Der Blinddarm – Diagnose bei Kindern oft erschwert

„338 Mal wurde AOK-Versicherten im Stadt- und Landkreis Karlsruhe der Blinddarm entfernt“, zitiert Harald Röcker die Statistik 2018. Die Krankheitshäufigkeit steigt dabei bis zur Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen leicht an, geht dann aber stetig zurück. Was im Volksmund Blinddarmentzündung heißt, ist tatsächlich eine Entzündung des Wurmfortsatzes, von Medizinern auch Appendix vermiformis genannt. Kommt es zu einem Verschluss der engen Mündung des Wurmfortsatzes, kann sich dieses kleine Stück Darm entzünden.

„Der Wurmfortsatz hängt wie ein wurmartiges Anhängsel am Blinddarm und hat eine Länge von wenigen Zentimetern. Seine Funktion ist noch nicht vollständig geklärt, es wird unter anderem diskutiert, ob er Teil des körpereigenen Abwehrsystems ist“, erklärt der Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein. „Bei einem entzündeten Blinddarm besteht die Gefahr, dass er aufplatzen kann. Das kann eine schwere und lebensgefährliche Bauchfellentzündung verursachen“, warnt er.

Mögliche Anzeichen für eine Blinddarmentzündung sind abgesehen von Bauchschmerzen auch Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Der Schmerz tritt meist zunächst rund um den Bauchnabel auf, verlagert sich mit der Zeit in den rechten Unterbauch. Ein weiterer Hinweis ist ein deutlicher Unterschied der Körpertemperatur, wenn man sie einmal in der Achselhöhle und einmal im Po misst. Diese Beschwerden können auftreten, müssen es jedoch nicht. Schmerzen im rechten Unterbauch können auch durch andere Krankheiten ausgelöst werden. Bei Frauen kommen zudem gynäkologische Ursachen in Betracht. Bei Kindern ist die Diagnose zusätzlich erschwert, weil sie ihre Beschwerden häufig noch nicht so genau beschreiben können und Schmerzen oft ganz allgemein als Bauchschmerzen benennen. „Die Diagnose der akuten Appendizitis beruht im Wesentlichen auf der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung. Sonographie und Laborbefunde können die Diagnostik ergänzen“, erläutert Harald Röcker.

Anmerkung der Redaktion: Bitte seien Sie auch bei diffusen Schmerzen und auch wenn nur eins der Symptome hellhörig.