Empathie

Editorial im August 2016

Herausgeber und Chefredakteur Karl Goerner

Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Wochen durften meine Frau und ich in unserer Stadt viele kulturelle Highlights verschiedenster Art erleben: Zeltival im Tollhaus, Vorfest und das FEST, Schloss in Flammen, Sandkorn-Premiere zum 60-jährigen Jubiläum und immer auch wieder Augenblicke der Erbauung beim Lauschen bei einem der Spiel-mich-Klaviere, die das Stadtmarketing überall in der Stadt aufgestellt hat. Dazu kamen noch eine Vernissage und eine Performance. Ja, wir haben es uns im vergangenen Monat richtig gegeben und es hat Spaß gemacht und manchen „wow-Effekt“ erzeugt…
 
All denen, die Musik machen, ob Klassik, Jazz, Rock oder eine ganz andere Form, all denen, die Schauspieler sind, Maler, Bildhauer – auch denen, die durch wunderbare Bücher und Filme ihre Zuschauer verzaubern und in ungekannte Ebenen „beamen“, all denen ist eines gemeinsam: Nahezu alle Künstler schaffen nicht nur zur eigenen Befriedigung. Jeder Opernsänger, jeder Rockstar, jeder Autor, jeder Maler, jeder Schauspieler hat jahrelang gelernt, studiert und geübt um Menschen mit seiner Kunst zu erfreuen oder zu neuen Ufern zu führen. Dazu gehört eine Menge Empathie. 
 
Empathie bezeichnet laut Fremdwörter-Duden (die älteren unter uns werden sich an den gedruckten und absolut zuverlässigen Vorläufer von Wikipedia erinnern) „die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in sie Einstellung anderer Menschen einzufühlen“.
 
Aber wir hatten auch Paris, Nizza, Würzburg und München. Durchgeknallte, Fehlgeleitete, im wahrsten Wortsinn „Verrückte“ bringen Schmerz und Leid über viele Menschen. Manche Zeitgenossen nutzen solch tragische Ereignisse – vorwiegend in sozialen Netzwerken – zur gnadenlosen Polemik, meist eher gedankenlos und selbstzentriert als böswillig. In jedem Fall aber ohne Menschlichkeit, ohne jegliche Empathie. 
 
Wir müssen unseren Kindern (neben der Bildung, die mir ebenfalls extrem wichtig erscheint) vor allem Empathie vermitteln. Am besten durch Vorleben. Dazu müssen wir wohl die Präferenzen unserer Kids respektieren. Ob sie ein Instrument lernen möchten, Schauspielunterricht nehmen oder später Literaturwissenschaft studieren möchten – wir sollten für alles offen sein, Nähe und Vertrauen vermitteln. Übrigens: Was wir auch ohne Kohle unseren Kindern so alles möglich machen können, lesen Sie in unserer Serie zu „Bildung und Teilhabe“.
 

Jetzt wünsche ich Ihnen und Ihren Kids aber trotz dieser nachdenklichen Zeilen erst mal wunderschöne, erholsame und doch erlebnisreiche Ferien. Was Sie so alles erleben können – auch ohne zu verreisen – lesen Sie auf den nächsten Seiten.

Und zuvor natürlich erst einmal viel Spaß beim
Schmökern in Ihrem neuen KARLSRUHER KIND!

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