Projekt Alt & Jung wünscht sich wieder mehr Kinder

„Früher hatten wir eine Warteliste für die Kleinen, heute warten wir auf die Kinder“, bedauert Projektleiterin Sibylle van Schoor. Als das Projekt „Alt & Jung Hand in Hand – Kinderbetreuung durch Seniorinnen und Senioren“ des Karlsruher Kinder- und Seniorenbüros mit den Stadtteiltreffs startete, wurde die ehrenamtliche Betreuung der Kleinkinder vom Säuglingsalter bis zu drei Jahren durch Senioren sehr gut angenommen. „Es ist ein Gewinn für alle drei Generationen“, so van Schoor. „Für die Muttis sind das ihre zwei Stunden, die sie für sich nutzen können, die Senioren haben Freude am Spielen mit den Kindern und die Kinder und Mütter gewöhnen sich ans Loslassen und Abgeben in kleinen Gruppen mit Gleichaltrigen.“

Seit es jedoch das Anrecht auf einen Kita-Platz gibt, droht das Projekt in einigen der 15 Gruppen einzuschlafen. Beiertheim und Oberreut machen aktuell eine Pause, da es zurzeit keine zu betreuenden Kinder gibt, auch die übrigen Treffs würden gerne noch weitere Kinder aufnehmen. In Daxlanden, Neureut-Kirchfeld, im Hardtwaldzentrum und in Grötzingen läuft es erfreulich gut.

„Die Senioren würden es sehr bedauern, wenn das Projekt einschläft, denn sie sind mit ganzem Herzen dabei“. So auch Mutter Caroline R. Zuerst war die heute dreijährige Claire in der Betreuung in der Markusgemeinde, aktuell ist der einjährige Emilian dort und hat großen Spaß, erzählt sie. „Ich schätze es sehr und finde es gut für den Generationenaustausch, für die Kleinen zur Eingewöhnung für die Kita und für mich, um zwei Stunden für mich zu haben“, erklärt die zweifache Mutter, die zu Beginn mit ihren Kindern gemeinsam im Treff war. „Ich weiß, dass mein Kind gut betreut ist und sich wohlfühlt. Ich vertraue den Senioren zu 100 Prozent, schließlich gebe ich mein Kind nicht jedem“, erklärt Caroline. Die eigenen Großeltern sind zu weit weg, um die Kinder einfach mal schnell dort abzugeben.

„Es wäre schade, wenn das einschläft“, sind sich van Schoor und die Mutter einig, denn leichter könne man sich und die Kinder nicht an den Kita-Alltag gewöhnen, als mit den Treffs.
Michaela Anderer
Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf dieser Seite des Kinderbüros der Stadt Karlsruhe
Kontakt zur Projektleiterin Sibylle van Schoor gibt’s unter E-Mail: sibylle@vanschoor.de