Alternative Fakten

Editorial der Februar-Ausgabe 2018

Herausgeber und Chefredakteur Karl Goerner

Liebe Leserinnen & Leser,

„Alternative Fakten“ wurde gerade von einer unabhängigen und ehrenamtlichen Jury um Linguistikprofessorin Nina Janich zum Unwort des Jahres gekürt. Endlich mal ein Problem, das Sie nicht haben. Im KARLSRUHER KIND finden Sie keine Trump-Tweeds. Alle redaktionellen Beiträge, die Sie bei uns finden, sind überprüft, die Quellen zuverlässig.

Natürlich haben wir auch politische und soziale Anliegen. So werden wir immer wieder versuchen, Sie, unsere Leserinnen und Leser, zu motivieren, vor Ort einzukaufen statt online, um den Einzelhandel und insbesondere inhabergeführte Fachgeschäfte zu stärken. Wenn diese Geschäfte mangels Rentabilität schließen müssen, fängt das große Jammern an. Persönliche, individuelle Beratung statt teurer Schnäppchen-Fehlkäufe im Internet. So kann man auch Geld sparen!

Wir haben auch keine Angst vor Überfremdung und der „Islamisierung des Abendlandes“. Wir werden weiterhin über die Menschen und Organisationen in unserer Region berichten, die sich für Menschlichkeit und Integration einsetzen. Wir lassen uns auch künftig vor keinen Parteikarren spannen. Eher ziehen wir von hinten, um den Vortrieb rechts-demagogischer Parteikarren zu bremsen. Dass wir damit aus der ganz rechten Ecke das Prädikat „linksversiffte Lügenpresse“ angeheftet bekommen könnten, macht uns fast schon ein bisschen stolz.

Nicht einmal in den „Sozialen Netzwerken“ – der Heimat der „alternativen Fakten“ – wie unserer Facebook-Fanpage lassen wir uns dazu hinreißen, ohne faktische Grundlagen zu polemisieren. Überprüfen Sie es! Dann dürfen Sie auch gerne ein „like“ hinterlassen.

Natürlich werden nie alle unsere Leserinnen und Leser ganz mit uns zufrieden sein. Wir freuen uns über jede Leserzuschrift, auch wenn sie Kritik enthält, weil wir so sehen, dass Sie sich mit den veröffentlichten Beiträgen auseinandersetzen. So erreichte uns gerade eine Mail einer Leserin, die „einen Schock bekommen“ hat, dass im letzten „Karlchen“, unserer Kinderseite in der Heftmitte, das Wort „Neger“ zu lesen war. Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich von Herzen bei unserer lieben Mitarbeiterin Barbara Nesselhauf, die nun schon etliche Jahrzehnte auf dieser Welt lebt und noch immer mitten im Leben steht und voller Ideen und Tatendrang ist. (Ihr Alter bleibt ein Geheimnis). Diese wunderbare Autorin hat einen kleinen Absatz zu Palindromen (Wörter, die auch von hinten lesbar sind) geliefert. Und „Regen“ lässt sich eben auch rückwärts lesen. Der Begriff „Neger“ steht auch im aktuellen Brockhaus und im Duden (27. Auflage, 2017). Uns lag es selbstverständlich fern, Schwarzafrikaner und Afroamerikaner zu beleidigen, aber das Wort ist nunmal in der Welt. Und um dem nächsten Ärger vorzubeugen, bezieht sich das Gesagte selbstredend auch auf Schwarzafrikanerinnen und Afroamerikanerinnen.

Sie sehen, keine „fakenews“ in der Zeitung zu haben, das reicht nicht. Nur mit größter Sorgfalt lassen sich Fehler vermeiden. Wir versuchen, diesem Anspruch auch im 30. Jahrgang weiterhin gerecht zu werden – in jeder Ausgabe! Diesmal finden Sie sogar HIER ein Interview, das der aus dem Fernsehen bekannte Journalist Franz Alt mit Seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama, führte. Möge es Ihnen Inspiration sein!

Das KARLSRUHER KIND ist dank Ihnen, unserer treuen Leserschaft und dank unserer Inserenten die erfolgreichste Elternzeitung der Region. Das ist Fakt! Ohne Alternative! In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen viel Spaß beim Schmökern in der 342. Ausgabe Ihres KARLSRUHER KINDes!