Der kleine Cory reist um die Welt

Die Karlsruher Erzieherin Birgit Knechtel erzählt eine kleine Corona-Geschichte für Kinder

Es war einmal ein kleiner Virus, der hieß Corona – wurde aber von allen nur Cory genannt. Er war noch sehr jung und wusste wenig über sich und das, was er bewirken konnte.

Er hatte einen besten Freund, den Grippe – Virus. Er war älter als Cory und auch schon viel in der Welt herumgekommen. Von seinen spannenden Reisen und dem Leben der Menschen hatte er Cory oft erzählt.

Cory war neugierig geworden und wollte auch endlich auf Reisen gehen, um etwas zu erleben.

Nun ist es ja so, dass Viren nicht wie Menschen in einen Zug oder ein Flugzeugsteigen können, um zu verreisen. Viren benutzen als Transportmittel den Menschen. Sie sind für ihn nicht sichtbar und werden durch Hände schütteln oder Niesen von Mensch zu Mensch weitergereicht. Dabei wird der Mensch aber durch die Viren geschwächt und kann verschiedene Krankheitssymptome wie Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen usw. bekommen.

Cory machte sich also auf den Weg. Da in China ganz viele Menschen leben, startete er dort sein Abenteuer und ließ sich in der Bevölkerung weiterreichen. Nach einiger Zeit hatte Cory genug von China gesehen. Daher war er sehr froh, dass er es sich gerade auf einem Menschen gemütlich gemacht hatte, der zum Flughafen fuhr, um in ein anderes Land zu fliegen.

Auf diese Art und Weise reiste Cory um die ganze Welt. Er sah die chinesische Mauer, den Eiffelturm in Paris, den Tower in London und alle möglichen Sehenswürdigkeiten.

So spannend, wie das Abenteuer für ihn auch war, stellte er bald fest, dass sich in den Orten, wo er hinkam, schnell etwas veränderte. War anfangs noch viel Trubel auf den Straßen und Plätzen, zogen sich die Menschen kurz nach seiner Ankunft in ihre Häuser zurück. Die Gaststätten und Geschäfte wurden geschlossen und auch die Menschen selbst waren nicht mehr so fröhlich wie zuvor. Sie setzten sich Masken über Mund und Nase wie an Karneval, aber es wurde nicht gefeiert wie an Fastnacht. In den Städten wurde es immer leerer und trostloser. Das gefiel Cory überhaupt nicht. Außerdem hatte er das Gefühl, dass die Menschen vor ihm Angst hatten und daher möglichst keinen   Kontakt mehr miteinander haben wollten.

Ständig wuschen sie ihn von ihren Händen ab, wenn Cory sie als Transportmittel benutzen wollte oder sie tropften so stinkiges Zeug auf ihre Hände. Das fand Cory sehr eklig.

Doch dann wurde es für Cory noch schlimmer. Die Menschen ließen sich auf einmal in den Arm pieken. Dadurch entstand um diese Person eine Art Schutzschild, das Cory nicht durchdringen konnte.

Cory hatte keinen Spaß mehr und beschloss, wieder nach Hause zurück zu kehren. Dort erzählte er seinem Freund, dem Grippe- Virus von seinem Erlebten. Der musste lachen, als Cory von den Veränderungen der Menschen berichtete. Er erklärte ihm, dass das die Aufgabe von einem Virus sei.

Cory versuchte auch in den darauf folgenden Jahren, eine Weltreise zu machen. Leider kam er nie wieder so weit, weil ganz viele  Menschen jetzt so ein Schutzschild haben. Doch bei seinen Kurztrips sah er die Menschen wenigstens wieder lachen und Spaß haben. Das freute Cory sehr.