Obdachlosenprojekt an der Merkurakademie

Soziale Schülerprojekte liegen im Trend

„Das Projekt hat viel mit uns selbst gemacht“, resümieren die Schüler der Merkurakademie Lorenz und Sandro, als sie die Projektergebnisse vorstellen. „Viele Klischees, die man über Obdachlose kennt, wurden dabei widerlegt.“ Das Projekt, um das es ging, war ein Vorschlag zur Neukonzeption der Obdachlosenküche des Stadtklosters St. Franziskus in Karlsruhe-Dammerstock.

Erfolgreiche Projekte durchzuführen ist eine der Grundlagen, die in den kaufmännischen Berufskollegs der Merkur Akademie International (M.A.I.) vermittelt werden. Regelmäßig haben Schülergruppen die Aufgabe, eigene Projekte zu organisieren und die Ergebnisse vorzustellen. In diesem Schuljahr wandten sich besonders viele Schüler sozialen Projekten zu. Davon profitierten sowohl die Betroffenen, als auch die Schüler selbst. Nun wurden die Abschlusspräsentationen vorgestellt und bewertet.

Für das Obdachlosenprojekt haben sich die Schüler zunächst vor Ort umgesehen, mit den Obdachlosen und Köchinnen über ihre Erfahrungen und Wünsche gesprochen, sich bei der Zubereitung der Speisen beteiligt und Vorschläge zur Weiterentwicklung und räumlichen Neugestaltung der Einrichtung erarbeitet. Pfarrer Ehret und Pfarrer Krieg, die bei der Präsentation anwesend waren, freuten sich über die konstruktiven Vorschläge und ermunterten die Schüler, sich auch weiterhin für die Obdachlosenküche zu engagieren.

Eine andere Schülergruppe hatte Anfang des Jahres erstmalig einen Blutspendetag in der Schule organisiert. Cüneyt Demirel, Referent des DRK-Blutspendedienstes, dankte dem Projektteam im Anschluss an die Präsentation dafür, das Thema innerhalb der Schülerschaft publik zu machen. Obwohl 94 Prozent der Deutschen Blutspenden für wichtig halten, spenden lediglich ca. 4% tatsächlich. Umso erfreulicher war es für das DRK, dass die Schüler rund 40 Spender mobilisieren konnten. Die Hälfte der Teilnehmer waren zudem Erstspender, die vorhaben auch in Zukunft wieder Blut zu spenden.

Eine weitere Gruppe präsentierte ihr Engagement für die Karlsruher Tafel. Für die Einrichtung und ihre Nutzer hatten die Schüler über das Schuljahr hinweg gleich mehrere Aktionen durchgeführt. Unter anderem organisierten sie zur Weihnachtszeit eine Sachspendensammlung, an der sich 12 Klassen der M.A.I. beteiligten, verteilten selbstentworfene Flyer, um potentielle Unterstützer auf die Einrichtung aufmerksam zu machen und organisierten einen Kuchenverkauf. Den Erlös übergaben sie im Anschluss an die Präsentation Ursula Höhn und Susanne Roll, die als Vorstandsvertreterinnen der Tafel eingeladen waren. Persönliches Highlight der Schüler war die Warenausgabe, die sie für die Bedürftigen durchführten. „Anfangs hatten wir schon ein mulmiges Gefühl“, findet Diana „aber dadurch bekamen wir auch einen Einblick, den wir sonst nicht bekommen hätten.“

Weitere Projektthemen waren die Organisation eines Fußballturnieres zugunsten der Hilfsorganisation Burundikids e.V. und ein Marktforschungsprojekt das in Kooperation mit dem Discounter Lidl durchgeführt wurde.

„Neben anderen spannenden Themen, sind es insbesondere die sozialen Projekte, die in den letzten Jahren verstärkt verfolgt werden“, bestätigt Fachlehrerin Anne-Katrin Wick. „Unter den Schülern hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass das Gefühl Gutes zu bewirken, neben einer guten Note, ein schöner Mehrwert ist“.

Das sehen auch die Schüler so. „Es macht Spaß die erlernten Kenntnisse praktisch umzusetzen und gleichzeitig anderen zu helfen, denen es nicht so gut geht“, findet Alessandro.