Kinder- und Jugendreha jetzt besonders wichtig

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Alle Rehakliniken, die sich auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert haben, sind auch in der derzeitigen Corona-Krise für ihre Patientinnen und Patienten da und nehmen auch weiterhin junge Menschen und mögliche Begleitpersonen auf. In den Kliniken gibt es umfassende Hygienekonzepte, erklärt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg als zuständiger Versicherungsträger.

„Die Einschränkungen, die Covid-19 mit sich bringt, sind für Familien mit chronisch kranken Kindern und Jugendlichen besonders belastend“, sagt Alwin Baumann vom Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V. „Konflikte um die Einhaltung der medizinischen Maßnahmen verschärfen sich in der häuslichen Enge. Und Verhaltensstörungen werden noch auffälliger als in normalen Zeiten.“ In der Krisensituation werde deutlich, dass manche Kinder oder Jugendliche Unterstützung durch eine Reha benötigen um mit sich, dem Alltag oder der Schule wieder zurechtzukommen. Entsprechende Anrufe und Anfragen von Eltern und Ärzten hätten zu Corona-Zeiten beim Bündnis deutlich zugenommen, so Baumann. 

2020 haben rund 1.974 Kinder und Jugendliche von einer Kinder-Reha der DRV Baden-Württemberg profitiert. Knapp ein Drittel davon aufgrund von psychischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten. 

Durch die Corona-Pandemie sind die Zahlen 2020 zurückgegangen, obwohl der Bedarf eher höher gewesen sein dürfte. Hier hat vielleicht die Angst vor einer Ansteckung eine Rolle gespielt. Für die Zeit nach der Pandemie wird wieder mit einer steigenden Nachfrage gerechnet. Aber auch schon jetzt kann bei der DRV jederzeit eine Kinder-Reha beantragt werden. In den Kliniken gibt es gute Hygienekonzepte, um Ansteckungen zu verhindern. 

Während des Aufenthalts in der Rehaklinik erhält das Kind eine umfassende medizinische, physiotherapeutische, psychologische und oder pädagogische Betreuung, die auf das Krankheitsbild individuell zugeschnitten ist. Für ältere Jugendliche sind auch berufsorientierende Leistungen möglich. Die Kinder verpassen keinen Schulstoff: Sie werden in der Klinik nach Absprache mit der Heimatschule und je nach Schultyp in den Hauptfächern unterrichtet. 

Die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, ärztliche Betreuung, therapeutische Leistungen und medizinische Anwendungen übernimmt die DRV. Zuzahlungen müssen nicht geleistet werden. Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren können von einer Person begleitet werden. Auch die Kosten für die Begleitperson und mögliche Verdienstausfälle für diese Zeit werden übernommen. Ältere Kinder können bei medizinischer Notwendigkeit ebenfalls begleitet werden. 

Anträge auf Kinder-Reha gibt es direkt bei der Rentenversicherung: Die Antragsformulare stehen im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de bereit. Weitere Informationen enthält die Broschüre „Kinder und Jugendliche: Fit mit Rehabilitation“. Sie kann kostenlos in verschiedenen Sprachen im Internet ebenfalls dort heruntergeladen werden und unter Telefon 0721 825-23888 oder per E-Mail (presse@drv-bw.de) bestellt werden. 

Unter www.kinder-und-jugendreha-im-netz.de vom Bündnis Kinder- und  Jugendreha e.V.  finden Interessierte ferner eine Aufstellung aller Rehakliniken, die eine Kinder- und Jugendreha anbieten. Informieren kann man sich außerdem über www.facebook.com/kinderjugendreha.