Schwerpunktthema

Fitness-App SmartFamily macht Familie zum Bewegungs-Team

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Eltern und Kinder motivieren sich per Smartphone gegenseitig zu Sport und gesundem Essen – Sportwissenschaftliche Studie erforscht Aktivitäts- und Ernährungsverhalten in der Familie können, untersucht die Studie SmartFamily, die bis Anfang 2018 mit Probanden aus dem Raum Karlsruhe durchgeführt wurde.

Das Smartphone spielt dabei eine wichtige Rolle. Testfamilien mit Kindern zwischen zehn und 16 Jahren erhalten ein mit einer speziellen App ausgestattetes und mit einem Bewegungsmesser gekoppeltes Mobiltelefon. In der App legt die Familie Fitnessziele fest, die sie gemeinsam binnen einer Woche erreichen will: die Zahl der gegangenen Schritte und die Zeit, die sie mit moderater körperlicher Aktivität wie Spaziergängen oder mit anstrengendem Sport verbringen will. Sind bestimmte Meilensteine Richtung Wochenziel erreicht, erscheinen Gratulations-Nachrichten auf dem Telefon-Display. Die Familienmitglieder sehen in der App jederzeit, was sie gemeinsam bereits erreicht haben. Der eigene Beitrag allerdings ist für die anderen nicht sichtbar. „Die Familie soll sich als Ganzes angesprochen fühlen“, sagt Jens-Peter Gnam vom Institut für Sport- und Sportwissenschaft (IfSS). „Uns interessiert, welche Dynamik sich innerhalb der Gruppe entwickelt, ob einer zum Beispiel durch seine Leistung die anderen mitzieht“, so der Sportwissenschaftler.

Im Fokus der Studie steht die Motivation der Teilnehmenden. Die Forscher wollen wissen, ob das Zutrauen der Teilnehmer gestärkt wird, das selbst gesteckte Ziel dank eigener Kompetenz zu erreichen. Und ob die Familienmitglieder aus äußerem Antrieb aktiv sind, also um das festgelegte Leistungsziel zu erreichen. Oder aus innerem Antrieb, also aus Spaß an der Bewegung. Die als intrinsische Motivation be-zeichnete Lust, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun, sei bei Personen innerhalb eines sozialen Netzes wie einer Familie besonders groß, deshalb eigne sich die Fitness-App prinzipiell auch für den Freundes- oder Kollegenkreis, so Gnam.

Um festzustellen, ob und in welchem Maß sich mithilfe der App individuelle Veränderungen in der Familie verankern lassen, vergleicht die Studie das Verhalten der Probanden, die die Smartphone-App er-hielten, mit dem einer gleich großen Kontrollgruppe. In einer knapp zweimonatigen Vorstudie im Sommer 2017 waren mit zwei kleinen Probandengruppen erste Daten für das Projekt erhoben worden. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit gut 300.000 Euro geförderte Studie SmartFamily ist Teil des Verbundprojekts SmartAct, an dem neben dem KIT die Universität Konstanz und die Universität Mannheim beteiligt sind.

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9.300 Mitarbeiterinnen und Mitar-beiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieurs-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaf-ten zusammen. Seine 26.000 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf ver-antwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brü-cke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftli-chen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Das KIT ist seit 2010 als familiengerechte Hochschule zertifiziert.