Kinderhilfswerk fordert mehr Spielstraßen

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert, deutschlandweit die Einrichtung von Spielstraßen zu erleichtern. Dazu sollten Bundesregierung und Bundestag eine entsprechende Initiative zur Änderung der Straßenverkehrsordnung ergreifen. Die bisherige Rechtslage erschwert vielen Kommunen die Einrichtung von Spielstraßen. So dürfen Geh- und Fahrwege baulich nicht voneinan-der abgetrennt sein. Außerdem muss klar sein, dass in diesem Bereich die Aufenthaltsfunktion überwiegt. Durch diese Vorgaben fehlen vielen Kommunen die finanziellen Mittel, um Straßen in Spielstraßen umzuwandeln.

„Spielstraßen oder verkehrsberuhigten Zonen verdrängen zwar nicht den Autoverkehr aus den Innenstädten, schaffen aber mehr Spielraum für Kinder und damit mehr Lebensqualität im Wohnumfeld. Weil Spielstraßen vielerorts bessere Tempo-30-Zonen, aber keine wirklichen Spielstraßen sind, gibt es wenig Kinder oder Eltern, die sich trauen, diesen Raum zu nutzen. Viele haben immer noch nicht richtig begriffen, dass sich auf einer Spielstraße alle Teilnehmer auf gleicher Augenhöhe begegnen. Auch Autofahrer müssen sich an die Bedürfnisse der Kinder anpassen. Schrittgeschwindigkeit sollte genauso selbstverständlich sein wie geduldig zu warten, bis Kinder ihre Jacken zur Seite geräumt haben, die sie als Torpfosten temporär auf der Spielstraße platziert haben. Spielstraßen müssen endlich zu Spielstraßen werden!“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Kinder brauchen Zeit zum Spielen und vielfältige Möglichkeiten, die Welt um sie herum kennen zu lernen. Dazu gehört auch das Spielen auf der Straße und dem Gehweg. Das muss für Kinder gefahrlos möglich sein, und wir Erwachsenen müssen dafür sorgen, dass das geht“, unterstreicht Ralph Caspers, Botschafter des Weltspieltages.

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