Heimat, Märchen und Monster

Kinderkino der Kinemathek im September

Auch die „Junge Kinemathek“, das Filmangebot für Kinder, Jugendliche und die ganze Familie, ist wieder zurück. Bereits im August war die Kinemathek mit ihrem Kinderkino auf dem Gelände des Alten Schlachthofs zu Gast. Und auch zum Start am 5. September lädt sie noch einmal in das „Substage“ ein. Ab dann präsentiert die „Junge Kinemathek“ ihr Programm immer Samstags um 15 Uhr im Kino in der Kaiserpassage.
„Zu weit weg“ (5.9. Substage / 29.9. Kinemathek, 15 Uhr ab 7) ist ein feinsinniger Film, der für den Deutschen Filmpreis nominiert wurde. Er stellt mit den zwei Hauptprotagonisten aus verschiedenen Perspektiven die Begriffe Heimat und Wandel gegenüber und machte diese für ein junges Publikum nachvollziehbar.
Da sein Heimatdorf einem Braunkohletagebau weichen soll, müssen Ben (12) und seine Familie in die nächst größere Stadt umziehen. Dort trifft er einen weiteren Neuankömmling an der Schule: Tariq (11), Flüchtling aus Syrien, dem auch die Heimat genommen wurde. Es braucht aber einiges bis die beiden ihre Gemeinsamkeiten entdecken.
Märchenverfilmungen hatten in den osteuropäischen Ländern eine große Tradition. Nicht zuletzt konnten die Regisseur damit möglichen Ärger mit der Zensur vermeiden. Auch bei der DEFA, dem staatlichen Filmstudio der DDR, entstanden etliche solcher Produktionen. Mit „Das singende, klingende Bäumchen“ (12.9. 15 Uhr ab 6) entstand bereits 1957 ein echter Klassiker.
Eine schöne Prinzessin ist durch nichts zu beeindrucken. Selbst dann nicht, als ein schöner Prinz ihr eine Schatulle voller Perlen schenkt. Warum auch, sie hat ja schon alles. Und so kommt es, dass der junge Prinz sich auf ein Geschäft mit einem kleinwüchsigen Zauberer einlässt, der ihm ein magisches Bäumchen überreicht. Wenn es ihm aber auch damit nicht gelingt, die Liebe der Prinzessin zu gewinnen, dann wird er in einen Bär verwandelt und für immer der Gefangene des Zauberers sein.
Der Stoff, auf dem der Film beruht, ist in Teilen den Erzählungen der Gebrüder Grimm entnommen. Es finden sich aber auch Bezüge zu „Die Schöne und das Biest“ und zu anderen bekannten Motiven. Seine liebevolle Ausstattung und die handgemachten Tricks verleihen dem Film bis heute einen ganz eigenen Zauber.

In dem Animationsfilm „Molly Monster“ (19.9. 15 Uhr ab 5) soll das junge Monster Molly bei seinem Onkeln bleiben, weil die Eltern zum Ausbrüten ihres Geschwisterchens zur Eierinsel verreisen. Die gutmütige Molly macht sich aber Sorgen, weil ihre Eltern die selbstgestrickte Mütze vergessen haben, um das Ei warm zu halten. Kurzentschlossen beschließt Molly, den Eltern hinterher zu reisen und begibt sich auf ein packendes Abenteuer. Ein warmherziger Film für die ganz kleinen Zuschauer.