Editorial – Oktober 2018

Die Redaktion grüßt noch einmal bei schönstem Spätsommerwetter vom Balkon – und würde gerne Herrn Maaßen, Herrn Seehofer und Frau Nahles zum Abschied winken, zusammen mit der kompletten AfD-Fraktion beim Auszug aus dem Parlament... Foto: Bruno Gutmann

Liebe Leserinnen & Leser,

nach den 52-fachen Grabschändungen am Hagsfelder Friedhof in Karlsruhe sind die ermittelnden Beamten den entscheidenden Schritt vorangekommen. Wie die Polizei berichtete, hatten zunächst Unbekannte im Mai insgesamt 52 Grabstätten beschädigt und hierbei einen Sachschaden von mehreren tausend Euro angerichtet. Dank eines Zeugenhinweises kamen die Ermittler des Polizeipostens Hagsfeld inzwischen auf die Spur von zwei sieben- und achtjährigen Jungen, die für die Grabschändungen verantwortlich sind. Strafrechtliche Konsequenzen müssen die Buben als strafunmündige Kinder selbstverständlich nicht fürchten.

Eine 15-Jährige hat an einem Donnerstagnachmittag im September mehrere Polizeibeamte angegriffen. Beamte wollten die Jugendliche kurz nach 17.30 Uhr auf dem Karlsruher Schlossvorplatz kontrollieren. Nachdem sie bei der jungen Dame Marihuana aufgefunden haben, sollte sie die Beamten zum zuständigen Polizeirevier begleiten. Dabei rastete sie aus, widersetzte sich massiv, trat und schlug gegen die Polizisten. Durch das Handgemenge wurden sowohl die Angreiferin als auch die eingesetzten Polizeibeamten verletzt. Die 15-Jährige wird wegen Tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt.

Dies sind nur zwei von vielen ähnlichen Polizeimeldungen, die uns in den letzten Wochen erreichten. Da stellt sich natürlich die Frage, ob wir als Eltern etwas übersehen haben, unseren Kindern beizubringen. Natürlich gab es kindlichen Unfug zu jeder Zeit. Bei uns war es nicht anders und schon Aristoteles beschwert sich über die respektlose Jugend. Aber bei uns gab es noch eine „Beißhemmung“, unsere Eltern hatten uns mehr oder weniger erfolgreich vermitteln können, wie weit wir gehen konnten.

Nein, Herr Seehofer, nicht die Migration ist „die Mutter aller Probleme“, sondern mangelnde Bildung, insbesondere der sozialen Bildung! Wenn Grundschullehrer/-innen Kindern erst einmal „Guten Morgen“, „Bitte“ und „Danke“ beibringen müssen, dann läuft da was verkehrt.

Dass wir Medien dabei auch keine gute Figur abgeben, ist klar. Viele von uns stürzen sich bereitwillig auf oft ungeprüfte Nachrichten, weil es Auflage oder Quote bringt. Seit in den „sozialen Medien“ jetzt jeder Blogger seinen Senf zu allem abgeben kann und sich dann auch noch „Journalist“ nennen darf, müssen wir umso mehr darauf achten, wie unsere Kids (und auch wir) mit Medien umgehen. Vielleicht ist Ihnen diese Ausgabe mit dem Schwerpunktthema „Kinder & Medien“ dabei eine kleine Hilfe…

In der Hoffnung, dass Sie und wir unseren Kids doch noch irgendwie Werte beibringen können, wünsche ich jetzt erst einmal viel Spaß beim Schmökern

in Ihrem neuen KARLSRUHER KIND!