Fachtag zum Thema digitale sexualisierte Gewalt

Am 3. Juli war es soweit: die Karlsruher Fachberatungsstelle Wildwasser & FrauenNotruf gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen feierte ihr 30-jähriges Jubiläum mit einem Fachtag zum Thema sexualisierte Gewalt über digitale Medien. Mehr als 100 Fachkräfte aus Stadt- und Landkreis, denen in Heimen, Kindergärten, Arzt- und Therapiepraxen, Beratungsstellen, Schulen und Behörden Fälle sexualisierter Gewalt begegnen, folgten der Einladung ins Jubez.

Die Veranstaltung mit dem Titel „WhatsApp, Snapchat, Instagram – Sexuelle (Grenz)-erfahrungen im digitalen Zeitalter“ eröffnete Sarah Kittner, die neue Geschäftsführerin von Wildwasser & FrauenNotruf gemeinsam mit ihrem Team. In einem Streifzug durch Blitzlichter der Wildwasser-Geschichte gaben die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle Einblicke in die Zeit, in der sie ihre Arbeit dort aufnahmen und skizzierten besondere fachliche und politische Entwicklungen.

„Das Thema digitale sexualisierte Gewalt spielt für uns durch die zunehmende Digitalisierung und die damit veränderte Mediennutzung bereits seit rund 15 Jahren eine Rolle in unserer Arbeit“, erläutert Kittner. „Mit unserem Fachtag wollten wir Fachkräfte zu diesem Thema noch stärker informieren und sensibilisieren.“

Das fachliche Programm läuteten die beiden Theater-Pädagogen Julia Jäger und Thomas Ruff ein. Sie zeigten Ausschnitte aus dem Präventions-Theaterstück „Mein Körper gehört mir!“ der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück.

Im Anschluss daran lieferte die medienpädagogische Referentin Eva Borries in zwei Vorträgen Input zum Thema „Aufwachsen in sexualisierten Medienwelten“. Zuerst informierte sie über den Umgang Jugendlicher mit Sexualität in digitalen Medien und die Erfahrungen, die sie im digitalen Raum machen. Danach ging sie auf Möglichkeiten der Prävention ein und vermittelte praktische Hilfen im Umgang mit kindlicher und jugendlicher Mediennutzung.

Begleitet wurde der Fachtag von viel fachlichem Austausch und Vernetzung sowie reger Diskussion mit den Referent/-innen.