SPIELETIPPS – Spiele des Jahres

Nach wie vor ist die Auszeichnung “Spiel des Jahres” der weltweit wichtigste Spielepreis. Vergeben wird er, wie auch die Titel „Kinderspiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“ von einer Jury aus Spielekritiker*innen, die völlig unabhängig arbeiten. Iris Treiber stellt unseren Leserinnen und Lesern heute Spiele vor, die die Jury ausgewählt hat.

 

G E W I N N E R


Spiel des Jahres: „Pictures“

Spiel des Jahres. Mit jeweils einem von fünf Materialsets wollen wir bei „Pictures“, englisch für Bilder, Fotos nachstellen: mit 1. je drei Holzwürfelchen in acht Farben, gut geeignet für Farbdarstellungen, 2. sechs verschiedene Bauklötze, passend für Formen und Reliefs, 3. vier Stöcke und vier Steine, geeignet für Strukturen und Aufteilungen, 4. zwei Schnürsenkel, für Strukturen, Aufteilungen und Formen und 5. 19 Symbol-Karten für konkrete Hinweise. Wird’s erraten, gibt‘s Punkte in diesem wunderbaren Ratespiel, das unsere Kreativität herausfordert.

“Pictures“, Bilder-Lege- und Ratespiel von Daniela und Christian Stöhr, PD-Verlag, drei bis fünf Personen ab acht Jahren, etwa 32 Euro


Kinderspiel des Jahres: „Speedy Roll“

Kinderspiel des Jahres. In „Speedy Roll“, englisch für „schnelle Rolle“ laufen wir als Igel vor dem Fuchs davon. Vorwärts kommen wir durch Waldteile. Wir erhalten sie, indem wir einen filzigen Tennisball-Igel über ausgestanzte Pilze, Blätter und Äpfel kullern. Was bleibt daran haften? Hoffentlich das, was gebraucht wird! Dann ziehen wir die Igel-Figur, der Fuchs jagt hinterher. Schaffen es die Igel nach Hause, damit wir gemeinsam gewinnen? Das alles hat der Jury „Spiel des Jahres“ so gut gefallen, dass sie „Speedy Roll“ zum „Kinderspiel des Jahres“ kürte.

„Speedy Roll“, Geschicklichkeit- und Zugspiel von Urtis Šulinskas, Piatnik/Lifestyle Games, eine bis vier Personen ab vier Jahren, etwa 20 Euro


Kennerspiel des Jahres: „Die Crew reist gemeinsam zum 9. Planeten“

Kennerspiel des Jahres. „Die Crew reist gemeinsam zum 9. Planeten“ und erfüllt unterwegs Missionen. Und wir sind die Crew! Ziel jeder Mission ist, dass ganz bestimmte Crew-Mitglieder einen ganz bestimmten Stich machen müssen oder in keinem Fall machen dürfen. Allerdings dürfen wir nicht über unsere Handkarten sprechen. Wir zeigen den anderen nur genau eine unserer Karten, verbunden mit der Information, ob es die niedrigste, die höchste oder die einzige Karte dieser Farbe ist, die wir haben. Das ist eine unglaublich spannende und anspruchsvolle Herausforderung an jede*n Einzelne*n. Klasse!

„Die Crew“, kooperatives, missionsbasiertes Stichspiel von Thomas Sing, Kosmos, drei bis fünf Personen ab zehn Jahren, etwa 15 Euro

 

N O M I N I E R T E  /  E M P F E H L U N G E N


My City

Nominiert zum Spiel des Jahres. Beim Legacy-Spiel „My City“ verändern sich die Regeln ständig, unter denen wir unsere eigene Stadt legen. Allerdings – was als Nächstes vorgeschrieben wird, weiß niemand, denn Regeln und Material kommen in acht verschlossenen Umschlägen. Also, auf zum Bauen auf Wiesen oder Wald, zwischen wenige Steine und viele Bäume, an den Fluss, mal dicht an dicht, mal nicht. Mehr wird nicht verraten, denn „My City“ lebt auch von der Spannung auf das, was uns die nächsten Umschläge bringen. Welche Fortschritte macht die eigene Stadt? Wer die meisten Punkte erzielt, gewinnt das wunderbare Spiel.

„My City“, Lege-Legacyspiel von Reiner Knizia, Kosmos, zwei bis vier Personen ab zehn Jahren, etwa 35 Euro 

Nova Luna

Nominiert zum Spiel des Jahres. Bei „Nova Luna“ bewegen wir uns um die gleiche Monduhr, haben aber unsere eigene Auslage. Dort legen wir die Aufgabenplättchen ab, die wir in der Monduhr bekommen. Je schwerer die Aufgaben, desto mehr Plättchen gibt’s. Dabei geht es immer darum, dass wir Plättchen benachbart zu anderen in bestimmten Farben anordnen. Wer zuerst 21 Aufgaben erfüllt hat, gewinnt das schön gestaltete, friedliche Spiel, bei dem wir logisch überlegen und eine gute Taktik und ein bisschen Glück brauchen.

„Nova Luna“, Taktik-Glücks-Legespiel von Uwe Rosenberg nach einer Idee von Corné van Moorsel, Edition Spielwiese/Pegasus, eine bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 23 Euro

Zoo Run

Empfohlen. Wir wollen gemeinsam die Tiere bei „Zoo Run“, englisch für etwa Zoo-Rennen, aus dem Zoo befreien. Und zwar so: Aus Spielplättchen, die an ihrem linken Rand zwei bis drei Hinterteile und am rechten Rand zwei bis drei Vorderteile von Tieren zeigen, setzen wir ganze Tiere zusammen. Sind alle Tiere fertig, bevor der Zoowärter im Zoo ankommt? Prima, dann kann ein Wettrennen der Tiere beginnen, bei dem wir Tiere zusammensetzen, die wir dann vorwärts ziehen.

„Zoo Run“, kooperatives Knobelspiel von Florian Sirieux, Loki/Hutter, eine bis fünf Personen ab vier Jahren, etwa 16 Euro

Foto Fish

Nominiert zum Kinderspiel des Jahres. Auf dem „Foto Fish“-Aquarium-Plan leben viele Fischlein in fünf Farben. Zwei Würfel geben vor, welche Farben die Fische auf unserem nächsten Foto haben müssen: Rot und Blau? Gelb und Lila? Nur Grün? … Würfeln, hinschauen und schnell den Fotoapparat, das ist ein kleiner Papprahmen, nehmen und ihn über die richtigen Fische schieben! Stimmt alles? Dann bekommen alle eine Belohnung, die es richtig gemacht haben. Klasse auch für Kinder, die etwas langsamer sind.

„Foto Fish“, Reaktions- und Konzentrationsspiel von Michael Kallauch, Logis, zwei bis vier Personen ab vier Jahren, etwa 20 Euro

Puzzle Memo Geheimer Regenwald

Empfohlen. Im „Memo Puzzle Geheimer Regenwald“ puzzeln wir Tiere aus dem Regenwald zusammen. Allerdings liegen die Teile verdeckt aus und wir dürfen nur benachbarte Teile anlegen. Es ist also besonders wichtig, dass wir uns gut merken, wo ein Tierteil liegt, das wir erst später brauchen. Je mehr Teile ein Tier hat, umso weiter dürfen wir unsere Spielfigur ziehen. Hier sorgen Regeln dafür, dass auch die Merkschwächeren eine Chance und damit viel Spaß an diesem schön gezeichneten Spiel haben.

„Puzzle Memo Geheimer Regenwald“, Gedächtnisspiel von Günter Burkhardt, Drei Hasen in der Abendsonne GmbH, zwei bis vier Personen ab fünf Jahren, etwa 20 Euro

Draftosaurus

Empfohlen. Wer zeigt die besten Dinos in seinen Gehegen? Sechs Arten gibt’s bei „Draftosaurus“ als kleine, hölzerne, lebensecht nachgebildete Figuren. Sie sind alle in einem Säckchen und wir ziehen je sechs. Ein Würfel gibt vor, ob wir das nächste Tier in einem Wald- oder in einem Ebene-Gehege, nahe bei den Toiletten oder nahe bei der Cafeteria einsetzen müssen. Tiere, die nicht eingesetzt werden, geben wir im Kreis weiter. Da jede Gehege eine andere Anordnung der Tiere verlangt, geht es in diesem rundum gelungenen Spiel, nur mit ein bisschen Taktik.

„Draftosaurus“, Draftspiel von Antoine Bauza, Corentin Lebrat, Ludovic Maublanc und Théo Rivière, BoardGameBox, zwei bis fünf Personen ab acht Jahren, etwa 20 Euro

Zombie Kidz Evolution

Empfohlen. In „Zombie Kidz Evolution“ wollen wir die Schule gegen Zombies verteidigen. Das ist deshalb spannend, weil wir ständig neue Regeln, Aufgaben und Fähigkeiten für unsere Zombies und unsere Schüler*innen bekommen. Was wartet da noch alles auf uns? Können wir die Tore rechtzeitig verschließen? Super ist, dass das Spiel auch immer in den einfacheren Versionen gespielt werden kann.

„Zombie Kidz Evolution“, Legacy-Spiel von Annick Lobet, Asmodee/Scorpion Masqué, zwei bis vier Personen ab sieben Jahren, etwa 25 Euro

Wir sind die Roboter

Nominiert zum Kinderspiel des Jahres. In „Wir sind die Roboter“ geht es darum, anhand der Geschwindigkeit, langsam, mittel oder schnell, und der Fahrtzeit zu erkennen, wo das Ziel liegt. Dazu ist immer eine*r der Roboter, die*der in Gedanken eine bestimmte Strecke auf einer Aufgabenkarte abfährt. Wir anderen versuchen zu erraten, welche Strecke das ist. Unglaublich, in welche Stimmung das ungewöhnliche Spiel uns versetzen kann, wenn wir uns aufeinander einlassen und unsere Wahrnehmung füreinander schulen.

„Wir sind die Roboter“, Einschätzspiel von Reinhard Staupe, Nürnberger Spielkartenverlag, zwei bis sechs Personen ab fünf Jahren, etwa 10 Euro