aus aktuellem Anlass

Freie Waldorfschule Karlsruhe bei Kundgebung in Stuttgart

Für eine faire, verfassungskonforme Gleichbehandlung des freien Schulwesens

Bild: Kampagne #handhochBW

Am Donnerstag, 9. März 2017, fuhren Schüler, Eltern und Lehrer der Freien Waldorfschule Karlsruhe zu einer Großkundgebung nach Stuttgart, zu der die AGFS (Arbeitsgemeinschaft der Freien Schulen in Baden-Württemberg) aufgerufen hat. Nachdem der Staatsgerichtshof die bisherige Praxis der Bezuschussung der freien Schulen für nicht verfassungskonform erklärt hat, muss bis zum Sommer eine Neuregelung gefunden und beschlossen werden.

Das Grundrecht, für seine Interessen einzutreten, sich zu versammeln und mit Gleichgesinnten – hier: mit Schülern, Eltern und Lehrern aller anderen Freien Schulen im Land – gemeinsam zu demonstrieren, gehört zu den unveräußerlichen Rechten, die uns das Grundgesetz zusichert. Im Unterricht können zwar die gedanklichen Grundlagen erarbeitet werden, was es aber tatsächlich bedeutet, wird erst in der Praxis zum Erlebnis.

Auch der Anlass kann von den Schülern nachvollzogen werden: Es geht um eine faire, verfassungskonforme Gleichbehandlung des freien Schulwesens gegenüber den Schulen in staatlicher Trägerschaft. Und zwar im Sinne der Gleichwertigkeit, nicht einer Gleichartigkeit. Was Lehrer und Eltern, mittelbar auch die Schüler an der Waldorfschule bewegt, ist die Tatsache, dass für die Schüler an allen Freien Schulen, nicht nur an Waldorfschulen, bisher deutlich weniger finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden als für Schüler an staatlichen Bildungseinrichtungen.

Aber Freie Schulen sind das Salz in der Suppe des Bildungswesens! Ohne die Waldorfpädagogik wäre die Bildungslandschaft sowohl in Baden-Württemberg als auch weltweit um einen wichtigen Impulsgeber ärmer. Seit fast 100 Jahren üben sich die Lehrer an den Waldorfschulen darin, den Unterricht so zu gestalten, dass sich die Zukunftskräfte, die in jedem jungen Menschen liegen, entfalten können. Immer wieder haben Elemente aus dem Lehrplan der Waldorfschulen, aus ihrer Methodik Eingang in andere Schulformen gefunden.

Bei ihrer Kundgebung auf dem Schlossplatz in Stuttgart zeigen die Freien Schulen ab 12 Uhr in der Pause der Plenarsitzung, wie viele Gesichter, wie viel Vielfalt und wie viel Kreativität in unserem freien Schulwesen stecken!

Nicht unter freiem Himmel, sondern auf der Bühne im Festsaal ist „Viel Lärm um Nichts“ nach William Shakespeare zu erleben. Das Theaterprojekt der Klasse 8a entführt die Zuschauer in das Italien des 16. Jahrhunderts. Gemeinsam haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a dieses Stück ausgewählt und mit ihrer Klassenlehrerin Ute Wetzel einstudiert. „Viel Lärm um Nichts“ wird an zwei Abenden zu sehen sein: am Freitag, 24., sowie am Samstag, 25. März, jeweils um 20 Uhr im Festsaal der Freien Waldorfschule Karlsruhe – Waldstadt, Neisser Str. 2.