Skoliose – wenn sich die Wirbelsäule verbiegt

Selten, aber tückisch

Foto: AOK-Mediendienst

Etwa ein Prozent aller AOK-versicherten Kinder bis zum Alter von 16 Jahren leidet landesweit an Skoliose. Mit Skoliose (griech. skolios – krumm) wird eine Fehlstellung der Wirbelsäule beschrieben, die durch deren Seitverbiegung gekennzeichnet ist und mit einer Drehung der Wirbelkörper einhergeht.

Mädchen sind dabei etwa ein Drittel häufiger betroffen als Jungen. „Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe zählen wir jährlich etwa 250 Kinder mit Skoliose“, so Petra Spitzmüller, Geschäftsführerin der AOK Mittlerer Oberrhein, über eine aktuelle Statistik der Krankenkasse. Die Skoliose zählt zu den häufigsten und am längsten bekannten orthopädischen Leiden.

Die Ursachen für die Ausbildung einer Skoliose sind vielfältig und reichen von angeborenen Fehlbildungen über Muskel- oder Nervenerkrankungen, Schädigungen nach Unfällen bis hin zu Lähmungen oder Entzündungen. „Überwiegend handelt es sich jedoch um eine sogenannte idiopathische Skoliose, bei der keine spezifische Ursache zu finden ist“, so Spitzmüller. Häufige Symptome von Skoliosen sind unterschiedlich hochstehende Schultern, ein schiefes Becken, ein schief gehaltener Kopf, ein seitlicher „Rippenbuckel“, Verspannungen und Rückenschmerzen.

Frühkindliche Skoliosen unter dem Alter von drei Jahren korrigieren sich überwiegend spontan und bedürfen meist keiner Therapie. Die verbleibenden, fortschreitenden Skoliosen erfordern dagegen häufig eine langwierige komplexe Behandlung. „Die Skoliose verschlechtert sich insbesondere während der Jugend in Zeiten verstärkten Körperwachstums.“ Spitzmüller rät deshalb dazu, unbedingt alle Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche wahrzunehmen. So können etwaige Fehlhaltungen wie die Skoliose erkannt werden. 

Die Vorsorgeuntersuchungen im Überblick: www.aok.de/bw/familie, www.bundesverband-skoliose.de