Schuljahr in allen Klassen mit zusätzlichen Ausgaben verbunden: Schulranzen oder Schulrucksack, Mittagessen, Sportschuhe, Schreibmaterialien, Schulausflüge, Klassenfahrten… die Liste ist lang! Doch für all diese Dinge gibt es im Programm „Bildung und Teilhabe“ Unterstützung für bedürftige Familien.

So erhalten leistungsberechtigte Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen zum 1. August 70 Euro und zum 1. Februar 30 Euro für die materiellen Anschaffungen. Je nach Klassenstufe kann der Betrag vielleicht nicht alle Materialien komplett abdecken, leistet aber eine wertvolle Hilfe. Gerade Schulranzen und -rucksäcke, die oft ein großes Loch in die Familienkasse reißen, werden so besser bezahlbar. Es lohnt sich gleichzeitig, nach preisgünstigeren Vorjahresmodellen zu schauen. Und beim Schulmaterial (Hefte, Stifte, Mäppchen, Klebestift usw.) gibt es heute schon in den Sommerferien in vielen Fachgeschäften Rabattaktionen, die man nutzen kann.

Wenn das neue Schuljahr dann begonnen hat, muss bei Kindergarten- und Schulausflügen oder mehrtägigen Klassenfahrten niemand zu Hause bleiben! Im Programm „Bildung und Teilhabe“ werden die Kosten (Fahrt, Eintrittspreise, Übernachtung und ähnliches) in tatsächlich anfallender Höhe übernommen und ggf. mit einer kleinen Tagespauschale für die Verpflegung (bei mehrtägigen Fahrten und wenn die Verpflegung nicht bereits in den Kosten enthalten ist). Nur Taschengeld gehört nicht dazu.

Die Kostenübernahme erfolgt pauschal vorab (meist muss der Betrag ja im Voraus an den jeweiligen Lehrer überwiesen werden) oder hinterher als Erstattung an die Eltern (gegen Beleg der vorab vorgenommenen eigenen Überweisung).

Klassenfahrten sind ein zentraler Bestandteil für den Zusammenhalt in der Klasse, für Freundschaften und das eigene Selbstbewusstsein. Die Erlebnisse in der Gruppe, das Kennenlernen einer anderen Stadt oder einer besonderen Umgebung gehören oft zu den Erinnerungen, an die alle Schüler auch noch nach vielen Jahren gerne denken. Daher sollten wirklich alle Kinder die Chance erhalten, dabei zu sein!

Wichtig: Wer in den vergangenen Wochen schon etwas für eine Klassenfahrt überwiesen hat und leistungsberechtigt ist, sollte sich schnellstmöglich an seinen Ansprechpartner bei der Stadt oder im Jobcenter wenden, um eine Erstattung zu beantragen – denn es gibt Bewilligungsfristen, die man beachten muss. (Kleiner Tipp, falls die Familie nicht leistungsberechtigt ist: Dann schauen Sie nach, ob es an der Schule Ihres Kindes einen Förderverein gibt, und nehmen Sie über die Lehrkraft Kontakt zum Förderverein auf; denn auch die meisten Schulfördervereine unterstützen – nach Rücksprache mit dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin und ggf. den Eltern – die Klassenfahrtteilnahme bei bedürftigen Schülern, ohne dass deren Klassenkameraden etwas davon erfahren.)

Auch die tägliche „Schülerbeförderung“ wird finanziell unterstützt, also der Weg zur Schule, wenn diese Schule die nächstgelegene zum Wohnort ist und nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht werden kann. Diese Förderung muss vorab beantragt werden. Hier gibt es einen Zuschuss für die ScoolCard des KVV (Eltern müssen nur 5 Euro pro Monat bezahlen, der Restbetrag wird vom Programm Bildung und Teilhabe getragen). Wenn die Schule (oder im Falle jüngerer Kinder: der Kindergarten) gemeinschaftliches Mittagessen anbietet, werden aus dem Programm „Bildung und Teilhabe“ die Kosten dafür weitgehend übernommen, nur 1 Euro pro Tag müssen die Eltern bezahlen. Dieser Teil des Programmes wird von sehr vielen leistungsberechtigten Familien in Anspruch genommen. Das gemeinsame Essen mit den Freundinnen und Freunden tut den Kindern einfach gut! Und wenn es in der Schule in dem einen oder anderen Fach mal nicht so gut läuft, ist eine außerschulische, ergänzende Lernförderung möglich. Es geht hier um die Behebung von kurzfristigen Lernschwächen. Der Klassen- oder Fachlehrer füllt – wie es auch für Ausflüge oder Klassenfahrten der Fall ist – ein Bestätigungsformular aus, dass das Kind in einem bestimmten Fach eine Zeitlang Lernförderung benötigt, dann kann die Nachhilfe in angemessenem Umfang bewilligt und begonnen werden. Das Geld wird direkt an den Nachhilfelehrer oder das Institut überwiesen. Das gilt übrigens prinzipiell: Mit Ausnahme der 70 plus 30 Euro für Schulbedarf werden die Leistungen als Gutschein gewährt oder direkt mit dem Leistungsanbietenden abgerechnet.

Das Programm „Bildung und Teilhabe“ wurde geschaffen, um eine Gleichstellung der Kinder zu unterstützen und Kinderarmut entgegenzuwirken. Bildung, Ausbildung und das Erleben einer starken Gemeinschaft prägen Kinder nachweislich in positiver Weise und leisten einen zentralen Beitrag für emotionale Stabilität und spätere berufliche Chancen. Das Team von „Bildung und Teilhabe“ ist stets bemüht, dem Kindeswohl entsprechend die gegebenen Möglichkeiten zu nutzen, und steht den Familien bei der Beantragung zur Seite. Auch wenn Eltern nicht möchten, dass bei Lehrern oder Nachhilfe bekannt wird, dass sie im Bezug von sozialen Leistungen stehen, können sie gerne auf die Ansprechpersonen zukommen.

Eine Übersicht, Kontaktstellen und Formulare finden Interessierte im Internet unter www.karlsruhe.de/b3/soziales/bildungspaket.

Zentrale Mailadresse für Fragen zu Bildung und Teilhabe: jobcenter-karlsruhe-stadt.BuT@jobcenter-ge.de

Die Antragstellung muss beim Jobcenter oder der Stadt Karlsruhe im Bereich Bildung und Teilhabe erfolgen: Sind die Eltern z.B. im Bezug von Wohngeld, dann ist die Stadt Karlsruhe (Abteilung Bildung und Teilhabe) zuständig. Die Teamleitung erreichen Sie unter Tel. 0721 8319-280 (Fr. Heger) bzw. 0721-8319-324 (Fr. Tekceer, stellvertretende Teamleitung). Beim Bezug von SGB II Leistungen ist der jeweilige Ansprechpartner im Jobcenter die erste Kontaktperson.